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Pressedienst: Dezember 1996
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- 23. Dezember 1996/249/96
Professor Pohl gestorben
Oldenburg. Am 18. Dezember 1996 verstarb Prof. Dr. Siegfried Pohl im Alter
von nur 53 Jahren. Er war nach seiner Habilitation in Bielefeld seit 1984 Professor
für Anorganische Chemie am Fachbereich 9 Chemie der Universität Oldenburg. Er
etablierte eine für den Fachbereich neue Methode zur Charakterisierung chemischer
Verbindungen, die Röntgenstrukturanalyse zur Bestimmung des atomaren Aufbaus von
Festkörpern und Molekülen. Seine wissenschaftlichen Interessen waren breit gefächert
und reichten von der bioanorganischen Chemie über die Chemie der schweren Hauptgruppenelemente
bis hin zu anwendungsorientierten Problemen aus dem Bereich der nachwachsenden
Rohstoffe. Seine Erfolge dokumentieren sich in weit über hundert Veröffentlichungen
in namhaften wissenschaftlichen Zeitschriften. Pohl war ein engagierter Hochschullehrer,
der die Anorganische Chemie in der Lehre in voller Breite vertreten hat und Generationen
von Studierenden der Chemie zu begeistern wußte. 1992/93 war er Dekan seines Fachbereiches.
Professor Pohl wird seinen KollegInnen, seinen MitarbeiterInnen und den Mitgliedern
der Arbeitsgruppe Anorganische Chemie unvergessen bleiben.


- 20. Dezember 1996/247/96
Online-Recherche statt Zettelkatalog
Oldenburg. In der Bibliothek der Universität kann ab sofort nur noch online
am Computer nach Büchern und Zeitschriften gesucht werden. Damit gehört der Zettelkatalog
mit hunderttausenden Karteikarten endgültig der Vergangenheit an.
Die Eingangsebene der Zentralbibliothek hat sich dadurch völlig verändert:
Wo sich bisher noch der alphabetische Zettelkatalog befand, stehen jetzt zahlreiche
Terminals für Recherchen im Oldenburger ORBIS-Katalog (Oldenburger Regionales
Bibliotheks- und Informationssystem). Das Schlangestehen für die NutzerInnen an
den vorher zu wenigen Geräten hat seither ein Ende.
Zusätzlich erweitert wurde das elektronische Informationsangebot durch die
Einrichtung von vernetzten PC-Arbeitsplätzen. Dort lassen sich jetzt auch zahlreiche
CD-ROM-Datenbanken nutzen. Das breitgefächerte Angebot umfaßt sowohl Volltextdatenbanken
wie z.B. die gesammelten Werke Shakespeares als auch bibliographische Datenbanken
wie den in den Naturwissenschaften wichtigen Science Citation Index. Die FachreferentInnen
der Bibliothek sind bei der Durchführung von Recherchen behilflich. Auch der Zugang
ins Internet ist hier ab sofort möglich. Gewonnene Daten können auf Diskette abgespeichert
oder gegen geringe Gebühr auch ausgedruckt und mitgenommen werden.
Zur Einführung bietet die Bibliothek
laufend fachspezifische Kurse an.

- 20. Dezember 1996/245/96
Personalie
Oldenburg. Prof. Dr. Herbert Henning (46) ist mit der Verwaltung der Professorenstelle
C3 "Didaktik der Mathematik" im Fachbereich 6 Mathematik beauftragt worden. Henning
studierte an der TH Magdeburg, promovierte dort 1973 und absolvierte 1976/77 ein
Zusatzstudium in der Ukraine. Er habilitierte sich 1984 an der Martin-Luther-Universität
Halle-Wittenberg, von wo aus er 1985 an die TH Magdeburg wechselte. In Magdeburg
wurde er 1986 als Professor an die Otto-von-Guericke Universität berufen. Seine
Forschungsschwerpunkte sind Untersuchungen zum experimentellen, anwendungsorientierten
Unterricht in der Sekundarstufe I. Außerdem ist Henning an der Universität Magdeburg
Vorsitzender des Prüfungsausschusses der Fakultät für Mathematik und arbeitet
in mehreren Senatskommissionen mit.

