|
|
Pressedienst: Oktober 1996
< Übersicht/Archiv

- 31. Oktober 1996/211/96
Personalien aus der Universität
Prof. Dr. Laurenz Lachnit, Hochschullehrer für Betriebswirtschaftslehre/Rechnungswesen
an der Universität Oldenburg, hat einen Ruf auf eine C4 Professur an die
Universität Leipzig abgelehnt und wird seine Artbeit in Oldenburg fortsetzen.
Es war der dritte Ruf für den Wissenschaftler an eine andere Universität,
seit er in Oldenburg lehrt und forscht. Lachnits Spezialgebiete sind u.a. DV-gestützte
Führungsinformationssysteme und Controlling.
Prof. Dr. Eberhard R. Hilf, Hochschullehrer für Theoretische Physik an
der Universität Oldenburg, erlebte in der Nähe von Chicago (USA) die
Fortsetzung einer Tagungsreihe über "Theory of atomic and molecular
clusters 2", die er mit seiner Arbeitsgruppe 1993 auf Wangerooge ins Leben
gerufen hatte. Die nächsten Tagungen finden 1998 in Berlin und 2001 in Israel
statt.
Prof. Dr. Gerd Vonderach, Industriesoziologe an der Universität Oldenburg,
ist Leiter des neuen Instituts für Soziologie und Sozialforschung am Fachbereich
3 Sozialwissenschaften. Dem Vorstand gehören außerdem Prof. Dr. Alexander
Krafft, Prof. Dr. Anabella Weismann und für die wissenschaftlichen MitarbeiterInnen
Eileen Beyer an.
Prof. Dr. Friedrich W. Busch, Erziehungswissenschaftler und Bildungsforscher
an der Universität Oldenburg, hat die Leitung des Instituts für Erziehungswissenschaften
1 übernommen, das u.a. für die pädagogische Ausbildung von LehramtsstudentInnen
verantwortlich ist. Dem Vorstand des Instituts gehören auch Prof. Dr. Wolf-Dieter
Scholz, Prof. Dr. Wilhelm Topsch sowie Dr. Renate Hinz und Dr. Wolfgang Mischke
an.

- 31. Oktober 1996/210/96
Kunst und Herrschaft im östlichen Mitteleuropa
Oldenburg. Mit dem Vortrag "Prag als Kunstzentrum unter Kaiser Karl V"
wird am Dienstag, 5. November, 18.00 Uhr, im Vortragssaal der Bibliothek die Ringvorlesung
"Kunst und Herrschaft im östlichen Mitteleuropa" an der Universität
Oldenburg fortgesetzt.
Die Ringvorlesung findet in diesem Wintersemester zum siebten Mal im Rahmen
des interdisziplinären Projekts "Forum Mitteleuropa-Osteuropa statt.
Gewidmet ist diese Veranstaltungsreihe der Kunstgeschichte. Exemplarisch werden
Kunstlandschaften und bestimmte Zeiträume des Kunstgeschehens in Ostmitteleuropa
vorgestellt. Dadurch entsteht ein facettenreiches Bild der in Deutschland weitgehend
unbekannt gebliebenen Kunst unserer östlichen Nachbarn.
Weitere Veranstaltungstermine im November sind:
- 12. November "Wehrkirchen in Siebenbürgen"
- 19. November "Kunst in Schlesien in Reaktion auf die Hussitenbewegung"
- 26. November "Die Jagiellonen als Kunstmäzene".
Die Vorträge finden jeweils von 18.00 bis 20.00 Uhr im Vortragssaal der Bibliothek
(Uhlhornsweg) statt.

- 31. Oktober 1996/209/96
Theorie und Praxis neuer Arbeitszeitmodelle
Oldenburg. Neue Arbeitszeitmodelle und die aktuelle Entwicklung bei der Volkswagen
AG stehen im Mittelpunkt einer Vortragsveranstaltung, zu der die Kooperationsstelle
Hochschule - Gewerkschaften der Universität Oldenburg am Mittwoch, 6. November,
16.00 Uhr, Vortragssaal der Bibliothek (Uhlhornsweg), einlädt. Referenten
sind Dr. Jürgen Seifert vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut
der Hans-Böckler-Stiftung und Georgios Arwanitidis von der IG-Metall Hannover.
Neue Modelle zur Reduzierung von Arbeitszeit und zur Umverteilung von Arbeit
mit dem Ziel der Beschäftigungssicherung haben angesichts der hohen Arbeitslosigkeit
an zentraler politischer Bedeutung gewonnen. Die Volkswagen AG war schon mehrfach
Vorreiter für neue Arbeitszeitmodelle. Auch jetzt zeichnen sich durch neue
Modelle für mehr Zeitsouveränität (z.B. Arbeitszeitkonten) wiederum
mögliche Vereinbarungen zwischen der IG-Metall und dem Unternehmen ab, die
Neuland in der Geschichte bundesdeutscher Unternehmen sind.
Dr. Jürgen Seifert arbeitet an Fragen neuer Arbeitszeitmodelle und begleitet
die Entwicklung bei VW aus wissenschaftlicher Sicht. Georgios Arwanitidis ist
auf Seiten der IG-Metall an den konkreten Verhandlungen bei VW beteiligt.
Kontakt: Dr. Thea Dückert, Kooperationsstelle Hochschule - Gewerkschaften,
Telefon: 0441/798-2909

