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Pressedienst: Mai 1997
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  • 29. Mai 1997/145/97

    "Das Avant-Garde Cello"

    Oldenburg. Am Mittwoch, 4. Juni, 20.00 Uhr, setzt das Fach Musik der Universität Oldenburg eine mehrteilige Kolloqiumsreihe mit dem Vortrag "Das Avant-Garde Cello" des englischen Cellisten und Komponisten C. V. Graham Waterhouse (London/München) fort. Veranstaltungsort ist der Kammermusiksaal (Ammerländer Heerstraße). Waterhouse hat sich durch zahlreiche internationale Aufführungen seiner Kompositionen sowie sein Mitwirken in renommierten Orchestern einen Namen gemacht. Zuletzt leitete er die Uraufführung des Werkes "Hale-Bopp" für Streichorchester mit dem Schweizer "Orchestre d'Yverdun".

  • 28. Mai 1997/144/97

    Personalien aus der Universität

    Oldenburg. Prof. Dr. Henry Strasdeit, Hochschullehrer für Anorganische Chemie, hat die Verwaltung einer C4-Professur am Fachbereich 9 Chemie der Universität Oldenburg übernommen. Nach Studium und Promotion in Münster und einem Forschungsaufenthalt an der Universität Leiden (Niederlande) kam er 1986 nach Oldenburg. Als Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Fonds der Chemischen Industrie (Liebig-Stipendium) habilitierte er sich hier 1993. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Koordinationschemie und Bioanorganische Chemie. In seiner Arbeitsgruppe werden u.a. Modellverbindungen für die Blockierung von Enzymen durch toxische Schwermetalle untersucht.

    Prof. Dr. Hilbert Meyer, Hochschullehrer für Schulpädagogik am Fachbereich 1 Pädagogik der Universität Oldenburg, wurde zum Vorsitzenden des Übergangsvorstandes des neu gegründeten Didaktischen Zentrums (DiZ) gewählt. Sein Stellvertreter ist Prof. Dr. Ulrich Kattmann, Hochschullehrer für Didaktik der Biologie am Fachbereich 7. Die Geschäftsführung liegt beim Leiter des Zentrums für pädagogische Berufspraxis (ZpB), Detlef Spindler.

  • 28. Mai 1997/143/97

    Technische Chemie auf der ACHEMA

    Oldenburg. Vielfältig präsentiert sich die Technische Chemie der Universität Oldenburg auf der Frankfurter ACHEMA '97, der weltweit größten Ausstellungstagung der stoffumwandelnden Industrie. Vom 9. bis zum 14. Juni 1997 stellen die Arbeitsgruppen um Prof. Dr. Jürgen Gmehling, Prof. Dr. Frank Rößner und Dr. Axel Brehm mit computerunterstützten Präsentationen, auf Schautafeln und in Vorträgen neueste Forschungsergebnisse vor (Halle 2.1 - Forschung und Innovation). Themenschwerpunkte sind Mischphasenthermodynamik, computergestützte Synthese, die Auslegung und Optimierung chemischer Prozesse sowie die heterogene Katalyse und Reaktionstechnik an zeolithischen Katalysatoren. Darüber hinaus werden Mitarbeiterlnnen der Technischen Chemie als sachverständige AusstellungsführerInnen tätig sein. An einem Studienzyklus der ACHEMA nehmen im Rahmen einer mehrtägigen Exkursion 30 ChemiestudentInnen der Universität Oldenburg teil.

    Die ACHEMA wird alle drei Jahre von der Deutschen Gesellschaft für chemischen Apparatebau, chemische Technik und Biotechnologie (DECHEMA) in Frankfurt/Main veranstaltet. An der ACHEMA nehmen mehrere hunderttausend Vertreter aus Wissenschaft und Industrie teil. Mehr als 3.000 Aussteller aus 50 Ländern präsentieren in diesem Jahr neueste Entwicklungen und Forschungsergebnisse der chemischen Technik, des Umweltschutzes und der Biotechnologie.

    Kontakt: Prof. Dr. Jürgen Gmehling, Technische Chemie, Tel.: 0441/798-3831.

  • 28. Mai 1997/142/97

    Australischer Forschungspreis für Oldenburger Neurobiologen Weiler

    Oldenburg. Für seine Forschungsbeiträge zur neuronalen Verarbeitung in der Netzhaut ist Prof. Dr. Reto Weiler (50), Neurobiologe am Fachbereich 7 Biologie der Universität Oldenburg, mit dem Internationalen Forschungspreis des Australian Research Council ausgezeichnet worden. Der mit 75.000 australischen Dollar dotierte Preis, vergleichbar mit dem Humboldt-Forschungspreis, wird jährlich an WissenschaftlerInnen für international herausragende Forschungsleistungen vergeben. Mit der Auszeichnung ist ein halbjähriger Forschungsaufenthalt an einer australischen Wissenschaftseinrichtung verbunden.

    Neben seinen Beiträgen zur Analyse der Netzhaut wurde Weiler mit der Auszeichnung vor allem auch für seine erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Center for Excellence for Vision, Touch and Hearing Research an der University of Queensland gewürdigt. In dem auch von der Volkswagen-Stiftung unterstützten deutsch-australischen Forschungsvorhaben werden die neuronalen und molekularen Mechanismen, die die Basis für die Helligkeitsanpassung in der Netzhaut bilden, untersucht.

    Nach seinem Biologiestudium in Zürich ging Weiler als wissenschaftlicher Assistent an die Universität München, wo er 1977 promovierte und sich 1982 habilitierte. 1986 erhielt er einen Ruf auf einen Lehrstuhl für Neurobiologie und Ethologie an die Universität Oldenburg. 1990 wurde er mit dem Max-Planck-Forschungspreis ausgezeichnet, 1995 in den Beirat für das Entwicklungsvorhaben "Retina-Implantat" des Bundesforschungsministerium berufen. Darüber hinaus war er 1995 maßgeblich an der Einrichtung des Sonderforschungsbereichs "Neurokognition" der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für die Universitäten Oldenburg und Bremen beteiligt.