- 20. Dezember 1996/244/96
Weiterbildung "Jugend und neue Medien"
Oldenburg. "Alles ist so schön bunt hier..." heißt eine medienpädagogische
Weiterbildung des Zentrums für wissenschaftliche Weiterbildung (ZWW) an der Universität
Oldenburg. In neun Wochenendseminaren im Zeitraum April 1997 bis Juni 1998 soll
der Markt der neuen Medien durchleuchtet werden.
Das wachsende Medienangebot wird von Kindern und Jugendlichen begeistert genutzt
und von Erwachsenen oft mit Sorge beobachtet. Die Seminare richten sich daher
an alle, die beruflich oder ehrenamtlich mit Kindern und Jugendlichen arbeiten.
Themen werden die Medien Computer, Radio, Kinder- und Jugendbuch sowie die Objektivität
bzw. Subjektivität von Inhalten und die Bildsprache der Medien sein. Außerdem
sollen interkulturelle Aspekte untersucht und eigene Medienproduktionen erstellt
werden. Veranstalter ist das ZWW in Zusammenarbeit mit den Fachbereichen 1 Pädagogik
und 2 Kommunikation/Ästhetik der Universität. Informationen und Anmeldungen unter
Tel. 0441/798-2275, Fax 0441/798-4411.
Kontakt: Zentrum
für wissenschaftliche Weiterbildung , Dr. Gudrun Stenzel, Tel. 0441/798-2275

- 13. Dezember 1996/243/96
Lebensstile im Alter
Oldenburg. Die renommierte britische Altersforscherin Dr. Gail Wilson von
der London School of Economics hält Dienstag, 17. Dezember um 20.00 Uhr im Kulturzentrum
PFL einen englischsprachigen Vortrag mit dem Thema "'I am the eyes and she is
the arms' - Continuity and Change in Gender Relations in Advanced Old Age". Darin
wird sie sich mit Lebensstilen und -entwürfen in der wachsenden Gruppe älterer
bis hochbetager Menschen befassen.
Nie zuvor in der Geschichte hatten so viele Menschen die Möglichkeit, ein
hohes Alter zu erreichen. Etwa die Hälfte der Erwachsenen wird in Zukunft älter
als 50 Jahre sein, und Kinder werden eine kleine Minderheit bilden. Für die über
80-Jährigen gibt es jedoch bisher kaum andere gesellschaftlich akzeptierte Verhaltensmodelle
als Gebrechlichkeit und Abhängigkeit. Aktive ältere und alte Menschen leben noch
weitgehend ohne Vorbilder.
Wilson ist im Rahmen einer Forschungskooperation zu Gast bei
Dr. Lydia Potts vom Institut für Politikwissenschaft II im Fachbereich 3
Sozialwissenschaften an der Universität Oldenburg.

- 12. Dezember 1996/242/96
Personalie
Oldenburg. Prof. Dr. Dr. Birger Kollmeier, Leiter der Arbeitsgruppe Medizinische
Physik am Fachbereich 8 Physik der Universität Oldenburg, ist zum Vizepräsidenten
der neugegründeten Deutschen Gesellschaft für Audiologie gewählt worden. Kollmeier
wurde 1992 nach Oldenburg berufen, wo er einer breiteren Öffentlichkeit durch
die Entwicklung eines "intelligenten Hörgeräts" bekannt wurde. Im Rahmen dieser
Forschungen entstand das
Hörzentrum Oldenburg , das in Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Krankenhaus
in diesem Jahr errichtet wurde und dessen wissenschaftlicher Leiter er ist.