- 31. Oktober 1996/208/96
Tag der Chemie
Oldenburg. Am Donnerstag, 7. November 1996, veranstalten der Ortsverband Oldenburg
der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) und der Fachbereich Chemie der Universität
den bereits traditionellen jährlichen "Tag der Chemie". In einer
Vortragsreihe und auf Schautafeln wird am Universitätsstandort Wechloy über
die Vielfalt der aktuellen chemischen Forschungsarbeiten an der Universität
Oldenburg berichtet.
Das fachliche Spektrum reicht von der Grundlagenforschung über die Lehrerausbildung
in der Chemie bis zur angewandten Forschung im Umweltbereich und einem geochemischen
Rückblick in die Vergangenheit: "War die Sahara immer eine Wüste?".
Den Festvortrag hält um 17.30 Uhr der Präsident der GDCh, Prof Dr. Ekkehard
Winterfeldt (Universität Hannover). Neben fachlich Interessierten aus der
Stadt Oldenburg und dem Umland werden auch Gäste von der Partneruniversität
Groningen erwartet, mit der zur Zeit Gespräche über einen gemeinsamen,
grenzüberschreitenden Studiengang im Bereich der Chemie geführt werden.
Das Vortragsprogramm beginnt um 9.00 Uhr im Großen Hörsaal in Wechloy
mit einer Begrüßung durch den Ortsverbandsvorsitzenden der GDCh, Prof
Dr. Jürgen Rullkötter. Anläßlich des "Tags der Chemie"
findet auf der Ringebene des Gebäudes der Naturwissenschaften eine Laborgeräteausstellung
statt.
Das Vortragsprogramm vom Tag der Chemie im Detail:
Großer Hörsaal der Naturwissenschaften (Wechloy):
- 9.00, Eröffnung, Prof. Dr. Jürgen Rullkötter, Prof. Dr. Michael
Daxner, Prof. Dr. Ekkehard Winterfeld
- 9.30, Prof. Dr. Werner Uhl, "Verbindungen mit Aluminium-Aluminium- Gallium-Gallium-
und Indium-Indium-Bindungen - Gemeinsamkeiten und Unterschiede"
- 9.50, Prof. Dr. Manfred Weidenbruch, "Diels-Alder Reaktionen mit Disilenen"
- 10.10, Dr. Henry Strasdeit, "Bioorganische Chemie eines Koenzyms"
- 11.00, Dr. K. Bahnemann, "Freie Radikale zum Abbau von Umweltgiften:
Reaktionsmechanismen und Anwendungen"
- 11.20, Dr. Werner Butte, "Human-Biomonitoring - Bewertung der Schadstoftbelastung
des Menschen"
- 11.40, Prof. Dr. Hans-Jürgen Brumsack, "War die Sahara immer eine
Wüste?"
- 12. 00, Prof Dr. Jürgen Gmehling, "Prozeßsynthese am Beispiel
der Rektifikation"
Raum W3 2-204:
- 11.00, Prof. Dr. Walter Jansen, Marco Oetken, "Das eigentümliche
Verhalten des Aluminiums in der Spannungs- und Fällungsreihe der Metalle"
- 12.00, Jens Friedrich, "Einfluß von Nucleophilie und Basizität
bei Substitutions- und Additionsreaktionen"
- 12.30, Posterdiskussion
- 14.30 Prof. Dr. Jürgen Metzger, "Umweltverträgliche organische
Synthesen"
- 14.50, Prof. Dr Jürgen Martens, "Von der Verwertung industrieller
Abfallstoffe bis zur Stereochemie"
- 15.10, Prof. Dr. Peter Köll, "Sauersäcke - eine vielseitige
Herausforderung an den synthetischen Chemiker"
- 15.40, Prof. Dr. Erich Zeeck, "Purinderivate als Pheromone"
- 16.00, Posterdiskussion
- 17.30, Festvortrag, Prof. Dr. Ekkehard Winterfeldt, "Naturstoffe als
Leitstrukturen für Wirkstoffe"
Kontakt: Prof. Dr. Jürgen Rullkötter, Fachbereich 9 Chemie,
Tel.: 0441/970-6359

- 28. Oktober 1996/207/96
Erst lernen - dann leben?
Oldenburg. Am Dienstag, 29. Oktober 1996, 20.00 Uhr, hält der Präsident
der Universität Oldenburg, Prof. Dr. Michael Daxner, im Kulturzentrum PFL
einen Vortrag zum Thema "Erst lernen, dann leben? Jüdische Gelehrsamkeit
in Hochschulen". Der Vortrag findet im Rahmen der Jüdischen Kulturtage
"An der Schwelle zum Neuen - Im Schatten der Vergangenheit" statt.

- 25. Oktober 1996/206/96
Ausbildung von Flüchtlingen und MigrantInnen in Niedersachsen
Oldenburg. Unnötige Bürokratie und schleppende Zusammenarbeit mit den
Behörden beklagten die Organisatoren des Employment-Horizont-Projekts, ein
von der Europäischen Union (EU) und dem Land Niedersachsen finanziertes Programm
zur beruflichen und sprachlichen Qualifizierung anerkannter Flüchtlinge und
MigrantInnen. In einem Zwischenbericht zum Projektverlauf heißt es, die
mangelnde Unterstützung der Ämter habe die Vorbereitungen für die
Qualifizierungsmaßnahmen zum Teil erheblich behindert. Nur vereinzelt hätten
sich die Behörden kooperativ gezeigt.
Trotz der Startschwierigkeiten fällt die erste Bilanz des Projekts positiv
aus: Mittlerweile seien acht Qualifizierungsmaßnahmen in Niedersachsen mit
insgesamt 156 TeilnehmerInnen angelaufen. Die Flüchtlinge und MigrantInnen
seien hoch motiviert, zu lernen und sich bessere Chancen zu erarbeiten, heißt
es in dem Zwischenbericht. In Hannover beispielweise bilde die Iranische Gemeinde
in Zusammenarbeit mit dem Bildungsverein 24 Frauen in der Familien- und Kinderpflege
aus. Vor einem Monat sei eine zweite Maßnahme gestartet, die zwölf
Männer und zwölf Frauen im Bereich der Gastronomie ausbilde. Im Hinblick
auf die Expo 2000 dürften diese TeilnehmerInnen besonders gute Aussichten
auf ein Beschäftigungsverhältnis haben.
Employment-Horizon wurde im vergangenen Jahr ins Leben gerufen, um die Chancen
für Flüchtlinge und Auswanderer auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern.
Hintergrund für das EU-Projekt sind Bemühungen, die Betroffenen durch
Eingliederung ins Berufsleben auch sozial zu integrieren. Die einjährigen
Maßnahmen sehen eine fachpraktische Ausbildung und Unterricht, vor allem
in der deutschen Sprache, sowie ein anschließendes dreimonatiges Praktikum
vor. Zentral organisiert wird das Projekt vom Zentrum für wissenschaftliche
Weiterbildung an der Universität Oldenburg. Acht lokale Projektstellen in
Niedersachsen organisieren die Qualifizierungsmaßnahmen vor Ort.
Kontakt: Employment-Horizon-Projekt, Angelika Müller, Tel.: 0441/683712;
Fax: 0441/683724


- 24. Oktober 1996/204/96
Kolloquium zum 60. Geburtstag von Thomas Höpner
Oldenburg. Anläßlich des 60. Geburtstages des Biochemikers Prof. Dr.
Thomas Höpner veranstalten der Fachbereich Biologie und das Institut für
Chemie und Biologie des Meeres der Universität Oldenburg am 29. Oktober 1996
ein Kolloquium (17 Uhr, Großer Hörsaal am Standort Wechloy). Neben
dem Direktor des ICBM, Prof. Dr. Wolfgang Ebenhöh, sprechen Prof. Dr. Dr.
Wolfgangh Haber (Freising-Weihenstephan) über "Die Rolle der Fachwissenschaft
in der Ökosystemforschung" und Höpner selbst zum Thema "Kurze
Reflexion der Haber'schen Erfahrungen".
Höpner, der auch Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Meeresforschung
ist, wurde 1976 an die Universität Oldenburg berufen und hat maßgeblich
dazu beigetragen, daß die Universität im Bereich der Küstenforschung
einen international hervorragenden Ruf genießt. Er forscht seit vielen Jahren
im Rahmen der Ökosystemforschung Niedersächsisches Wattenmeer über
Stoffumsätze in Wattenmeersedimenten und betätigt sich häufig als
Gutachter und ist Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Kommissionen.. So gehörte
er u.a. der Kommission an, die sich mit den Folgen der Ölkatastrophe nach
Golkrieg beschäftigte.