    Kontakt: Prof. Dr. Reto Weiler, Neurobiologie, Fachbereich 7 Biologie, Tel.: 0441/798-2581, e-mail: weiler@biologie.uni-oldenburg.de

  • 27. Mai 1997/141/97

    Lesung und Gespräch mit Adolf Muschg

    Oldenburg. Auf Einladung des Oldenburger Germanisten Prof. Dr. Manfred Dierks und des Oldenburger Kunstvereins ist am 2. Juni der Schweizer Schriftsteller Adolf Muschg zu Gast in der Huntestadt. Im Haus des Kunstvereins, Damm 2a, wird ab 20 Uhr eine Lesung mit dem bekannten Gegenwartsautor veranstaltet. Zur aktuellen Diskussion über das Nazigold in Zürcher Banken wird der Literat seine Argumentationen im soeben erschienen Essay-Band "Wenn Auschwitz in der Schweiz liegt" vorstellen. Ferner werden Auszüge aus dem Parzival-Roman "Der Rote Ritter" und aus unveröffentlichten Arbeiten vorgetragen. Im Anschluß der Lesung steht der Autor zu einem Gespräch bereit.

    Adolf Muschg gilt als einer der wichtigsten Gegenwartsautoren der deutschen Literatur und wird in der Schweiz gleichrangig mit Frisch und Dürrenmatt gesehen. Er ist derzeit der erste Leiter des schweizerischen Wissenschaftskollegs "Collegium Helveticum" und Berater des Solidaritätsfonds, mit dem die Schweiz auf die Vorwürfe in der Nazigold-Affäre reagiert.

    Kontakt: Prof. Dr. Manfred Dierks, Fachbereich 11 Literaturwissenschaften, Telefon 798-3048.

  • 26. Mai 1997/140/97

    HRK-Senat tagt in der Universität

    Oldenburg. Der Senat der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) tagt am 3. Juni in der Universität Oldenburg. Das 47köpfige Gremium, dem auch der Präsident der Universität Oldenburg, Prof. Dr. Michael Daxner, angehört, tritt viermal im Jahr zusammen, davon zweimal in Bonn und zweimal in Universitäten. Er bereitet unter der Vorsitz von Präsident Prof. Dr. Hans-Uwe Erichsen (Universität Münster) die Entscheidungen des HRK-Plenums vor.

    Einen Tag vor der Senatssitzung tagen bereits der HRK-Vorstand, das Präsidium und die Vorsitzenden der Fakultätentage und Fachbereichstage in Oldenburg.

    Pressetermine:

    • Am 2. Juni empfängt für die Landesregierung Wissenschaftsministerin Helga Schuchardt um 19.30 Uhr im Theatersaal des Schlosses den Senat der Hochschulrektorenkonferenz.
    • Wie bereits von der Hochschulrektorenkonferenz mitgeteilt wurde, findet ein Pressegespräch mit HRK-Präsident Prof. Dr. Hans-Uwe Erichsen und Prof. Dr. Michael Daxner am Dienstag, 3. Juni 1997, 14.00 Uhr, in der Gästemensa, Uhlhornsweg, statt.

  • 26. Mai 1997/139/97

    Eröffnung der Karl Jaspers-Vorlesungen II durch Quine

    Oldenburg. Als "hohe Ehre" hat der Direktor des Instituts für Philosophie, Prof. Dr. Michael Sukale, die Zusage des 89jährigen amerikanischen Philosophen Willard Van Orman Quine gewertet, die Eröffnungsvorlesung zur feierlichen Wiederaufnahme der Karl Jaspers-Vorlesungen an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg am 5. Juni 1997 zu halten. Sein Thema: "The Growth of Mind and Language". Auf derselben Veranstaltung um 16.00 Uhr in der Aula der Universität wird er den beiden habilitierten NachwuchswissenschaftlerInnen Dr. Dr. Brigitte Falkenburg (Universität Heidelberg) und Dr. Ralf Naumann (Universität Düsseldorf) die erstmals verliehenen und mit je 10.000 Mark dotierten Karl Jaspers-Preise übergeben.

    Zwei Tage zuvor, am 3. Juni 1997, erhält Quine, viele Jahre Professor an der Harvard University, die Ehrendoktorwürde der Universität Oldenburg. Quines Verdienst liegt in der Vermittlung, Fortführung und Kritik der Forschungsprogramme des Logizismus auf Grundlage der von Russell und Whitehead von 1910 bis 1913 publizierten Principia Mathematica. Sein 1960 erschienenes Buch Word and Objekt (deutsch 1976: Wort und Gegenstand) ist eines der Hauptwerke der Philosophie des 20. Jahrhunderts. Quine wurde damit u.a. zum Wegbereiter der transdisziplinären Wissenschaftsforschung, die seit etwa 20 Jahren die soziale Konstruktion wissenschaftlicher Erkenntnisse (vor allem in den Naturwissenschaften) untersucht. Ferner lieferte er wichtige Beiträge für die Gebiete der formalen Logik, der Erkenntnistheorie und der Sprachphilosophie. Im vergangenen Jahr wurde er mit dem in Japan vergebenen und mit 500.000 Dollar dotierten Kyoto-Preis ausgezeichnet.