- 12. Dezember 1996/241/96
Vortrag über den europäischen Sozialstaat
Oldenburg. "Manifest für den europäischen Sozialstaat" ist das Thema einer
Vortragsveranstaltung, zu der die
Kooperationsstelle Hochschule und Gewerkschaften der Universität Oldenburg
am Mittwoch, 18. Dezember, einlädt. Ab 16.00 Uhr referiert im Bibliothekssaal
(Uhlhornsweg) Prof. Dr. Ulrich Mückenberger (Hochschule für Wirtschaft und Politik
Hamburg) über die Zukunft der europäischen Gemeinschaft.
Für die Entwicklung eines Europas, das demokratisch legitimiert wird und allen
BürgerInnen einen Katalog sozialer Grundrechte garantiert, streitet eine Gruppe
von WissenschaftlerInnen aus sechs Mitgliedsstaaten auf internationaler Ebene
in einem Manifest. Der Referent, Prof. Dr. Ulrich Mückenberger, ist einer der
Autoren dieses Manifestes. Für die WissenschaftlerInnen steht der europäische
Einigungsprozeß vor einer Weichenstellung: Eine Regierungskonferenz soll die Richtung
für die Reform der Gemeinschaft festlegen. Für die Zukunft sei aber das Projekt
einer europäischen Sozialunion entscheidend. Aus der gegenwärtigen Sackgasse führe
ohne ein demokratisch und öffentlich diskutiertes soziales Europa kein Weg hinaus.

- 12. Dezember 1996/240/96
Ehrendoktor für brasilianischen Pädagogen
Oldenburg. Der brasilianische Pädagoge Paulo Freire erhält die Ehrendoktorwürde
des Fachbereichs 1 Pädagogik
der Universität Oldenburg. Auf Beschluß des Fachbereichs wird der 75jährige Freire
für seine theoretische und praktische Basisarbeit in der Pädagogik, vor allem
im Zusammenhang mit seinem Engagement für die südamerikanische Landbevölkerung
ausgezeichnet. Die Verleihung der Ehrendoktorwürde wird im Juli 1997 vorgenommen.
Paulo Freire gilt als einer der bekanntesten Pädagogen der Gegenwart. Seine
Schriften "Pädagogik der Unterdrückten" und "Erziehung als Praxis der Freiheit"
wurden in alle großen Sprachen der Welt übersetzt. Ausgangspunkt und Hintergrund
seiner Pädagogik ist die Lebenswelt der brasilianischen Landbevölkerung. Für sie
entwickelte er eine Methode, mit der Lesen und Schreiben innerhalb von nur 40
Unterrichtsstunden vermittelt werden kann. Wegen seines Engagement für die verarmte
Landbevölkerung wurde Freire 1964 von den damaligen diktatorischen Machthabern
des Landes verwiesen und kehrte erst 1980 wieder nach Brasilien zurück. Im Auftrag
der UNESCO entwickelte Freire in Chile und anderen südamerikanischen Ländern seine
Methoden weiter und konzipierte nach dem Zusammenbruch der Somoza-Diktatur die
Alphabetisierungsoffensive in Nicaragua.
Als Berater der UNESCO, der lateinamerikanischen Bischofskonferenz und als
Sekretär des Weltkirchenrates in Genf hatte der brasilianische Pädagoge wesentlichen
Anteil an der Gestaltung der Bildungspolitik in den Entwicklungsländern Südamerikas
und Afrikas. Als Experte für die Zusammenhänge von Bildung und Armut war Freire
Gast zahlreicher internationaler Kongresse. Darüber hinaus war er Gastprofessor
an der renommierten Harvard-Universität (USA).
Neben der Auszeichnung möchte der Fachbereich Paulo Freire für seine pädagogische
Basisarbeit eine finanzielle Unterstützung zukommen lassen. Das eingerichtete
Spendenkonto wurde bereits durch Spenden der Antennentechnik Weser-Ems GmbH, (Geschäftsführer
Gerd Kruse) und durch die Volksbank Oldenburg eröffnet. Spenden werden auf das
Konto-Nr. 900 001 00, BLZ 280 602 28, Raiffeisenbank Oldenburg, Finanzstelle 8143
9901. Kennwort: Paulo Freire, erbeten.