- 23. Oktober 1996/203/96
Universität Oldenburg erfolgreich in der Ausbildung von Umweltwissenschaftlern
Oldenburg. Anfang Oktober hat der zehnte Kurs des einjährigen Oldenburger
Ergänzungsstudiengangs "Regenerative Energien" begonnen, in dem
sich seit 1987 über einhundert Spezialisten aus über dreißig Ländern
an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg zum Magister für Sonnen-
und Windenergienutzung haben ausbilden lassen. Die Kosten für den Aufenthalt
in Deutschland trägt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit
(BMZ) im Rahmen des vom DAAD verwalteten Postgraduiertenprogramms Süd.
Der in einem Modellversuch mit Unterstützung des Bundes und des Landes
entwickelte Kurs stützt sich auf Forschungsergebnisse der Abteilung für
Energie- und Halbleiterforschung am Fachbereich Physik der Universität Oldenburg
und verbindet theoretische Grundlagen mit Expertenerfahrungen aus Projekten in
der Dritten Welt. Die Wissenschaftler haben vor ihrem Aufenthalt in Oldenburg
bereits ein Ingenieurstudium und einige Jahre Berufserfahrung absolviert. Die
Lehrenden kommen aus den Fachbereichen Biologie, Volkswirtschaft und Physik sowie
aus der Industrie und von Entwicklungshilfeorganisationen. Exkursionen zu Industriebetrieben
und Energieanlagen, Expertenvorträge und ein zweimonatiges externes Praktikum
runden das Lehrprogramm ab. Der Unterricht findet in englischer Sprache statt,
um den Teilnehmerlnnen mehrmonatige Deutschkurse zu ersparen.
Die Absolventen des Kurses haben nach ihrer Rückkehr in ihr Heimatland
sehr gute Chancen für einen beruflichen Aufstieg. Dies gilt auch für
die bisher achtzehn deutschen Absolventen, die sich durch die Teilnahme an diesem
Studiengang für verantwortungsvolle Tätigkeiten in Betrieben oder Forschungsinstituten
qualifiziert haben.
Um den Absolventen nach ihrer Rückkehr in ihr Berufsfeld Kommunikationsmöglichkeiten
offenzuhalten und weil das Gebiet der Regenerativen Energien sich sehr schnell
erweitert, ist die Bereitstellung von aktuellen Fachinformationen für ehemalige
Teilnehmer eine wichtige Aufgabe der Geschäftsstelle des Ergänzungsstudiengangs,
die nach längerem Bemühen seitens der Universitätsleitung jetzt
für die nächsten Jahre finanziell abgesichert ist. Durch die Herausgabe
eines Newsletters, der an alle Ehemaligen verschickt wird, und durch die Beantwortung
von Anfragen, das Vermitteln von Industriekontakten und manchmal auch unkonventionellen
Hilfen bei unvorhergesehenen Problemen ist im Lauf der Jahre ein wichtiges Netzwerk
aus persönlichen Kontakten entstanden, das es auch in Zukunft zu pflegen
und zu erweitern gilt. In Zusammenarbeit mit dem Hochschulrechenzentrum ist es
gelungen, moderne elektronische Kommunikationsmittel wie das Internet in diese
Netzwerkarbeit einzubeziehen.
Ergänzt wird dieses vielseitige Ausbildungsangebot durch "Sommerschulen".
Diese zweimonatigen Kurse für Ingenieure und Projektmanager aus Unternehmen
der Partnerländer, die Solar- oder Windenergieprojekte in Zusammenarbeit
mit dem Forschungsministerium und der deutschen Industrie betreiben (ELDORADO-Programm),
werden seit 1992 in Oldenburg und Wilhelmshaven (gemeinsam mit dem deutschen Windenergie-Institut
DEWI) veranstaltet. Diese Weiterbildungsangebote haben ohne Zweifel die Attraktivität
des Forschungsstandorts Oldenburg für Fachleute aus der Dritten Welt weiter
erhöht.
Die Wissenschaftlerlnnen der Universität, die im Postgraduierten-Programm
Regenerative Energien mitarbeiten, sehen in der Verbindung von aktueller Forschung
und spezialisierten Ausbildungsangeboten sowie der Kooperation mit ausländischen
Hochschulen und Forschungseinrichtungen eine aussichtsreiche Möglichkeit,
im Wettbewerb um die knapper werdenden Drittmittel (auch auf europäischer
bzw. internationaler Ebene) zu bestehen.
Um der (universitären) Öffentlichkeit einen attraktiven Einblick
in den Themenbereich Energie zu geben, beginnt in diesem Monat eine Vorlesungsreihe
mit auswärtigen Fachleuten. Die Reihe wird am 30. Oktober um 16.15 Uhr mit
einem Vortrag von Jens-Peter Molly (Leiter des Deutschen Wind-Instituts DEWI/Wilhelmshaven)
im Großen Hörsaal in Wechloy eröffnet.
Kontakt: Dr. Konrad Blum, Ergänzungsstudiengang Renewable Energies,
Abteilung f'ür Energie- und Halbleiterforschung, Fachbereich 8 Physik, Tel.
0441/798-3212, Fax -3326, e-mail: kblum@pre.uni-Oldenburg.de