    Die von der Stiftung Niedersachsen geförderten Karl Jaspers-Vorlesungen an der Universität Oldenburg wurden auf Initiative von Prof. Dr. Rudolf zur Lippe 1990 eingerichtet, um das bestehende Lehrangebot im Bereich Philosophie durch interdisziplinär orientierte WissenschaftlerInnen zu erweitern und in die Universität einen verstärkten Dialog mit der Öffentlichkeit zu Fragen der Zeit zu tragen . 1995 wurden sie von der UNESCO als deutscher Beitrag der Weltdekade für kulturelle Entwicklung ausgezeichnet. Gäste der Vorlesungen waren u.a. Lew Kopelew, Carl Friedrich von Weizsäcker, Ivan Illich (Mexiko), Hans-Georg Gadamer, Humberto Maturana (Chile), Marcel Tshiamalegna (Nigeria), Vandana Shiva (Indien), Eveline Goodman-Thau (Israel) und Jaenne Hersch (Schweiz). Nach zweijähriger Unterbrechung werden die Jaspers-Vorlesungen in diesem Jahr mit einem anderen Konzept fortgesetzt. Wiederum werden sie von der Stiftung Niedersachsen gefördert. Gäste werden neben einer Reihe namhafter PhilosophInnen aus dem In- und Ausland verstärkt NachwuchswissenschaftlerInnen sein.

    Kontakt: Institut für Philosophie, Telefon: 0441/798-2299


  • 23. Mai 1997/138/97

    Auslandserfahrungen in der Europäischen Union

    Oldenburg. "Praktikum im Ausland - Organisation und Finanzierung" lautet ein Vortrag von Friedrich Uhrmacher (Euro Info Centre, Osnabrück) am 27. Mai, 18.00 Uhr, im Vortragssaal der Universitätsbibliothek. Veranstalter ist das Projekt "Studierende und Arbeitswelt" am Fachbereich 1 Pädagogik der Universität Oldenburg in Zusammenarbeit mit dem EG-Hochschulbüro. Vorgestellt wird das EU-Programm "Leonardo da Vinci", das StudentInnen aller Fachrichtungen Auslandserfahrungen innerhalb der Europäischen Union ermöglicht.

  • 23. Mai 1997/137/97

    Neurobiologe aus Harvard hält Vortag

    Oldenburg. "Concerted firing of ganglion cells in the retina" ist der Titel eines Vortrages, den der Neurobiologe Dr. Markus Meister von der Harvard University, Cambridge, am Montag, 26. Mai 1997, 12.15 Uhr, Raum W3 1-152 (Wechloy) hält. Der Vortrag wird vom Sonderforschungsbereich 517 "Neuronale Grundlagen kognitiver Leistungen" der Universitäten Oldenburg und Bremen organisiert.

  • 23. Mai 1997/136/97

    Gastprofessor am Institut für Jüdische Studien

    Oldenburg. Prof. Dr. Gad Arnsberg, Hochschullehrer für Geschichte und Leiter der Internationalen Abteilung am Beit Berl College (Israel), ist im Sommersemester 1997 als Gastprofessor am Institut für Jüdische Studien (FB 3). Arnsberg, der an den Universitäten Frankfurt a.M. und Tel Aviv Volkswirtschaft, Geschichte und Politik studiert hat, promovierte 1986 in Tel Aviv. Er ist zur Zeit u.a. an einem Sammelband über ein gemeinsames Symposium des Beit Berl College und der Universität Oldenburg über "Konzepte der Lehrerausbildung und Elemente eines Studienganges Europäische Studien" beteiligt.

  • 22. Mai 1997/121/97

    Erstmals werden Karl Jaspers Preise vergeben

    Oldenburg. Die beiden habilitierten NachwuchswissenschaftlerInnen Dr. Dr. Brigitte Falkenburg (Universität Heidelberg) und Dr. Ralf Naumann (Universität Düsseldorf) sind die ersten Träger des Karl Jaspers-Preises der Carl von Ossietzky Universtät Oldenburg und der Stiftung Niedersachsen. Der mit je 10.000 DM dotierte Preis ist mit einer Lehrverpflichtung an der Universität Oldenburg im Wintersemester 1997/98 verbunden und wird den Ausgezeichneten am 3. Juni im Rahmen einer Festveranstaltung von dem US-amerikanischen Philisophen Willard V. O. Quine übergeben, der die Ehrendoktorwürde der Universität erhält.

    Falkenburg arbeitet im Grenzbereich von Physik und Philosophie an einer Neuinterpretation des Substanzbegriffs, Naumann an der Neuinterpretation des Realitätsproblems im Bereich von Linguistik und Philosophie. Die Ehrungen würdigen die Originalität ihrer Forschungsansätze und die Weiterführung systematischer und historischer Fragestellungen.

    Die von der Stiftung Niedersachsen geförderten Karl Jaspers Vorlesungen an der Universität Oldenburg, in deren Rahmen die Preise vergeben werden, wurden auf Initiative von Prof. Dr. Rudolf zur Lippe 1990 eingerichtet, um das bestehende Lehrangebot im Bereich Philosophie durch interdisziplinär orientierte WissenschaftlerInnen zu erweitern und in die Universität einen verstärkten Dialog mit der Öffentlichkeit zu Fragen der Zeit zu tragen. 1995 wurden sie von der UNESCO als deutscher Beitrag der Weltdekade für kulturelle Entwicklung ausgezeichnet. Gäste der Vorlesungen waren u.a. Lew Kopelew, Carl Friedrich von Weizäcker, Ivan Illich (Mexiko), Hans-Georg Gadamer, Humberto Maturana (Chile), Marcel Tshiamalegna (Nigeria), Vandana Shiva (Indien), Eveline Goodman-Thau (Israel) und Jaenne Hersch (Schweiz). Nach zweijähriger Pause werden die Jaspers-Vorlesungen in diesem Jahr mit einem anderen Konzept fortgesetzt. Gäste werden jetzt verstärkt NachwuchswissenschaftlerInnen sein.

    Kontakt: Dr. Reinhard Schulz (Philosophie),Universität Oldenburg, Tel.: 0441/798-2299

  • 22. Mai 1997/135/97

    Es wird spannend!