- 12. Dezember 1996/239/96
Heinz Neumüller erster Ehrensenator der Universität
Oldenburg. In einem Festakt hat heute die Universität Oldenburg den Unternehmer
Heinz Neumüller (76) zu ihrem ersten Ehrensenator ernannt. Die Universität zeichne
damit eine herausragende Persönlichkeit aus, die durch ihren großzügigen Einsatz
und langjährige Unterstützung für die Hochschule nachhaltig als Vorbild wirke,
heißt es dazu in der Begründung.
Neumüller habe gezeigt, daß er nicht nur weitsichtig und sehr erfolgreich
ein Unternehmen zu führen wisse. Ihm sei mehr als manchem anderen bewußt, daß
es zwischen Wirtschaft und Bildungseinrichtungen einer stärkeren Verknüpfung bedürfe,
um den Anforderungen der Zukunft gerecht zu werden, erklärte Universitätspräsident
Prof. Dr. Michael Daxner. Die Universität sehe in ihm deshalb einen Vorreiter
einer Unternehmenspolitik in der Region, die davon ausgehe, daß Investitionen
in die Bildung nicht nur die Angelegenheit des Staates sein dürfe.
Im vergangenen Jahr krönte Neumüller seinen Einsatz für die Universität mit
einer nach ihm benannten Stiftung, die er mit einer Millionen Mark ausstattete.
Sie vergibt Stipendien an Doktoranden aus dem Bereich der Wirtschafts-, Natur-
und Rechtswissenschaften. Die ersten Stipendien wurden in diesem Jahr bereits
vergeben. Darüber hinaus öffnet er sein Unternehmen für Praktika von WirtschaftsstudentInnen
und für technische Zusammenarbeit.
Neumüller machte nach dem Krieg einen kleinen Betrieb in Oldenburg zum inzwischen
größten Fotofinisher in Europa: die CeWe Color Holding AG. In den 19 Groß- und
Kleinlabors arbeiten 3500 Menschen, die für die Entwicklung von 58 Millionen Filmen
und 1,8 Milliarden Papierbildern jährlich sorgen. 1993 ging das Unternehmen mit
großem Erfolg an die Börse.

- 12. Dezember 1996/238/96
Einschreibefrist für Fernstudium
Oldenburg. Noch bis zum 15. Januar 1997 können sich Interessierte über
das Fernstudienzentrum der Universität
Oldenburg für ein Studium an der FernUniversität Hagen einschreiben.
Die FernUniversität vermittelt ihre Lehrinhalte mit Kursbriefen, die sich
optimal zum Selbststudium eignen. Das Studium wird durch flexible Kurswahl und
freie Zeiteinteilung bei der Bearbeitung der Materialien erleichtert. Außerdem
werden die KursteilnehmerInnen semesterbegleitend durch das Team des Fernstudienzentrums
beraten und betreut.
Damit ist diese Form des Studiums besonders für Personen geeignet, die wegen
Kindern, Berufstätigkeit, etc. nicht regelmäßig an Vorlesungen teilnehmen können.
Genutzt werden kann das Studium zur wissenschaftlichen Weiterbildung, zum Erwerb
von Abschlüssen, als Zweitstudium oder als Studium Generale zur persönlichen Weiterbildung.
Das Angebot der FernUniversität umfaßt Wirtschaftswissenschaften, Mathematik,
Informatik und Elektrotechnik sowie Fächer der Erziehungs-, Sozial- und Geisteswissenschaften.
Informationen und Einschreibunterlagen sind beim Fernstudienzentrum der Universität
Oldenburg, Tel. 0441/798-4416 oder Fax 0441/798-4414, erhältlich.

