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UNI-INFO Nachrichten aus der Universität
Am 10. Juni: Euro-InfomobilAuf seiner 40 Städte Tour macht das Euro-Infomobil der Vertretung der Europäischen Kommission am Dienstag, 10. Juni 1997 zwischen 10.00 und 15.00 Uhr in der Universität am Uhlhornsweg Station. Die Studierenden können sich über die Möglichkeiten eines Studien-, Arbeits- oder Praktikumsaufenthaltes im europäischen Ausland informieren. Hierbei stehen insbesondere die EU-Programme Sokrates/Erasmus und Leonardo im Vordergrund. Erasmus fördert den StudentInnenaustausch zwischen Hochschulen und Unternehmen. Wer sich für eines dieser beiden Programme interessiert oder allgemeine Fragen zum Leben, Lernen und Arbeiten in Europa hat, sollte den Informationstag nicht verpassen.Auf einem Computer-Terminal werden die für StudentInnen interessanten Internet-Server der EU präsentiert. Broschüren zum Binnenmarkt, zum Euro oder zum Verbraucher- und Umweltschutz ergänzen das Informationsangebot der Europäischen Kommission.
Universität weitet Forschungskooperationen ausMit der ITAP GmbH (Institut für technische und angewandte Physik) und der neugegründeten Regio GmbH (Institut für Regionalentwicklung und Informationssysteme) haben Universitätsleitung und Senat jetzt zwei weitere außeruniversitäre wissenschaftliche Einrichtungen als An-Institute der Universität Oldenburg anerkannt. ITAP und Regio genießen damit den gleichen Status wie die Institute OFFIS, FORUM und MEDIATOR sowie das Hörzentrum.Die ITAP GmbH wurde im vergangenen Jahr mit dem Ziel gegründet, den praxisbezogenen Anteil an der universitären Physikausbildung zu erweitern und die Zusammenarbeit zwischen den Forschungsgruppen des Fachbereichs Physik und Unternehmen, Kommunen, privaten und öffentlichen Institutionen zu intensivieren. Die Schwerpunkte liegen auf dem Gebiet der technischen Physik, insbesondere der technischen Akustik, der angewandten Optik und der Strömungstechnik. Das ITAP ist dem Fachbereich 8 Physik zugeordnet. Die Regio GmbH ist eng mit der Technologietransferstelle DIALOG verbunden und hat sich den Aufbau und die Pflege regionaler Kooperationsnetzwerke, insbesondere auf kommunaler Ebene, sowie die Akquisition und Betreuung von nationalen und internationalen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zum Ziel gesetzt. Mit der Anbindung der beiden neuen Institute kommt die Universität Forderungen der niedersächsischen Landesregierung, der Forschungskommission Niedersachsen sowie des Wissenschaftsrates nach, wonach die außeruniversitäre Forschung verstärkt mit den Interessen der Hochschulen verzahnt werden soll. Gleichermaßen fordert der neugefaßte Hochschulentwicklungsplan der Universität eine weitgehende Verknüpfung mit bestehenden Instituten sowie die Schaffung bestmöglicher Organisationsformen bei der Errichtung neuer An-Institute. In diesem Zusammenhang hat der Senat auf seiner letzten Sitzung die Anpassung der "Ordnung zur Anerkennung außeruniversitärer Einrichtungen als An-Institute" an das Niedersächsische Hochschulgesetz beschlossen. Geändert wurde u.a. das Verfahren, das nun auch die Zustimmung der Hochschulleitung vorsieht. Neu aufgenommen wurde auch die Befristung der Anerkennung als An-Institut: Nur auf Antrag des zugeordneten Fachbereichs und nach einer Evaluation der Einrichtung kann der Senat mit Zustimmung der Hochschulleitung den Status "Institut an der Universität Oldenburg" verlängern.