    Oldenburg. "E...staremo freschi!", zu deutsch: "Es wird spannend werden!", ist der Titel eines Vortrags der Pianistin und Komponistin Siegrid Ernst am 28. Mai, 18.00, im Kammermusiksaal der Universität Oldenburg (Ammerländer Heerstraße). Veranstalter ist das Fach Musik, das in einer Kolloquiumsreihe KomponistInnen einlädt. Nach ihrem Musikstudium in Heidelberg, Frankfurt und Wien und einer sechsjährigen Kompositionsausbildung werden Kompositionen von Siegrid Ernst aus so unterschiedlichen Bereichen wie Kammermusik, Orchesterwerk und Spielmusik für Kinder heute weltweit aufgeführt.

    Kontakt: Prof. Violeta Dinescu, Fachbereich 2 Kommunikation/Ästhetik, Tel.: 0441/798-2027

  • 21. Mai 1997/134/97

    "Schätze der Bibliothek"

    Oldenburg. Vom 28. Mai bis zum 18. Juli sind in der Bibliothek der Universität Oldenburg (Ebene Kunst/Musik) in der Ausstellung "Die Schätze des BIS, Erschließungsformen einer Kunstsammlung" die Ergebnisse einer Lehrveranstaltung des Faches Kunst zu sehen. Gezeigt werden Objekte, die die StudentInnen in Auseinandersetzung mit bibliothekseigenen Künstlerbüchern und Buchobjekten gestaltet haben. Über ein Semester haben sie sich mit einem der künstlerischen Buchobjekte befaßt und dabei individuelle "Beziehungsgeschichten" zu "ihrem" Objekt entwickelt. Diese "Beziehungsgeschichten" wurden von den StudentInnen in "zweiten Kunstwerken" vergegenständlicht. Veranstalter des fachdidaktischen Seminars war Prof. Gert Selle (Fachbereich 2 Kommunikation/Ästhetik) in Zusammenarbeit mit Christiane Dierks (Bibliothek).

    Die Künstlerbücher- und Buchobjekt-Sammlung der Bibliothek besteht aus etwa 400 Werken internationaler KünstlerInnen der wichtigsten Strömungen der Gegenwartskunst (Fluxus, Mail-Art, Pop-Art, Konzeptuelle Kunst). Durch künstlerische Verfremdung sind die "Bücher" der Sammlung im traditionellen Sinne nicht mehr lesbar.

    Kontakt: Christiane Dierks, Bibliothek, Tel: 0441/798-2278

  • 20. Mai 1997/133/97

    Grüttemeier Hochschullehrer für Niederländische Literaturwissenschaft

    Oldenburg. Prof. Dr. Rolf Grüttemeier ist seit dem Sommersemester 1997 Hochschullehrer für Niederländische Literaturwissenschaft am Fachbereich 11 Literatur- und Sprachwissenschaft der Universität Oldenburg. Grüttemeier studierte Niederländische Philologie, Germanistik und Geschichte in Aachen, Köln und Amsterdam (Niederlande), wo er 1994 auch promovierte. Bevor Grüttemeier nach Oldenburg kam, lehrte und forschte er an den Universitäten Köln, Amsterdam und Ankara. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Niederländische Literaturgeschichte, die Interpretationstheorie und die Beziehung zwischen Recht und Literatur.

  • 20. Mai 1997/132/97

    Frank neuer Institutsleiter

    Oldenburg. Prof. Dr. Dr. h. c. Götz Frank, Rechtswissenschaftler am Fachbereich 4 Wirtschafts- und Rechtswissenschaften der Universität Oldenburg, ist zum neuen Geschäftsführenden Leiter des Juristischen Seminars gewählt worden. Er löst Prof. Dr. Thomas Blanke ab. Frank, der seit 1989 in Oldenburg lehrt und forscht, wurde 1994 von der Universität Le Havre (Frankreich) für sein erfolgreiches Bemühen um das Modell des deutsch-französischen Doppeldiploms mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet.

  • 15. Mai 1997/131/97

    Jenseits musikalischer Avantgarde

    Oldenburg. Am 21. Mai, 18.00 Uhr, halten die Musiktheoretiker und Komponisten Babette Koblenz und Hans Christian von Dadelsen im Kammermusiksaal der Universität Oldenburg (Ammerländer Heerstraße) gemeinsam einen Vortrag mit dem Titel "Ein neues rhythmisches Plateau jenseits von Avantgarde und Minimal". Veranstalter ist das Fach Musik.

    Koblenz und von Dadelsen haben beide an der Hamburger Musikhochschule u.a. bei György Ligeti studiert. Koblenz hat zahlreiche Werke für Chor, Orchester, Ensemble u.a. verfaßt und ist mit mehreren Preisen ausgezeichnet worden. Ihre zentrale Arbeit gilt der Entwicklung neuer Formen des Musiktheaters und der Oper, auch im Hinblick auf eine neuartige Gesangsstilistik. Von Dadelsen arbeitet im Bereich neuer harmonischer und rhythmischer Modelle sowie der Analyse und Transkription außereuropäischer Musik. Ein gemeinsames Werk von 1989/90 ist das Figuren-Musiktheater "Ikarus".

    Kontakt: Prof. Violeta Dinescu, Fachbereich 2 Kommunikation/Ästhetik, Tel.: 0441/798-2027

  • 14. Mai 1997/130/97

    Das Ohr als Chip

    Oldenburg. Der Gehörsinn des Menschen weist eine Reihe von faszinierenden Eigenschaften auf, die sich mit elektronischen Schaltungen und empfindlichsten computergesteuerten Meßgeräten nur teilweise erreichen lassen. So ist die kleinste wahrnehmbare Schall-Leistung um den Faktor 1.000.000.000.000 (eine Billion) kleiner als der lauteste verarbeitbare Schall. Außerdem kann das Ohr die Stimme eines Menschen unter äußerst unterschiedlichen akustischen Gegebenheiten heraushören, z.B. im Partylärm, auf der Straße oder über Telefon - eine Fähigkeit, bei der auch die modernsten Telekommunikationseinrichtungen enormen Nachholbedarf haben.