- 22. Oktober 1996/201/96
FLap zur Optimierung von Windparks
Oldenburg. FLaP, das neue Computerprogramm zur Auslegung und Optimierung von Windparks,
haben heute die Oldenburger Physiker Bernhard Lange und Hans-Peter Waldl in Wilhelmshaven
anläßlich der 3. Deutsche Windenergiekonferenz des Deutschen Windenergie
Instituts vorgestellt.
Das Programm FLaP -- Farm Layout Programm -- ist in der Abteilung Energie-
und Halbleiterforschung des Fachbereichs Physik entwickelt worden und unterstützt
PlanerInnen von Windparks dabei, für eine vorgegebene Aufstellungsfläche
eine Anordnung der Windkraftanlagen zu finden, die sowohl einen optimalen Energieertrag
als auch eine möglichst geringe Lärmbelästigung der AnwohnerInnen
gewährleistet. Insbesondere wegen der Lärmbelästigung ist die Akzeptanz
von Windenergie in der Vergangenheit deutlich gesunken, obwohl sie - weil ohne
Schadstoffausstoß und CO2-Emissionen - allgemein als Zukunftsenergie angesehen
wird. Die Software ermöglicht beides, betonen die Nachwuchswissenschaftler:
die optimale Ausnutzung der Windenergie auf den in Deutschland dafür nur
begrenzt zur Verfügung stehenden Flächen und wenig Lärm.
Grundlage für FLaP waren die anwendungsorientierten Forschungsarbeiten
im Bereich der Windparks, die vom Bundesforschungsministerium, dem Land Niedersachsen
und von Stromversorgern, darunter die EWE, gefördert wurden. Auf Basis dieser
Forschung ist das Computerprogramm FLaP in enger Zusammenarbeit mit Ingenieurbüros
entstanden, die Windparks planen. Ein gutes Beispiel, so die Softwareentwickler
Lange und Waldl, für eine gelungene Kooperation zwischen Forschung und Anwendung.
In der Abteilung Energie- und Halbleiterforschung (ehemals Physik Regenerativer
Energiequellen) wird seit 1979 wissenschaftlich auf dem Gebiet der Windenergienutzung
gearbeitet. Dabei sind Fragen der Windparkauslegung nur eine der Forschungsaktivitäten
der Arbeitsgruppe. Andere Forschungsschwerpunkte sind die Untersuchung der Netzanbindung
von Windturbinen und die Bestimmung des Windpotentials, beispielsweise in den
Mittelgebirgen.
Einen Überblick über ihre Forschung und Dienstleistungen gibt die
Gruppe auf der der DEWEK angegliederten Messe. Auf der parallel laufenden wissenschaftlichen
Konferenz DEWEK'96 ist die Universität Oldenburg mit Beiträgen in den
Bereichen Windparks, Windpotentialbestimmung, Rotorblattlasten, Netzanbindung
von Windkraftanlagen und Akustik vertreten.
Kontakt: Bernhard Lange und Hans-Peter Waldl, Telefon: 0441/798-3577

- 21. Oktober 1996/200/96
Personalien aus der Universität
Oldenburg. Dr. Niels Knolle, Lehrender für musiktherapeutische Ausbildung
am Fachbereich 2 Kommunikation/Ästhetik der Universität Oldenburg, hat
einen Ruf als Hochschullehrer für Musikpädagogik an die Hochschule für
Musik in Köln abgelehnt. Knolle ist Mitglied der Strukturkommission Musikförderung,
die u.a. Kriterien für die zukünftige Förderpolitik des Landes
Niedersachsen entwickelt.
Oldenburg. Prof. Dr. Jürgen Parisi, Hochschullehrer für Energie-
und Halbleiterforschung am Fachbereich 8 Physik der Universität Oldenburg,
ist wissenschaftlicher Leiter der Tagung "Nichtlineare Physik komplexer Systeme",
die im November 1996 im Physikzentrum Bad Honnef stattfindet. Diese Veranstaltung
wird jährlich als Tagungsreihe des Arbeitskreises Nichtlineare Physik von
Parisi organisiert. 1995 nahm Parisi den Ruf an die Universität Oldenburg
an.

- 21. Oktober 1996/199/96
Braucht das Abendland die jüdische Tradition?
Oldenburg. "Braucht das Abendland die jüdische Tradition? Zur Frage
der Krise in den Geisteswissenschaften" lautet der Titel eines Vortrages,
den Prof. Dr. Evelyne Goodman-Thau (Halle/Jerusalem) Mittwoch, 23. 10. 1996, 20.00
Uhr im Kulturzentrum PFL hält. Goodman-Thau war im Sommersemester 1993 Gastprofessorin
der Karl Jaspers Vorlesungen zu Fragen der Zeit an der Universität Oldenburg.
Die Philosophin, eine exzellente Kennerin der jüdischen Religions- und Geistesgeschichte,
befaßt sich vornehmlich mit der wechselseitigen Beeinflussung und Befruchtung
von Judentum und abendländischer Kultur. Ihr Vortrag am Mittwoch findet im
Rahmen der Jüdischen Kulturtage "An der Schwelle zum Neuen - Im Schatten
der Vergangenheit" statt.

- 21. Oktober 1996/198/96
Kinderkultur - Kindermedienkultur
Oldenburg. Am 25. Oktober 1996, 18.00 Uhr, Raum A1 0-007, wird mit dem Vortrag
"Kinderkultur - Kindermedienkultur" von Prof. Dr. Heinz Hengst (Bremen),
eine Vortragsreihe Medienpädagogik an der Universität Oldenburg eröffnet.
Hengst ist Mitglied des Instituts für Popular- und Kinderkultur an der Universität
Bremen und wird sich in seinem Vortrag mit der Rolle der heutigen Medienangebote
im Alltag von Kindern beschäftigen. Die Vortragsreihe wird vom Zentrum für
wissenschaftliche Weiterbildung (ZWW) und dem Fachbereichen 1 Pädagogik und
2 Kommunikation/Ästhetik veranstaltet.

- 20. Oktober 1996/197/96
Das Zwiegespräch: Weg der Intensivierung von Partnerschaft
Oldenburg. "Die Wahrheit beginnt zu zweit. Das Paar im Gespräch"
ist das Thema eines Vortrages, den der bedeutende Psychoanalytiker, Paartherapeut
und Initiator von Selbsthilfenetzwerken, Prof. Michael Lukas Moeller (Universität
Frankfurt/M), am Freitag, 25. Oktober 1996, im Vortragssaal der Universitätsbibliothek
hält.. Einen Tag später bietet Moeller ein Seminar für Paare an.
Moellers neuestes Buch "Worte der Liebe. Erotische Zwiegespräche"
illustrieren die leicht zu erlernende Methode, mit der Paare ihre Liebe und Partnerschaft
zu vertiefen und auch bei Konflikten das gegenseitige Verständnis und den
Respekt voreinander bewahren können.
Das Entscheidende in diesen Zwiegesprächen ist, wie Moeller schreibt,
daß man immer über das spricht, was einen selbst bewegt: Wie man sich,
den Anderen, die Beziehung, das eigene Leben erlebt. Man bleibt also bei sich.
Das Gespräch ist wirklich offen. Äußern und Zuhören sollten
möglichst gleich verteilt sein. Schweigen und Schweigenlassen, wenn es sich
ergibt. So sind ausgeschlossen: Bohrende Fragen, Drängen und sanfte oder
heftige Versuche, den anderen einfach zu übergehen. Sich wechselseitig einfühlbar
zu machen ist das erste Ziel wesentlicher Gespräche.
Das Seminar für Paare, die das Zwiegespräch unter Anleitung von
Moeller kennenlernen und erste Erfahrungen damit machen möchten, steht am
26. Oktober 96 unter dem Titel "Plötzliche Anwesenheit eigentlich Abwesender.
Zwiegespräche für Paare" Der Psychotherapeut wird dann die Gesprächsregeln
und ihre Funktion erklären. Im Rahmen des Seminars sprechen die Paare bzw.
dazu bereite Zweipersonen-Gruppen miteinander vertraulich und bestimmen dabei
den Inhalt des Gesprächs selbst. Moeller erörtert aber - je nach Wunsch
der Paare - die Wirkungen der Gespräche und gibt Unterstützung bei ev.
auftretenden Problemen. (9.30 bis 18.00 Uhr ebenfalls im Bibliothekssaal der Universität
- Teilnahmegebühr 15o,-DM für Paare, 100,-DM für Einzelpersonen).
Inzwischen sind in sieben Städten aus solchen Veranstaltungen dauerhafte
und sehr erfolgreiche Zwiegesprächsnetzwerke entstanden, die regelmäßig
untereinander ihre Erfahrungen austauschen und in größeren Abständen
Fortgeschrittenenseminare organisieren.
Der Vortrag mit Lesung und das Seminar werden von der Psychosozialen Beratungsstelle
der Universität und dem Studentenwerk veranstaltet und von der Carl von Ossietzky-Buchhandlung
unterstützt. Nachfragen und Voranmeldungen sind bei der Beratungstelle (798-4400)
und in der Buchhandlung (13949) möglich.