- 9. Dezember 1996/237/96
Diplom auch für Oldenburger Berufsschullehrer
Oldenburg. Den AbsolventInnen des wirtschaftspädagogischen Studienganges
"Lehramt an berufsbildenden Schulen mit der beruflichen Fachrichtung Wirtschaftswissenschaften
(Handelslehramt)" an der Universität Oldenburg wird auf Antrag ab sofort der akademische
Grad "Diplom-HandelslehrerIn" verliehen. Wie die beiden zuständigen Fachvertreter,
die Professoren der Berufs- und Wirtschaftspädagogik, Dr. Reinhard Czycholl und
Dr. Holger Reinisch, betonen, sind damit die langjährigen Bemühungen der Universität,
die Oldenburger Studierenden der Wirtschaftspädagogik mit den Kommilitonen in
Göttingen, Hamburg, Köln und Mannheim gleichzustellen, von Erfolg gekrönt worden.
Die Verordnung des Wissenschaftsministeriums trat Ende November 1996 in Kraft.
WirtschaftspädagogInnen werden nicht nur im berufsbildenden, kaufmännischen
Schulwesen gebraucht, sondern auch in der betrieblichen Berufsausbildung, in der
beruflichen Weiterbildung, Umschulung und Rehabilitation sowie in Verbänden und
Institutionen, die sich mit Fragen der Berufsbildung befassen. Nach Aussage von
Czycholl und Reinisch sei für eine Tätigkeit außerhalb des öffentlichen Dienstes
das "Markenzeichen" Diplom-HandelslehrerIn jedoch sehr wichtig. Die Oldenburger
AbsolventInnen hätten nun endlich die gleichen Chancen, wenn sie sich für eine
Tätigkeit - z.B. auch in der Privatwirtschaft - entscheiden würden. Es gebe zwischen
dem Oldenburger Studiengang Wirtschaftspädagogik und den Studiengängen anderer
Universitäten in Deutschland keine gravierenden Unterschiede.
Nach der neuen Verordnung haben sämtliche Studierende, die seit 1980 den wirtschaftspädagogischen
Studiengang an der Universität Oldenburg abgeschlossen haben oder in Zukunft abschließen
werden, das Recht, die Verleihung des Diploms zu beantragen. Erforderlich ist
ein formloser Antrag, der mit einer beglaubigten Kopie des Abschlußzeugnisses
an das Akademische Prüfungsamt der Universität Oldenburg zu richten ist. Die Urkunde
wird dann im Rahmen einer Feierstunde an die AntragstellerInnen ausgehändigt.
Das soll erstmals Ende Februar 1997 geschehen.
Kontakt: Prof. Dr. Holger Reinisch, Dekan des Fachbereichs 4 Wirtschafts-
und Rechtswissenschaften, Tel.: 0441/798-8315

- 6. Dezember 1996/236/96
Entwicklung effektiverer Therapieverfahren für AlkoholikerInnen
Oldenburg. Rund neun Millionen Mark gab die Landesversicherungsanstalt
Oldenburg/Bremen (LVA) 1987 für Rehabilitationsmaßnahmen von alkoholabhängigen
ArbeitnehmerInnen aus. 1995 lagen die Aufwendungen bei 17,1 Millionen Mark. Um
diese enormen Kosten langfristig zu senken, hat die LVA den Leiter der Forschungsstelle
"Sucht- und Drogenprävention" an der Universität Oldenburg, Prof. Dr. Rüdiger
Meyenberg, beauftragt, die Effektivität von Alkoholentwöhnungsbehandlungen zu
untersuchen. Ziel soll die Optimierung von Therapieverfahren sein, die die Arbeitsfähigkeit
von AlkoholikerInnen erhalten bzw. wieder herstellen. Mit der Unterzeichnung eines
Kooperationsvertrages zwischen der Universität und der LVA wurde heute offiziell
der Auftrag für die Studie erteilt.
Mit ca. drei Millionen Menschen bilden AlkoholikerInnen die mit Abstand größte
Suchtgruppe in Deutschland. "Alkohol ist die schädlichste Droge", erklärte Meyenberg
anläßlich der Vertragsunterzeichnung. "Abgesehen von den körperlichen Schädigungen
bei den Alkoholkranken ist der volkswirtschaftliche Schaden enorm". Um so mehr
verwundere es, daß es in der Bundesrepublik bisher noch keine nennenswerte Anti-Alkoholkampagne
gegeben hätte. Exzessive Werbung für die Volksdroge würde noch zum Konsum animieren.
Wenn dann die Bundesregierung noch die Zuwendungen für Rehabilitationsmaßnahmen
drastisch kürze, würden in absehbarer Zeit vermehrt "soziale Slums" entstehen.
Die Folgekosten seien um ein Vielfaches höher, es sei denn, man vernachlässige
den betroffenen Personenkreis und steuere auf amerikanische Verhältnisse zu. Um
Schlimmeres zu verhüten, müsse zwangsläufig an der Effektivierung der Behandlung
alkoholkranker Menschen gearbeitet werden.
"Die enormen Belastungen in der Rentenversicherung zwingen uns, den Erfolg
von Rehabilitationsmaßnahmen zu steigern und in diesem Bereich zu investieren",
sagte Vorstandsvorsitzender Arno Kalkowski zum Motiv der LVA, die Universität
mit der Studie zu beauftragen. Derzeit würde die Rückfallquote ein Jahr nach der
Behandlung noch bei 60 bis 65 % liegen. Rehabilitation müsse in jedem Fall vor
eine entschieden kostspieligere alkoholbedingte Frührente gehen.
Kontakt: Prof. Dr. Rüdiger Meyenberg, Tel.: 0441/798-3003