    Diese Gehöreigenschaften für technische Einrichtungen wie Telefon, Sprachsteuerung für den Computer und Hörgeräte nutzbar zu machen, ist erklärtes Ziel einer Forschungsgruppe unter der Leitung des Oldenburger Physikers und Arztes Prof. Dr. Dr. Birger Kollmeier, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird und Anfang Mai an der Universität Oldenburg ihre ersten Ergebnisse präsentierte. "Wir benutzen eine Nachbildung der Signalverarbeitung im Ohr, die sich in bisherigen Computerexperimenten als sehr vorteilhaft bei der automatischen Spracherkennung und der Überwachung der Sprachübertragungsqualität von Mobiltelefonen erwiesen hat", betont Kollmeier. Ziel der Arbeiten ist ein "Gehör-Chip", der beispielsweise Diktiergeräte, Computer und Telefone mit "intelligenten Ohren" versehen soll. Dies wird durch eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den Informatik-Arbeitsgruppen von Prof. Dr. Bärbel Mertsching (Universität Hamburg) und Prof. Dr. Wolfgang Nebel (Universität Oldenburg) ermöglicht, die auf den Entwurf und die Optimierung von integrierten Schaltungen spezialisiert sind.

    An der Universität Oldenburg konnten Teilergebnisse bereits von einer studentischen Projektgruppe vorgestellt werden, die im Rahmen eines einjährigen praxisorientierten Entwicklungsprojektes gegen Ende des Informatik-Studiums durchgeführt wurde. "Unsere Studenten haben dabei mit viel Engagement den ersten Teil einer gehörgerechten Sprachverarbeitung, die "Gammatone-Filterbank`, in einen Chip-Schaltungsentwurf umgesetzt", kommentiert Nebel den Erfolg der interdisziplinären Projektgruppe, die gemeinsam von den Fachbereichen Informatik und Physik unterstützt wird. Aber es bleibt noch viel zu tun: Der fertige Chip muß genügend klein sein und darf vor allem nicht zu viel Strom fressen - auch in dieser Hinsicht hat das menschliche Ohr unerhörte Vorteile.

    Kontakt: Prof. Dr. Dr. Birger Kollmeier, AG Medizinische Physik, Fachbereich 8 Physik, Tel: 0441/9706-470, Prof. Dr. Wolfgang Nebel, Fachbereich 10 Informatik, Entwurf Integrierter Schaltungen, Tel.: 0441/798-4519 bzw. -4517.

  • 14. Mai 1997/129/97

    Weiterbildung zum Spielleiter

    Oldenburg. Gemeinsam mit dem Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung (ZWW) veranstaltet die Arbeitsstelle "Szenisches Spiel und Theater als Lern- und Forschungspraxis" der Universität Oldenburg ab Juni eine zweijährige berufsbegleitende Weiterbildung zum/zur Spielleiter/in. Die Fortbildung "Pädagogische Praxis und teambezogene Supervision mit Mitteln des Szenischen Spiels" umfaßt 15 Wochenendseminare mit 280 Unterrichtsstunden und richtet sich an alle, die in schulischer und außerschulischer Bildungsarbeit tätig sind. Anmeldeschluß ist der 30. Mai 1997. Eine ausführliche Broschüre kann beim ZWW, Telefon 0441/798-4422, angefordert werden.

  • 14. Mai 1997/128/97

    Schubert-Matinee

    Oldenburg. Eine Schubert-Matinee mit Originalkompositionen für Klavier vierhändig, dargeboten von Kaoru und Paul Lyddon, Honolulu (USA), findet am Pfingstmontag, 19. Mai 1997, 11.00 Uhr, im Kammermusiksaal der Universität Oldenburg, Ammerländer Heerstraße, statt. Auf dem Programm stehen die drei Märsche D-Dur (D. 733), acht Variationen auf ein Thema in As-Dur (D. 813) und die Sonate C-Dur (D. 812), bekannt als "Grand Duo". Das Konzert findet im Rahmen der Pfingsttagung "Astrologie und Musik" statt, die unter der Leitung des Musikwissenschaftlers Prof. Dr. Wolfgang Martin Stroh vom Fach Musik veranstaltet wird.

    Zum Auftakt findet am Sonnabend, 17. Mai 1997, 20.00 Uhr im Kammermusiksaal ein Konzert mit Installationen unter dem Thema "Sternenklang im 20. Jahrhundert" statt. Eintritt: 15 Mark (ermäßigt 10 Mark) für jede Veranstaltung, Vorbestellungen: 0441/8850593.

  • 12. Mai 1997/126/97

    Hickel über Währungsunion und Arbeitsmarkt

    Oldenburg. Über die "Europäische Währungsunion und Arbeitsmarktentwicklung" hält der Bremer Volkswirt Prof. Dr. Rudolf Hickel einen Vortrag am Mittwoch, 14. Mai 1997, 16.00 Uhr, in der Universität Oldenburg (Standort Wechloy, Raum W2 - 1-148). Hickel wurde von der Kooperationsstelle Hochschule-Gewerkschaften zu dem Vortrag eingeladen.

  • 12. Mai 1997/125/97

    Musik und Astrologie

    Oldenburg. Unter der Leitung des Musikwissenschaftlers Prof. Dr. Wolfgang Martin Stroh veranstaltet das Fach Musik am 17. und 18. Mai in der Universität Oldenburg eine Tagung zum Thema "Astrologie und Musik". Im Mittelpunkt stehen vertonte Geburtshoroskope in Beziehung zu astrologischen Deutungen. Mit Hilfe der in Oldenburg entwickelten Musiksoftware "MIDI-Planetarium" wurden im vergangenen Sommer die Horoskope von 55 Personen vertont. Die empirisch erfaßten Hörerfahrungen sollen auf der Tagung vorgestellt werden. In Grundsatzreferaten entwickeln die in der Bundesrepublik auf dem jeweiligen Feld bekanntesten WissenschaftlerInnen einen größeren Problemhintergrund und unterziehen einzelne Vertonungen einer qualitativen Analyse. Abschließend soll die Verwendung von Musik in der astrologisch orientierten psychologischen Praxis diskutiert werden. Konzerte, Installationen, Demonstrationen und Meditationsangebote begleiten die Tagung. Alle Veranstaltungen finden im Kammermusiksaal der Universität Oldenburg, Ammerländer Heerstraße, statt. Die Tagung beginnt am 17. Mai um 16.00 Uhr mit dem Vortrag "Sphärenharmonie und astrologische Musik im Abendland" von Stroh.