- 15. Oktober 1996/196/96
Neue Broschüre: "Studieren in Oldenburg"
Oldenburg. Für junge Menschen, die sich für ein Studium an der Universität
Oldenburg interessieren, hat die Universität eine neue vierfarbige Informationsbroschüre
herausgegeben. Das 32 Seiten starke Heft ist mit assoziativen Fotomontagen des
Malers und Graphikers Reimar Lützen ausgestattet, die nicht nur den Kopf,
sondern auch die Sinne ansprechen und gleichzeitig ein Gefühl für die
Komplexität von Wissenschaft vermitteln sollen. Neben kurzen Texten über
alle Fächer mit den verschiedenen Abschlüssen wird über das Leben
an der Universität, über die Angebote des Studentenwerks und über
das Wohn- und Kulturangebot in Oldenburg informiert. Die Broschüre kann beim
Immatrikulationsamt der Universität Oldenburg, 26111 Oldenburg, gegen Portokosten
(3,--DM in Briefmarken) angefordert werden.

- 15. Oktober 1996/195/96
"Reisen in Irland"
Oldenburg. "Reisen in Irland" ist das Thema einer Ausstellung, die noch
bis zum 19. Oktober in der Universitätsbibliothek zu sehen ist. Gezeigt wird,
auf welche Art und mit welchen Verkehrsmitteln seit Beginn des 19. Jahrhunderts
bis in die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts in Irland und nach Irland gereist wurde.
Die Ausstellung ist ein Beitrag der Universitätsbibliothek zur Frankfurter
Buchmesse, deren Generalthema in diesem Jahr "Irland und seine Diaspora"
ist und zum bundesweiten "Day of Irish Life in Germany".
In 35 Literaturtiteln, die zwischen 1777 und 1920 in deutscher Sprache erschienen
sind, geben Reisende ihre Eindrücke vom Land, den wirtschaftlichen, politischen
und sozialen Verhältnissen und den Menschen wieder. Daneben werden in großformatigen
Reproduktionen die damals möglichen Reisewege per Schiff von England, die
inneririschen staatlichen und privaten Kutschenlinien und die Binnenschifffahrtswege
dargestellt. Auch die Verkehrsmittel, die Postkarren, Mail- und Stage-Coaches
und die Binnenschiffe werden in Reproduktionen zeitgenössischer Darstellungen
gezeigt.
Der zu dieser Ausstellung erschienene Katalog befaßt sich mit den Gründen
für das besondere Interesse an Irland in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts,
das im Wesentlichen politischer Natur war. Er beschreibt die Entwicklung der Transportwege
von England nach Irland und in Irland selbst und zitiert teilweise recht ausführlich
aus den gezeigten Werken, die im Original nur noch schwer zugänglich sind.
Der Katalog ist vorerst nur in der Universitätsbibliothek zum Preis von
DM 14,- erhältlich.
Kontakt: Rainer Söcknick-Scholz, Universitätsbibliothek,
Tel.: 0441/798-2292oder -4055