- 5. Dezember 1996/235/96
Personalien aus der Universität
Oldenburg. Prof. Dr. Manfred Dierks, Literaturwissenschaftler an der Universität
Oldenburg, ist zum Vorsitzenden der Niedersächsischen Literaturkommision gewählt
worden. Die Kommission berät das Ministerium für Wissenschaft und Kultur in Fragen
der Literaturförderung und fungiert gleichzeitig als Jury für die Vergabe der
Niedersächsischen Literaturpreise. Dierks studierte Germanistik, Anglistik und
Philosophie in Berlin, London, Zürich und Freiburg. Er lehrt und forscht seit
1970 in Oldenburg.
Dr. Thomas Berg (39), Oberassistent im Fach Anglistik des Fachbereichs 11
Literatur- und Sprachwissenschaft an der Universität Oldenburg, hat einen Ruf
auf eine C3-Professur für Anglistische Sprachwissenschaft an die Universität Hamburg
erhalten. Berg studierte in Braunschweig Anglistik und Romanistik und wurde 1986
promoviert. Seit 1990 arbeitet er an der Universität Oldenburg, wo er sich 1995
habilitierte.

- 5. Dezember 1996/234/96
Dritter Journalistenkurs an der Universität
Oldenburg. Noch bis zum 15. Januar 1997 können Bewerbungen für eine Teilnahme
an dem Journalistenkurs "CampusRadio" eingereicht werden. Der von der Pressestelle
der Universität Oldenburg initiierte und am Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung
angesiedelte Kurs richtet sich an HochschulabsolventInnen, die eine Tätigkeit
im Print-, Hörfunk- oder TV-Bereich anstreben. Der einjährige Kurs beginnt am
2. Mai 1997. Eine Förderung durch das Arbeitsamt ist nach dem Ausbildungsförderungsgesetz
kann beantragt werden.
In dem Fortbildungskurs werden bis zu siebzehn TeilnehmerInnen praxisbezogen
auf den Einstieg in den Journalismus vorbereitet. Vornehmlich PraktikerInnen aus
den verschiedenen Medienbereichen sind als DozentInnen in der Ausbildung tätig.
Sie sorgen auch dafür, daß ein großer Teil der Reportagen, Berichte und Interviews,
die die TeilnehmerInnen während ihrer Ausbildung produzieren, bei den regionalen
Medien Verwendung finden. Zentrales Produkt der praktischen Ausbildung ist das
wöchentliche Hochschulmagazin "CampusRadio", das jeden Mittwoch, (19.10 Uhr bis
20.00 Uhr) auf Radio Bremen 2 über die Universitäten Oldenburg und Bremen berichtet.
Von den dreizehn AbsolventInnen des ersten CampusRadio-Kurses, der im April
dieses Jahres zu Ende ging, sind mittlerweile zehn als Volontäre, Redakteure oder
freie MitarbeiterInnen bei Zeitungen, beim Hörfunk und Fernsehen tätig. Diese
überdurchschnittliche Vermittlungsrate sieht die Universität als Bestätigung des
sehr praxisorientierten Ausbildungskonzeptes. Darüber hinaus erhalten die TeilnehmerInnen
durch Praktika schon frühzeitig Kontakt zu regionalen und überregionalen Medien.
Derzeit werden im zweiten CampusRadio-Kurs siebzehn TeilnehmerInnen ausgebildet.
Interessenten melden sich beim Leiter des CampusRadio-Kurses, Roland Steiner,
Telefon 04417798-3681.