  • 12. Mai 1997/ 124/97

    Boeder neuer Dekan

    Oldenburg. Prof. Dr. Winfried Boeder, Hochschullehrer für Linguistik und Kommunikationstheorie mit dem Schwerpunkt Anglistik an der Universität Oldenburg, ist zum Dekan des Fachbereichs 11 Literatur- und Sprachwissenschaften gewählt worden. Boeder studierte vergleichende Sprachwissenschaft und klassische Philologie in Freiburg und Hamburg. 1961 promovierte er in Freiburg, 1967 habilitierte er sich in Hamburg. 1973 nahm Boeder den Ruf nach Oldenburg an die neu gegründete Universität an. Grammatiktheorie, Sprachtypologie und kaukasische Sprachen sind seine Forschungsschwerpunkte.

  • 12. Mai 1997/123/97

    Sonderpädagogik und Behindertenhilfe

    Oldenburg. Unter dem Titel "Sonderpädagogik und Behindertenpädagogik zwischen Tradition und Moderne" findet am 22. Mai 1997 eine Fachtagung des Instituts für Sonderpädagogik, Prävention und Rehabilitation an der Universität Oldenburg statt, zu der etwa 400 TeilnehmerInnen erwartet werden. Die Tagung wendet sich an alle in pädagogischen Einrichtungen der schulischen und außerschulischen Sonderpädagogik und Behindertenhilfe tätigen Fachleute. In Vorträgen, Workshops, Arbeitsgruppen und Ausstellungen wird ein Programm vorgestellt, das von der Frühförderung und der schulischen sonderpädagogischen Förderung bis zur außerschulischen Behindertenhilfe reicht. FachvertreterInnen der Universitäten, des Kultusministeriums und verschiedener Verbände habe ihre Teilnahme zugesichert.

    Kontakt: Prof.. Dr. Heinz Neukäter, Tel.: 0441/798-3659, Fax: 0441/798-2012

  • 9. Mai 1997/122/97

    "Die Unschärfe der Zeit"

    Oldenburg. Mit Jens-Peter Ostendorfs Veranstaltung "Die Unschärfe der Zeit" setzt das Fach Musik der Universität Oldenburg am 14. Mai, 18.00 Uhr, Kammermusiksaal (Ammerländer Heerstraße), sein KomponistInnenkolloquium fort.

    Bereits mit 17 Jahren führte Ostendorf, der heute Professor an der Universität Bremen ist, seine ersten Kompositionen auf. Er studierte an der Staatlichen Hochschule für Musik in Hamburg und war als Stipendiat der Stadt Mitarbeiter im Kompositionsstudio Stockhausen sowie an der Kollektivkomposition "Musik für ein Haus" in Darmstadt. Mit 25 Jahren übernahm er die Leitung der Bühnenmusik am Thalia-Theater in Hamburg. Es folgten Studien- und Arbeitsaufenthalte in Florenz, in der Villa Massimo (2mal), in der "Cité Internationale des Arts" und im "IRCAM" in Paris, in der Sahara und auf der Insel Djerba.

    Ostendorfs musikalisches Denken kreist beständig um den Zeitbegriff. Der Flüchtigkeit des Hörens versucht er sinnlich wahrnehmbare musikalische Gestalten entgegenzusetzen, die als Erinnerung immer wieder verfügbar sind. Die geschlossene musikalische Form ist für ihn gestaltete Zeit. Der Komponist erarbeitete u.a. als Auftragswerk der Hamburgischen Staatsoper "William Ratcliff" nach Heinrich Heine, für den Süddeutschen Rundfunk "William Ratcliff - Psychogramme für Orchester" und für den Norddeutschen Rundfunk zum hundertsten Geburtstag Richard Wagners "Mein Wagner" für großes Orchester. Ostendorf hat zahlreiche Funktionen im Musikleben. Er ist u.a. Vorstandsmitglied im Deutschen Komponisten-Interessenverband, im Deutschen Musikrat, in der Gesellschaft für Neue Musik und Mitglied des Aufsichtsrates der GEMA.

  • 9. Mai 1997/120/97

    Wandel in der Arbeitsorganisation und Qualifizierungsstrategien

    Oldenburg. Etwa 20 französische Unternehmer und Manager aus mittelständischen Betrieben der Automobilindustrie nehmen am Workshop "Wandel in der Arbeitsorganisation und Qualifizierungsstrategien" teil, der am Mittwoch, 14. Mai 1997 von 12.30 bis 18.00 Uhr in der Aula der Universität Oldenburg stattfindet. Der Workshop wird in Zusammenarbeit mit dem Studienprojekt Berufliche und Betriebliche Weiterbildung und der Arbeitsstelle Dialog der Universität Oldenburg sowie dem Bildungswerk der Niedersächsischen Volkshochschulen veranstaltet. Dabei sollen Fragen der wirtschaftlichen, technischen, sozialen Entwicklungen, der Veränderungen in der Organisation der Arbeit sowie den erforderlichen Bildungs- und Qualifizierungsprozessen behandelt werden. Die Thematik wird aus der Perspektive des Mittelstandes und der Großunternehmen sowie aus der Sicht von Arbeitnehmerinteressen diskutiert.