- 10. Oktober 1996/194/96
Deichsicherheit und Naturschutz - ein Widerspruch?
Oldenburg. BUND kontra Deichausbau. Bevölkerung und Deichverbände kontra
BUND. Seitdem Naturschützer die Deichverstärkung im Bereich Cäciliengroden/Dangast
gerichtlich stoppen ließen, fühlen sich die Küstenbewohner in
ihrer Sicherheit bedroht. Wie ist die Sachlage aus wissenschaftlicher Sicht zu
beurteilen? Für Dr. Horst Sterr und Prof. Dr. Wolfgang Ebenhöh vom Wissenschaftlichen
Sekretariat Klimaänderung und Küste am Institut für Chemie und
Biologie des Meeres (ICBM) an der Universität Oldenburg steht fest: Der Deichbau
muß angesichts der Meeresspiegelentwicklung an der Nordsee intensiviert
werden - aber nicht auf Kosten des öklogisch und wirtschaftlich wertvollen
Deichvorlandes. Eine akute Gefährdung für die Küstenbewohner bestehe
indes nicht, betonen die Wissenschaftler. Nachfolgend ein Beitrag der Klimaexperten
im Wortlaut:
"In den letzten Wochen war in den Medien viel von den aktuellen Küstenschutzmaßnahmen
im Bereich Cäciliengroden/Dangast die Rede. An einem an sich "normalen"
Vorgang, nämlich einer dort seit vielen Jahren geplanten Deicherhöhung
und -verstärkung, entzündeteten sich überraschenderweise die Gemüter
der Küstenbevölkerung. Alte, bereits vergessen geglaubte Konflikte zwischen
Deichverbänden und Naturschützern brachen auf, als der BUND einen einstweiligen
Stopp des Deichbaus erwirkte, weil bei der Baumaßnahme entgegen den geltenden
Naturschutzverordnungen größere Eingriffe seeseitig des Deichfusses
erfolgt waren. In einer großen Lichterkette auf dem Deich brachten viele
der Deichanwohner ihre Sorge zum Ausdruck, daß nun die Sicherheit von Land
und Leben an diesem Küstenabschnitt dem Naturschutz geopfert werden könnte.
Was kann man als Wissenschaftler zu dieser Sorge und zu den Vorbehalten der Naturschützer
gegen die laufende Baumaßnahme sagen ?
In der Tat ergibt sich aus Sicht deutscher und auch internationaler Forschungsgruppen,
daß die Anstrengungen im Küstenschutz langfristig intensiviert werden
müssen. Die Ergebnisse neuester Untersuchungen zeigen, daß an der Nordseeküste,
wie auch an vielen anderen Küstenabschnitten der Erde, infolge der zunehmenden
globalen Temperaturerhöhung (der vom Menschen verursachte Treibhauseffekt
wird bis zum Jahr 2100 auf ca. 2,5° C geschätzt) mit beschleunigtem Meeresspiegelanstieg
und wohl auch häufigeren bzw. höheren Sturmfluten zu rechnen ist. Für
die deutsche Nordseeküste wird die Rate des künftigen Meeresspiegelanstiegs
derzeit mit 50-60 cm pro Jahrhundert veranschlagt, während er in den letzten
hundert Jahren ca. 25 cm betrug. Damit gilt für die tiefliegenden Nordseemarschen
prinzipiell, daß Küstenschutz weiterhin nicht nur unverzichtbar ist,
sondern die Deichplanung längerfristig (d.h. über die nächsten
Jahrzehnte) dieser klimatischen und hydrographischen Entwicklung angepaßt
werden muß.
Diese Erkenntnisse dürfen allerdings nicht als Notsignal für die
Sicherheit der Bewohner am Jadebusen interpretiert werden. Die dort begonnenen
Maßnahmen der Deicherhöhung und -verstärkung sind seit 1986 im
Generalplan Küstenschutz für Niedersachsen vorgesehen, weil der alte
Deich am Cäciliengroden den neuen Bemessungsgrundlagen (100jährige Deichsicherheit)
nicht mehr entspricht. Seit diesem Jahr besteht aber auch der Nationalpark Niedersächsisches
Wattenmeer, dessen Grenze am Deichfuß endet. Eingriffe in das Deichvorland
und die Salzwiesen sollen entsprechend der neuen Gesetzgebung (Bundesnaturschutzgesetz,
Nationalparkgesetz) auf ein Minimum beschränkt bleiben bzw. sind vorab einer
Umweltverträglichkeitsprüfung zu unterziehen. Auch im Licht der wissenschaftlichen
Erkenntnisse zur Küstenveränderung unter verstärktem Klimadruck
erscheinen diese Auflagen sinnvoll, denn:
Wattflächen und Salzwiesen vor dem Deich sind - zusätzlich zu ihrem
hohen ökologischen Wert als einzigartige Lebensräume - wichtig als Energiepuffer
bei Sturmfluten. Es sind aber eben diese Vordeichsgebiete, die bei höher
auflaufenden Wasserständen oder stärkerem Seegang besonders stark in
ihrem Erhalt bedroht sind. Ihre zusätzlichen Funktionen, z.B. als Nährstoff-
und Schadstofffilter für die Nordsee, als Aufwuchsgebiete für Fische
und Muscheln oder als Naturerlebnisräume für Touristen, sind ohnehin
bislang nie aus ökonomischer Sicht bewertet worden. Der hier verborgene "ökologische
Nutzwert" ist kaum in DM und Pfennig zu beziffern; er dürfte nach internationalen
Vergleichsschätzungen aber kaum geringer sein als der der landwirtschaftlich
genutzten Flächen (gleicher Größe) hinter dem Deich.
Aber auch unabhängig von diesen ökologischen Überlegungen kann
die Frage gestellt werden, ob es sinnvoll ist, Material aus dem Deichvorland zu
entnehmen oder nicht. Es ist nicht bekannt, ob die Materialbilanz zwischen Aufwuchs
und Abtrag in der gegebenen Situation positiv oder negativ ist. Jedoch ist bei
zunehmendem Energieeintrag und steigendem Meeresspiegel sowie bei der gegebenen
Festlegung der Inseln und der Deichlinie eher mit einem Nettoverlust zu rechnen.
Dies wäre u.a. in einem Umweltverträglichkeitsgutachten zu prüfen,
ehe man Material aus dem Deichvorland entnimmt.
Daraus ergibt sich aus wissenschaftlicher Sicht eine klare Schlußfolgerung:
Aus der Erkenntnis, daß die künftigen Deichbemessungen der Meeresspiegelentwicklung
folgen müssen, läßt sich keine akute Gefährdung der Bevölkerung
am Jadebusen (oder sonstwo) ableiten. Aber Küstenschutz wird künftig
teuerer sein als in der Vergangenheit, zum einen weil die Küstenschutzbauten
schneller als bisher einem zunehmenden Sturmflutrisiko angepaßt werden müssen;
und zum anderen, weil dies nicht auf Kosten der Vordeichsflächen geschehen
darf. Unsere Arbeitsgruppe hat bereits darauf hingewiesen, daß sogar lokale
Deichrückverlegungen längerfristig in die Küstenschutzplanungen
aufgenommen werden könnten, um etwaige stärkere Erosiontrends im Bereich
der Watten und Salzwiesen abzumildern. In anderen Ländern, z.B. Großbritannien,
Niederlande aber auch Schleswig-Holstein, gehören solche Überlegungen
inzwischen zur politischen aber auch gesellschaftlichen Alltagsdiskussion über
Küstenschutz. Wie die Emotionalisierung der Stimmung anläßlich
der Lichterkettenaktion gezeigt hat, sind wir davon in Niedersachsen noch ein
Stück weit entfernt. Zu dieser Emotionalisierung tragen auch der Unbedingtheitsanspruch
und die Kompromißlosigkeit bei, mit der Deichverbände und Naturschützer
ihre Positionen öffentlich vortragen. Man hört die Argumente der Gegenseite
nicht.
Bei genauer Betrachtung erkennt man schnell, daß es eigentlich nicht
so sehr um verschiedene Grundpositionen zwischen Küstenschutz und Naturschutz
geht, sondern ums Geld: Würden schon jetzt genügend Mittel für
den Küstenschutz bereitgestellt, um die Art des Deichbaus zu realisieren,
die sowohl der Bevölkerung als auch dem Küstenökosystem zugute
kommt, wäre das Problem automatisch entschärft. Die Behörden, die
ja Küstenschutz und Naturschutz gemeinsam betreiben, sollten also offenlegen,
daß pro Deichkilometer künftig mehr Geld veranschlagt werden muß.
Hier ist natürlich nicht nur das Land sondern auch die Bundesregierung gefordert,
die 70% aller Küstenschutzaufwendungen trägt. Leider tendiert unsere
Gesellschaft in einer Zeit der knappen Kassen aber dazu, noch mehr als bisher
die Naturressourcen als "kostenloses Kapital" einzusetzen bzw. zu verbrauchen.
Die Anzeichen (auch aus der Sicht des Intergovernmental Panel on Climate Change
im jüngst veröffentlichten Klimabericht) sprechen derzeit dafür,
daß die Kosten einer solchen Politik später umso höher ausfallen."
Kontakt: Wissenschaftliches Sekretariat Klimaänderung und Küste
am Institut f. Chemie und Biologie des Meeres der Universität Oldenburg,
Dr. Horst Sterr, Tel.: 0441/798-5235; Prof. Dr. Wolfgang Ebenhöh, Tel.: 0441/798-3231

- 9. Oktober 1996/193/96
Feierstunde für Erstsemester
Oldenburg. Mit einer Feierstunde werden Montag, 14. Oktober, die Erstsemester
an der Universität Oldenburg begrüßt. Der Dekan des Fachbereichs
Biologie, Prof. Dr. Ulrich Kattmann, und Vizepräsident Prof. Dr. Siegfried
Grubitzsch sprechen die Grußworte. Den Festvortrag zum Thema "Wissenschaft
- wertfrei oder wertvoll?" hält Prof. Dr. Peter Fischer, Wissenschaftshistoriker
an der Universität Konstanz. Für den musikalischen Rahmen sorgt die
Big Band der Universität unter der Leitung von Bernhard Mergner. Organisiert
wurde die Begrüßungsfeier in diesem Jahr vom Fachbereich Biologie.
Beginn ist um 11.15 Uhr im Großen Hörsaal am naturwissenschaftlichen
Standort Wechloy.