Deutsch-niederländisches Seminar zu Krieg und NachkriegszeitAm 16. Mai 1940, sechs Tage nach dem Einmarsch der Wehrmacht in die Niederlande, publizierte das "Allgemeen Handelsblad" ein Foto, das deutsche Soldaten beim traditionellen Matjesessen zeigt: "Duitse soldaten maken te Amsterdam kennis met de echte Hollandsche haring en laten het zich goed smaken". Während Rotterdam noch brannte und die Opfer des deutschen Überfalls geborgen wurden, ließen sich die Besatzer den Matjes schmecken.Jetzt war das Bild vielschichtiger Diskussionsgegenstand in einem deutsch-niederländischen Seminar des Zentrums für wissenschaftliche Weiterbildung. Unter Leitung von Dr. Wolfgang Grams, Oldenburg, trafen sich Ende April im Gästehaus der Universität Studierende des Studium Generale aus Oldenburg und Groningen. Als Zeitzeugen war sie eingeladen, um in Erfahrungs- und Meinungsaustausch, Lektüre und biographischer Reflexion Krieg, Nazi-Diktatur, Besatzungszeit und Nachkriegszeit zu diskutieren. An aktuellem Diskussionsstoff zum Thema mangelte es nicht. Daniel Goldhagens Thesen über den deutschen Antisemitismus gehörten ebenso dazu wie Ressentiments, Vorurteile und anhaltende Stereotypen im Verhältnis der europäischen Nachbarn. Wo haben Sie den 10. Mai 1940, den Tag des Einmarsches erlebt, wurde gefragt. Welche Erinnerungen haben Sie daran? Und welche an den Mai 1945? Die privaten Schauplätze der Geschichte, die solchermaßen während des Seminars rekonstruiert und kommentiert wurden, reichten von Rotterdam bis Lodz und hätten unterschiedlicher nicht sein können: Niederländische TeilnehmerInnen beklagten Opfer durch Krieg, Verschleppung und Deportation, von denen auch ihre Familien nicht verschont waren; Deutsche erinnerten sich, wie sie die Wehrmacht auf der Straße nach Holland als Knaben mit Stolz erfüllt hatte, andere berichteten, wie in ihren Familien von der Verfolgung der Juden gesprochen wurde; eine Teilnehmerin erzählte, wie sie das Hungerjahr 1944 und die Befreiung 1945 in Amsterdam erlebt hatte. Alle Beteiligten, ebenso wie die Organisatoren Dr. Christiane Brokmann-Nooren vom ZWW der Universität Oldenburg und Anja van Berkum von der Universität Groningen, waren sich einig, daß sich das mit Spannung vorbereitete Treffen mehr als gelohnt hatte. In einer interessierten, offenen und freundlichen Gesprächsatmosphäre war es gelungen, kontroverse Perspektiven zum Thema auszutauschen. "Allen wird viel abverlangt, wenn persönliche Lebensläufe und historische Analysen zusammenkommen", so Grams, der sich freute, daß sich das Motto einer Lesegesellschaft von 1784 als fruchtbar erwies und bei den TeilnehmerInnen des Seminars auf Gegenliebe stieß: "Wechselseitige Mitteilung von Begriffen".
Witwe des Verstorbenen nimmt Würdigung entgegenPaulo Freire, einer der bedeutensten Pädagogen der Gegenwart, starb am 2. Mai in seiner Heimatstadt São Paulo (Brasilien). Anfang des Jahres wurde Freire durch den Fachbereich 1 Päda-gogik zum Ehrendoktor der Universität ernannt. Anstelle Freires wird nun seine Witwe, Ana Maria Araujo Freire, im Rahmen einer Gedenkveranstaltung am 7. Juli im Vortragssaal der Bibliothek die Ehrendoktorwürde entgegennehmen. "Die pädagogischen Verdienste Freires um Lateinamerika können gar nicht hoch genug eingeschätzt werden", erklärte der Erziehungswissenschaftler und Vor-sitzende der Ehrenkommission Prof. Dr. Friedrich W. Busch zum Tod des Brasilianers. Um die pädagogische Basisarbeit im Sinne Freires weiter-zuführen, bittet der Fachbereich zur Unterstützung eines Straßenkinderpro-jekts in Brasilien um Spenden (Raiff-eisenbank Oldenburg, BLZ 280 602 28, Kto: 90000100, Finanzstelle 81439901).
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· Redaktion: Ralf Thiele |