    Grundlage des Workshops ist eine seit 1996 bestehende Kooperation der drei Veranstalter in einem von der Europäischen Union geförderten deutsch-französischen Projekt mit der Bezeichnung "autoform". Das Qualifizierungsprojekt bietet berufliche Weiterbildung und Personalentwicklungsplanungen für Betriebe in der Automobil-Zulieferindustrie. In der Pilotregion Oldenburg/Diepholz sind 16 Betriebe beteiligt.

    Kontakt: Dr. Herbert Schwab, Institut für Erziehungswissenschaft I, Tel.: 0441/798-2031

  • 9. Mai 1997/119/97

    Entwickle dein kreatives Potential

    Oldenburg. Das Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung (ZWW) der Universität Oldenburg bietet in der Zeit vom 29. Mai bis zum 7. Juni 1997 Veranstaltungen zum Thema "Entwickle dein kreatives Potential" mit Nancy Shipley Rubin (Honolulu, Hawaii) an. Rubin will Menschen darin unterstützen, Beziehungen zu verstehen und Klarheit in Entscheidungsprozesse zu bringen. Am Donnerstag, 29. Mai 1997, 20.00 Uhr, Raum A6 1-111, wird die Referentin ihre Arbeitsweise vorstellen. Am Freitag, 30. Mai 1997 schließt sich ein zweitägiges Kompaktseminar an. Für die Zeit 2. bis 5. Juni 1997 steht Rubin für persönliche Beratungen zur Verfügung. Für das Seminar und Beratungstermine ist eine Anmeldung notwendig. Tel.: 0441/798-2268, Fax: 0441/798-4411.

  • 7. Mai 1997/118/97

    Projekt zur Koedukation

    Oldenburg. Nach fast zweijähriger Vorbereitungsphase startet im Sommer an der Universität Oldenburg der niedersächsische Schulversuchsverbund Soziale Integration in einer Jungen- und Mädchengerechten Grundschule. Die wissenschaftliche Leitung liegt bei Prof. Dr. Astrid Kaiser, Fachbereich 1 Pädagogik. Das Vorhaben wird vom Niedersächsischen Kultusministerium und dem Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie gefördert sowie vom Kultusministerium Sachsen-Anhalt unterstützt.

    Der Schwerpunkt des dreijährigen Schulversuchs liegt im Raum Oldenburg. Er besteht aus einem Versuchsprogramm mit Erprobung des in Oldenburg entwickelten Konzeptes eines kommunikativen Sachunterrichts und pädagogische Maßnahmen einer differenzierten Koedukationspraxis ab dem 1. Schuljahr. Außerdem sind Supervision, Elternbildungsarbeit und Fortbildung der LehrerInnen an den Versuchsschulen fester Bestandteil. Neben Kaiser werden eine KoordinatorIn, eine SupervisorIn und eine WissenschaftlerIn für die Begleitforschung am Projekt beteiligt sein, für Vergleichsuntersuchungen sind DoktorandInnen sowie eine Habilitantin vorgesehen.

    Lehrkräfte aus den kooperierenden Bundesländern Niedersachsen und Sachsen-Anhalt nehmen an Projektfortbildungen in Oldenburg teil und adaptieren Teile des Entwicklungskonzeptes. Das Forschungskonzept der Begleitforschung besteht methodisch aus teilnehmender Beobachtung, Videoanalysen, Gruppen- und Einzelinterviews, einer für dieses Projekt adaptierten und modifizierten Social-Screening-Methode sowie verschiedenen qualitativen und quantitativen punktuell einzusetzenden Forschungsinstrumenten.

    Kontakt: Prof. Dr. Astrid Kaiser, Fachbereich Pädagogik, Tel.: 0441/798-2032

  • 7. Mai 1997/117/97

    KörperSkulpturKörper

    Oldenburg. Vom 12. bis 16. Mai zeigt das Fach Kunst der Universität Oldenburg unter dem Titel "KörperSkulpturKörper" Ergebnisse einer Übung zum Thema Körper und Skulptur. Die von dem Kunstpädagogen Prof. Gert Selle geleitete Übung hatte zum Ziel, den Begriff der Skulptur über das traditionelle Repertoire plastischen Gestaltens hinaus praktisch und theoretisch zu erweitern, wie dies in einer Annäherung an Gegenwartskunst geschehen muß. Für Konzept und Realisation der Ausstellung zeichnet eine Gruppe StudentInnen verantwortlich. Die Ausstellung in der Galerie der Universität (hinter dem Unikum) wird mit einer Performance am Montag, 12. Mai, 18.00 Uhr eröffnet und ist täglich von 17.00 bis 20.00 Uhr geöffnet.

  • 7. Mai 1997/116/97

    Das friesische Steinhaus - herrschaftlicher Sitz und architektonisches Vorbild

    Oldenburg. Das für die Region Weser-Ems so typische friesische Steinhaus war nicht nur der mittelalterliche Herrschaftssitz bäuerlicher Grundherren, es beeinflußte auch die Architektur der Städte zwischen Ijsselmeer und Unterweser. Dies schreibt Prof. Dr. Kurt Asche, der Architekturgeschichte an der Universität Oldenburg lehrt, in der jetzt erschienenen Ausgabe (Nr. 25) von EINBLICKE, dem Forschungsmagazin der Universität Oldenburg (den Artikel finden Sie hier).

    Nach seinen Erkenntnissen entstand das friesische Steinhaus um die Mitte des 14. Jahrhunderts. Es diente den Grundherren der Region als Stammsitz und sollte den Betrachter schon rein äußerlich beeindrucken. Das meist eingeschossige Backsteingebäude wird daher oft als "Langhaus" bezeichnet. Prägend für seinen architektonischen Aufbau ist die sogenannte "Upkamer", der saalähnliche große Wohnraum. Ihm angeschlossen sind Küche und Räucherkammer. Unter der Upkamer befindet sich ein gewölbter Halbkeller. Alle diese Räume wurden durch einen Kamin am Ende des Wohnraumes beheizt. Eine architektonische Besonderheit, die das friesische Steinhaus den für Niedersachsen typischen Niederdeutschen Hallenhäusern voraus hatte, denn die Bewohner der Hallenhäuser mußten noch jeden Raum durch offene Feuer beheizen.