- 9. Oktober 1996/192/96
Kompositionswettbewerb zum Werk Ossietzkys
Oldenburg. Carl von Ossietzkys geistig-politischer Hintergrund und die Bedeutung
seines Schaffens für unsere Zeit sind Thema des 4. Kompositionswettbewerbs,
den der Uni-Chor der Universität Oldenburg für professionelle und nicht
professionelle Komponisten ausschreibt. Die eingereichten Arbeiten sollen geeignet
sein, Leben und Werk des Namensgebers der Universität Oldenburg lebendig
zu erhalten.
Eingreicht werden können Chorwerke a capella oder mit Klavierbegleitung,
mit kleinem Instrumentalensemble, mit Vokalisten, Sprechern oder einer Mischform
der Besetzungsmöglichkeiten. Inhalt können Zitate aus Ossietzkys journalistischem
Werk, seinen Briefen und sonstigen Lebensdokumenten, aber auch andere Texte aus
damaliger oder heutiger Zeit sein. Die Kompositionen sollen in der Einstudierung
leicht bis mittelschwer sein und eine Aufführungsdauer von zehn Minuten nicht
überschreiten. Das preisgekrönte Werk, für das ein Geldpreis ausgesetzt
ist, soll im Anfang Februar 1998 im Forum Uni-Chor uraufgeführt werden.
Einsendungen nimmt der Leiter des Uni-Chors, Manfred Klinkebiel, bis zum 30.
September 1997 entgegen.
Kontakt: Manfred Klinkebiel, Universität Oldenburg, Fachbereich 2
Kommunikation/ Ästhetik, 26111 Oldenburg, Tel.: 0441/85823

- 8. Oktober 1996/191/96
Beratung für Gasthörende
Oldenburg. Am Mittwoch, 9. Oktober, und Donnerstag, 10. Oktober, findet jeweils
in der Zeit von 10.00 bis 12.00 Uhr eine spezielle Studienberatung für Ältere
Studierende und Gasthörende der Universität Oldenburg statt. Die Beratung
wird von Älteren Studierenden in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für
wissenschaftliche Weiterbildung (ZWW) im Raum A 10 0-009 durchgeführt. Unter
der Telefonnummer 0441/798-4420 besteht außerdem die Möglichkeit der
telefonischen Beratung.

- 8. Oktober 1996/190/96
150 Chemie-Ingenieure tagen in Oldenburg
Oldenburg. Mit der Fachausschußsitzung "Thermodynamik" der Gesellschaft
Verfahrenstechnik und Chemie-Ingenieurwesen, dem Thermodynamik-Kolloquium der
VDI-Gesellschaft Energietechnik sowie der Sitzung des DECHEMA*)-Arbeitsausschusses
"Ingenieurdaten" finden in dieser Woche gleich drei hochkarätige
ingenieurwissenschaftliche Fachtagungen an der Universität Oldenburg statt.
Gemeinsame Schwerpunkte der Veranstaltungen sind die für die Auftrennung
von Stoffgemischen und die Durchführung chemischer Prozesse benötigten
Methoden und Daten, Strömungs- und Verbrennungsvorgänge sowie Kälte-
und Solartechnik. Organisator vor Ort ist Prof. Dr. Jürgen Gmehling (Fachbereich
9, Lehrstuhl für Technische Chemie), dem es nach längeren Bemühungen
gelungen ist, diese renommierte Veranstaltung mit etwa 150 Teilnehmern aus Hochschule
und Industrie nach Oldenburg zu holen.
Gmehlings Arbeitsgruppe beschäftigt sich seit mehr als zwanzig Jahren
mit der Entwicklung von Berechnungsmethoden, Computerprogrammen und Datenbanken
sowie umfangreichen experimentellen Untersuchungen im Bereich der angewandten
Thermodynamik. Dabei wurden im Verlauf dieser Zeit mehrere Lehrbücher und
mehr als dreißig umfangreiche Tabellenwerke publiziert, die von Ingenieuren
in aller Welt intensiv genutzt werden.
Kontakt: Dr. Jürgen Rarey, Technische Chemie, Telefon 0441/798-3846,
Fax 0441/798-3330
*)Deutsche Gesellschaft für chemischen Apparatebau, Chemische Technik
und Biochemie

- 7. Oktober 1996/189/96
"Schönes Land Amerika"
Ostfriesische Auswanderung in die USA im 19. Jahrhundert
Oldenburg. "Wollt ihr nicht auch in dieses schöne Land Amerika kommen?"
lautet der Titel einer Ausstellung, die sich mit der Auswanderungswelle im Ostfriesland
des 19. Jahrhunderts beschäftigt. Vom 9. bis 24. Oktober werden in der Sparkasse
Leer (Mühlenstraße) historische Materialien und Bilder aus dem heutigen
Iowa, dem Land, das seinerzeit die meisten ostfriesischen Auswanderer anlockte,
gezeigt. Die Austellung wurde von dem Projekt "Routes to the Roots"
und der Forschungsstelle "Niedersächsische Auswanderer in den USA"
an der Universität Oldenburg unter der Leitung von Dr. Wolfgang Grams zusammengestellt.
Gezeigt werden historische Karten, Grafiken, Lithographien, Karikaturen, Fotografien
von Reiseführern und Emigrationsanträge. Darüber hinaus kann in
Schiffahrts- und Auswandererlisten nach emigrierten Verwandten gestöbert
werden. Die Ausstellung möchte Aufschluß über die Ursachen der
Auswanderungswelle geben, die um 1850 den Norden und Nordwesten Deutschlands erreichte.
Beleuchtet werden die Motive der Auswanderer, die Bedingungen der transatlantischen
Reise und die Siedlungsmöglichkeiten in den USA.
Zwischen 1820 und 1930 verließen rund 6 Millionen Deutsche ihre Heimat
Richtung Vereinigte Staaten von Amerika. Ostfriesland zeichnete sich durch eine
besonders hohe Emigrantenrate aus, wobei nach 1850 überdurchschnittlich viele
Auswanderer aus der Krummhörn kamen.