- 5. Dezember 1996/233/96
Treffen der DAAD-Stipendiaten
Oldenburg. Heute veranstaltete der Deutsche Akademische Austauschdienst
(DAAD) ein Treffen seiner ausländischen Stipendiaten, die sich an der Universität
Oldenburg immatrikuliert haben. Damit will die in Bonn ansässige Organisation,
die weltweit wissenschaftliche Austauschprogramme für Deutschland organisiert,
die Kommunikation unter ihren Stipendiaten fördern und herausfinden, wie man die
Aufenthalte ausländischer StudentInnen attraktiver gestalten kann. Denn immer
weniger ausländische StudentInnen wollen in Deutschland studieren. Nicht nur die
USA, sondern auch alle westeuropäischen Länder rangieren in der Beliebtheitsliste
vor Deutschland. In Oldenburg gibt es zur Zeit 25 DAAD-Stipendiaten aus 15 Ländern.
Insgesamt sind knapp 600 AusländerInnen immatrikuliert.

- 2. Dezember 1996/232/96
Fatale Kombinationswirkungen erfordern zusätzliche Untersuchungsverfahren
Umweltgifte können in Kombination größere toxische Wirkungen entfalten
Oldenburg. Harmlose Konzentrationen von Umweltgiften können in der Kombination
mit anderen Stoffen giftig wirken. Das hat die Arbeitsgruppe der Biochemikerin
Dr. Irene Witte am Fachbereich Biologie der Universität Oldenburg nachgewiesen.
Aufgrund der neuen Erkenntnisse fordert Witte die grundlegende Einbeziehung von
Kombinationswirkungen in die toxikologische Bewertung von Schadstoffen.
Wittes Arbeitsgruppe fand erstmals quantitativ heraus, in welchem Ausmaß sich
verschiedene Schadstoffe - abhängig von ihrer Konzentration - in ihrer toxischen
Wirkung im menschlichen Körper verstärken können. Sie zeigte, daß ungiftige Konzentrationen
von Einzelstoffen im Gemisch giftig wirken und zwar um so giftiger, je mehr (ungiftige)
Einzelstoffe das Gemisch enthält. Dies gilt für alle Chemikalien.
Witte erklärte in diesem Zusammenhang, angesichts der derzeitigen Risikoeinschätzung,
bei der Kombinationswirkungen keine Rolle spielten, könnten viele von Umweltgiften
verursachte Krankheiten nicht erklärt werden. Viele Erkrankte würden von ihren
Ärzten und der Gesellschaft nicht ernst genommen, weil behauptet werde, daß die
Belastung durch Umweltgifte zu gering sei, um krankmachende Wirkungen auszuüben.
"Alle Grenzwerte sind nur auf der Grundlage einer toxikologischen Einzelstoffbeurteilung
festgesetzt worden. Nicht berücksichtigt wurden die unendliche Vielfalt möglicher
Wechselwirkungen der verschiedenen Schadstoffe und ihrer Abbauprodukte im menschlichen
Körper", erklärte dazu die Oldenburger Biochemikerin.
Die neuen Untersuchungsergebnisse könnten folgenschwere Konsequenzen haben.
Es gäbe schon heute Hinweise, daß eine bestimmte Form der frühkindlichen Leberzirrhose,
die in Deutschland bereits 13 Todesopfer gefordert habe, nicht auf die Schadwirkungen
eines einzelnen Stoffes zurückzuführen sei, sondern auf synergistische Kombinationswirkungen
zwischen Kupfer- und bestimmten Umweltchemikalien, betonte Witte. Für künftige
Untersuchungsverfahren fordert sie konkret:
- Neue Kombinationspräparate (z. B. von Pestiziden) müssen umfangreicher getestet
werden. Die Zulassung von Pestizidmischpräparaten darf nicht mehr nur auf Grund
der Einzelwirkungen der enthaltenen Stoffe erfolgen. Es müssen neben der akuten
Giftwirkung auch mutagene und krebserzeugende Wirkungen des Gemischs untersucht
werden.
- Kombinationswirkungen müssen bei der Ermittlung von Schadstoffgrenzwerten
in Zukunft eine Rolle spielen, da alle bisher üblichen Verfahren den realen Bedingungen
nicht gerecht werden, so daß es zwangsläufig zu Unterschätzungen von Zusammenhängen
zwischen Umweltgiften und Erkrankungen kommt.
- Der EG-Grenzwert für die Summe der enthaltenen Pestizide im Trinkwasser von
0,5 µg/l darf nicht - wie geplant - aufgehoben werden.
Kontakt: Dr. Irene Witte, Tel.: 0441 / 798-3785

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