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Forschung aktuell
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Einheitliches Abgleichsystem für Krebsregister in der Bundesrepublik
Mit rund 200.000 Mark fördert die Deutsche
Krebshilfe ein einheitliches Datenabgleichsystem,
das unter Leitung von Prof.
Dr. Hans-Jürgen Appelrath vom Oldenburger Informatikinsitut OFFIS
innerhalb der nächsten zwei Jahre entwickelt wird. Ziel des Systems ist die
einheitliche Generierung von Kontrollnummern, die zum Abgleich der Krebsmeldungen
in anonymisierter Form genutzt werden. Entscheidend dabei ist, daß die Kontrollnummern
in allen Bundesländern in gleicher Form gebildet werden, um Mehrfachnennungen
in einzelnen Landeskrebsregistern zu vermeiden.
Das 1995 in Kraft getretene Gesetz über Krebsregister (KRG) verpflichtet
die Bundesländer, bis zum 1. Januar 1999 epidemiologische Landeskrebsregister
einzurichten. Das Gesetz verfolgt ein Meldemodell, das einerseits den Aufbau eines
möglichst vollständigen Datenbestandes für die Forschung bereitstellt,
andererseits aber den strengen Anforderungen des Datenschutzes gerecht werden
muß. Die von OFFIS angestrebte Lösung beruht auf einem Verschlüsselungsverfahren:
Durch die Vergabe eindeutiger Kontrollnummern ist praktisch fehlerfrei und ohne
Verletzung der Anonymität zu entscheiden, ob ein Krebspatient schon im zentralen
Register eines Bundeslandes oder sogar darüber hinaus in verschiedenen Landeskrebsregistern
gespeichert ist oder nicht. Dieser Lösungsansatz bildete auch die Basis für
die "Empfehlungen an die Bundesländer zur technischen Umsetzung der Verfahrensweisen
gemäß Gesetz über Krebsregister", ein "Quasi-Standard" für
die Durchführung eines Bundesabgleichs der epidemiologischen Landeskrebsregister,
der von der Arbeitsgemeinschaft der leitenden Medizinalbeamten 1996 durch die
Bundesländer verabschiedet wurde.

Kontakt: Prof.
Dr. Hans-Jürgen Appelrath, Vorstandsvorsitzender OFFIS,
Tel.: 0441/9722-200, Fax: 0441/9722-202
e-mail: appelrath@informatik.uni-oldenburg.de.

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