- 7. Oktober 1996/188/96
Irland-Woche in der Universitätsbibliothek
Oldenburg. "Irland und seine Diaspora" ist das Generalthema der diesjährigen
Buchmesse. Parallel zu den Veranstaltungen in Frankfurt werden von einer bundesweiten
Initiative von Irland-FreundInnen viele dezentrale Veranstaltungen durchgeführt,
so auch von der Oldenburger Universitätsbibliothek:
Vom 7. bis zum 19. Oktober ist eine Ausstellung mit dem Titel "Reisen
in Irland - im Spiegel älterer Reiseberichte" im Eingangsbereich der
Bibliothek zu sehen. Hierzu erscheint ein ausführlicher und kommentierter
Katalog.
Am 11. Oktober berichtet die Oldenburger Studentin Jutta Foltin von ihren Erfahrungen
während eines Austauschsemesters am University College in Cork/Irland.
Am 15. Oktober spricht Dr. Priscilla Metscher (Fachbereich 11 Literatur- und Sprachwissenschaften)
über "Irish History in Folksong".
Am 17. Oktober hält Prof. Dr. Dr. Nicolaus Heutger (Fachbereich 3 Sozialwissenschaften)
einen Lichtbildervortrag über das "Book of Kells".
Alle Vorträge finden im Vortragssaal der Universitätsbibliothek
statt. Beginn ist jeweils um 19.00 Uhr.
Im Rahmen der Irland-Woche findet auch das 16. Bibliothekskonzert statt. Die
Oldenburger Gruppe "RAVEN" spielt am 16. Oktober irische und schottische
Folkmusik (20.00 Uhr, Vortragssaal der Bibliothek; Eintritt: 15 DM, ermäßigt
10 DM, Abendkasse).
Kontakt: Rainer Soecknick-Scholz, (e-mail: soecknick-scholz@bis.uni-oldenburg.de
, Tel. 798-2292 oder -4055).

- 7. Oktober 1996/187/96
Ozon-Ansagedienst der Universität vorerst eingestellt
Oldenburg. Der Ozon-Ansagedienst der Arbeitsgruppe Physkalische Umweltanalytik
(AG PUMA) der Universität Oldenburg hat seinen Informationsservice vorerst
eingestellt. Die WissenschaftlerInnen werden aber auch weiterhin die Ozon-Werte
messen und die Entwicklung verfolgen. Ob der Ansagedienst im nächsten Sommer
wieder aufgenommen werden kann, ist noch fraglich. "Derzeit fehlen die finanziellen
Mittel, um diese Dienstleistung auch in Zukunft anbieten zu können",
erklärte Dr. Jochen Pade von der AG PUMA. "Allerdings bemühen wir
uns noch auf verschiedenen politischen Ebenen um Unterstützung, damit Oldenburg
nicht wieder ein weißer Fleck auf der Ozon-Landkarte wird", so Pade.
Die sommerliche Ozonbelastung fiel 1996 etwas geringer als im Vorjahr aus.
Der EU-Schwellenwert für die Information der Bevölkerung von 180 (g/m3
(Mikrogramm pro Kubikmeter) wurde im Sommer 1996 an zwei Tagen überschritten
(1995 waren es vier, 1994 zehn Tage). Die höchste Belastung erlebte Oldenburg
ausgerechnet zum "Tag der Umwelt" am 6. Juni; damals wurden 218 (g/m3
in Wechloy und 245 (g/m3 auf dem Marktplatz gemessen. Der EU-Schwellenwert zum
Schutz der Vegetation (Tagesmittelwert von 65 (g/m3) wurde an 25 der rund 150
Meßtage überschritten.
Kontakt: Dr. Jochen Pade, Telefon/Fax 0441/798-3482/3201; e-mail pade@uwa.physik.uni-oldenburg.de
(Das beiliegende Diagramm zur Ozonbelastung 1996 in Oldenburg kann im Original
angefordert werden.)

- 4. Oktober 1996/186/96
Universitätsmedaille für Heiko Wandscher
Oldenburg. Anläßlich seiner Verabschiedung in den Ruhestand ist Oberstadtdirektor
Heiko Wandscher die Universitätsmedaille verliehen worden. Damit sollten
die langjährigen Verdienste Wandschers um den Aufbau und die Entwicklung
der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg gewürdigt werden, sagte
Universitätspräsident Prof. Dr. Michael Daxner. Der Geehrte war, so
Daxner, "gegenüber den Entwicklungsplänen der Universität
ebenso aufgeschlossen wie er die wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung der
Hochschule in Stadt und Region früh erkannte und auch zu einem Anliegen der
Stadt machte". Gerade dort, wo die Zusammenarbeit nicht selbstverständlich
sei, sei er ein sachkundiger und letztlich für die Universität sehr
hilfreicher Verhandlungspartner gewesen.

- 2. Oktober 1996/185/96
Ausbildung "Systemische Sozialberatung"
Oldenburg. Noch bis zum 1. November 1996 können sich InteressentInnen für
die vom Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung (ZWW) der Universität
Oldenburg angebotene zweieinhalbjährige berufbegleitende Weiterbildung "Systemische
Sozialberatung" bewerben.
Die Weiterbildung richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sowohl
in sozialen pädagogischen Berufsfeldern als auch im Bereich der Gesundheitsarbeit
tätig sind. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein abgeschlossenes
Hochschul- oder Fachhochschulstudium der Richtung Pädagogik, Sozialarbeit
oder Sozialpädagogik. Informationen erteilt das ZWW, Abteilung für psychosoziale
Weiterbildung, Dr. Joseph Rieforth, Telefon 0441/798-2268.

- 2. Oktober 1996/184/96
Semester-Eröffnung für Gasthörende
Oldenburg. Die Eröffnungsveranstaltung für Gasthörende der Universität
Oldenburg im kommenden Wintersemester findet am Dienstag, 8. Oktober, um 11.00
Uhr im Vortragssaal der Bibliothek (Ulhornsweg) statt.
Die Veranstaltung informiert über das Gasthörerstudium (Studium
generale). Darüber hinaus berichten Ältere Studierende über ihre
Erfahrungen mit dem Studium generale und den Arbeitskreis älterer Studierender.
Am Dienstagnachmitag, 14.00 Uhr findet eine Uni-Erkundung statt, bei der der
Lernort Universität näher kennengelernt werden kann. Am Mittwoch, 9.
Oktober, gibt es von 14.00 bis 16.00 Uhr für die Gasthörenden eine Bibliotheksbesichtung.
Treffpunkt ist jeweils der Vorraum der Bibliothek am Ulhornsweg.

|