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Universität Oldenburg erfolgreich in der Ausbildung von UmweltwissenschaftlerInnen
Anfang Oktober hat der zehnte Kurs des einjährigen Oldenburger
Ergänzungsstudiengangs "Regenerative Energien" begonnen, in dem sich
seit 1987 über einhundert SpezialistInnen aus über dreißig Ländern
an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg zum Magister für Sonnen-
und Windenergienutzung haben ausbilden lassen. Die Kosten für den Aufenthalt
in Deutschland trägt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit
(BMZ) im Rahmen des vom DAAD verwalteten Postgraduiertenprogramms Süd.
Der in einem Modellversuch mit Unterstützung des Bundes und des Landes
entwickelte Kurs stützt sich auf Forschungsergebnisse der
Abteilung Energie- und Halbleiterforschung am Fachbereich Physik der Universität
Oldenburg und verbindet theoretische Grundlagen mit Expertenerfahrungen aus Projekten
in der Dritten Welt. Die WissenschaftlerInnen haben vor ihrem Aufenthalt in Oldenburg
bereits ein Ingenieurstudium und einige Jahre Berufserfahrung absolviert. Die
Lehrenden kommen aus den Fachbereichen Biologie, Volkswirtschaft und Physik sowie
aus der Industrie und von Entwicklungshilfeorganisationen. Exkursionen zu Industriebetrieben
und Energieanlagen, Expertenvorträge und ein zweimonatiges externes Praktikum
runden das Lehrprogramm ab. Der Unterricht findet in englischer Sprache statt,
um den TeilnehmerInnen mehrmonatige Deutschkurse zu ersparen.
Die Absolventen des Kurses haben nach ihrer Rückkehr in ihr Heimatland
sehr gute Chancen für einen beruflichen Aufstieg. Dies gilt auch für
die bisher achtzehn deutschen AbsolventInnen, die sich durch die Teilnahme an
diesem Studiengang für verantwortungsvolle Tätigkeiten in Betrieben
oder Forschungsinstituten qualifiziert haben.
Um den AbsolventInnen nach ihrer Rückkehr in ihr Berufsfeld Kommunikationsmöglichkeiten
offenzuhalten und weil das Gebiet der Regenerativen Energien sich sehr schnell
erweitert, ist die Bereitstellung von aktuellen Fachinformationen für ehemalige
Teilnehmer eine wichtige Aufgabe der Geschäftsstelle des Ergänzungsstudiengangs,
die nach längerem Bemühen seitens der Universitätsleitung jetzt
für die nächsten Jahre finanziell abgesichert ist. Durch die Herausgabe
eines Newsletters, der an alle Ehemaligen verschickt wird, und durch die Beantwortung
von Anfragen, das Vermitteln von Industriekontakten und manchmal auch unkonventionellen
Hilfen bei unvorhergesehenen Problemen ist im Lauf der Jahre ein wichtiges Netzwerk
aus persönlichen Kontakten entstanden, das es auch in Zukunft zu pflegen
und zu erweitern gilt. In Zusammenarbeit mit dem Hochschulrechenzentrum ist es
gelungen, moderne elektronische Kommunikationsmittel wie das Internet in diese
Netzwerkarbeit einzubeziehen.
Ergänzt wird dieses vielseitige Ausbildungsangebot durch "Sommerschulen".
Diese zweimonatigen Kurse für IngenieurInnen und ProjektmanagerInnen aus
Unternehmen der Partnerländer, die Solar- oder Windenergieprojekte in Zusammenarbeit
mit dem Forschungsministerium und der deutschen Industrie betreiben (ELDORADO-Programm),
werden seit 1992 in Oldenburg und Wilhelmshaven (gemeinsam mit dem deutschen Windenergie-Institut
DEWI) veranstaltet. Diese Weiterbildungsangebote haben ohne Zweifel die Attraktivität
des Forschungsstandorts Oldenburg für Fachleute aus der Dritten Welt weiter
erhöht.
Die WissenschaftlerInnen der Universität, die im Postgraduierten-Programm
Regenerative Energien mitarbeiten, sehen in der Verbindung von aktueller Forschung
und spezialisierten Ausbildungsangeboten sowie der Kooperation mit ausländischen
Hochschulen und Forschungseinrichtungen eine aussichtsreiche Möglichkeit,
im Wettbewerb um die knapper werdenden Drittmittel (auch auf europäischer
bzw. internationaler Ebene) zu bestehen.
Um der (universitären) Öffentlichkeit einen attraktiven Einblick
in den Themenbereich Energie zu geben, beginnt in diesem Monat eine Vorlesungsreihe
mit auswärtigen Fachleuten. Die Reihe wird am 30. Oktober um 16.15 Uhr mit
einem Vortrag von Jens-Peter Molly (Leiter des Deutschen Wind-Instituts DEWI/Wilhelmshaven)
im Großen Hörsaal in Wechloy eröffnet.

Kontakt:
Dr. Konrad Blum, Ergänzungsstudiengang
Renewable Energies, Abteilung
Energie- und Halbleiterforschung, Fachbereich 8 Physik, Tel. 0441/798-3212,
Fax -3326, e-mail: kblum@pre.uni-Oldenburg.de

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