    Eine weitere Neuheit, die das friesische Bauernhaus vom niedersächsischen unterscheidet, besteht in der klaren Trennung von Wohn- und Wirtschaftsbereich. Lediglich ein Querflur verbindet das Wohnhaus mit der anliegenden Scheune. Zumeist umgab die Gebäude ein Wall und ein Graben, was den herrschaftlichen Anspruch unterstrich. Der Ursprung des friesischen Steinhauses ist noch nicht geklärt, wenngleich die Anordnung des Kamins darauf hinweist, daß der mittelalterliche Burgenbau Pate stand. Im 16. Jahrhundert diente das Steinhaus als Vorbild für bürgerliche Bauten friesischer Städtesiedlungen. Beamte, Pastoren und Richter ließen sich ähnliche Häuser errichten, die wegen der kleineren städtischen Grundstücke jedoch nicht so lang waren. An die Stelle des Kellers rückte hier die Küche. Ein Merkmal hatten jedoch auch diese Häuser mit den bäuerlichen Herrschaftssitzen gemein: Sie blieben ein bauliches Symbol für die Zugehörigkeit zur gesellschaftlichen Oberschicht.

    Kontakt: Prof. Dr. Kurt Asche, Fachbereich 2 Kommunikation/Ästhetik, Universität Oldenburg, Tel. 0441/26830.

  • 7. Mai 1997/115/97

    Eifersucht: Anlässe und Leid

    Oldenburg. Eifersucht - wer kennt es nicht, dieses Gefühl, das einem den Magen zusammenzieht und die Luft abschnürt. Eifersucht gehört zu den häufigsten Scheidungs- und Trennungsgründen und ist oft das Motiv bei Gewalttaten, die von Männern an ihren Partnerinnen begangen werden. In der neuesten Ausgabe (Nr. 25) von EINBLICKE, dem Forschungsmagazin der Universität Oldenburg, berichtet die Oldenburger Psychologin Dr. Annette Schmitt über eine Untersuchung, die von der Forschungsgruppe "Emotion und Kommunikation" durchgeführt wurde (den Artikel finden Sie hier). In dieser Untersuchung wurden 200 Geschichten von Männern und Frauen über erlebte Eifersucht in Partnerschaften ausgewertet.

    Die Wissenschaftlerin widmete sich den Anlässen, die Eifersucht auslösen und jenen Gefühlen, die die Eifersucht begleiten. In welchen Varianten existiert Eifersucht, wie wird sie von den Betroffenen mitgeteilt? Und wie läßt sie sich schließlich vermindern oder sogar aufheben? Es stellte sich heraus, daß das Erleben und Durchleben von Eifersucht ganz bestimmten, sozialisationsbedingten Regeln folgt. Eifersucht wird in verschiedenen Kulturen unterschiedlich erlebt. In unserem westlichen Kulturkreis ist beispielsweise das Treueideal ein wichtiger Bestandteil monogamer Beziehungen und gleichzeitig oft Anlaß und Auslöser von Eifersucht. Die Regeln, die den Umgang der Menschen mit der Eifersucht bestimmen, gelten auch für die Kommunikation. Sie machen es möglich, daß die Menschen einander verstehen. Innerhalb der 200 protokollierten Geschichten kristallisierten sich drei variierende Reaktionsmuster heraus, die das Eifersuchtserleben bestimmen.

    Zunächst bildet die "Tat" den Anlaß für Eifersucht. Dieser Anlaß kann Vernachlässigung, vermutete Untreue oder Untreue sein. Die Vernachlässigung durch den Partner wird primär durch empfundenen Ärger begleitet und erst sekundär durch eine Kränkung des Selbstwertgefühls. Bei der vermuteten Untreue dagegen dominiert die Angst vor dem Verlust des Partners. Ist die Untreue bereits gewiß, steht die Traurigkeit über den Verlust der Liebe oder der ausschließlichen Liebe des Partners an erster Stelle. Das aus der Eifersucht resultierende Leid äußert sich als Traurigkeit, Selbstzweifel oder anderes Leid, wie zum Beispiel Neid. Die Umgangsweise mit dem Leid ist entweder partnerbezogen oder selbstbezogen. Wenn sich die betroffene Person mit dem Partner auseinandersetzt, geschieht das in den Kategorien kooperativ, also in Form einer Aussprache, konfrontativ in Form einer Szene oder indirekt z.B. in Form einer Diät, um dem Partner wieder besser zu gefallen.

    Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, daß sich die Erlebnisweisen bei verschiedenen Anlässen zur Eifersucht ganz erheblich unterscheiden. Aber es zeigte sich auch ein Kern, der allen Geschichten eigen war: Der Gedanke an den Verlust der Liebe. Dieser Gedanke wurde überwiegend mit dem Verlust der Ausschließlichkeit der Liebesbeziehung gleichgesetzt. Damit kristallisierte sich heraus, daß alle Befragten davon überzeugt sind, daß die romantische Liebe in ihrem Wesen nach nicht teilbar ist. Der Wert der eigenen Liebesbeziehung wird generell in ihrer Ausschließlichkeit und Einzigartigkeit gesehen.

    Hier sieht die Wissenschaftlerin auch einen Ansatzpunkt zur Vermeidung von Eifersucht. Paare, die häufig mit Eifersucht zu kämpfen haben, könnten sich fragen, welche Verhaltensweisen des anderen die Exklusivität der Partnerschaft tatsächlich bedrohen. Die Ausschließlichkeitsstandards könnten abgemildert werden, so daß z.B. ein Gespräch des Partners mit einer anderen Person nicht gleich als Anlaß zur Eifersucht bewertet wird. Eine derartige Veränderung der absoluten Ansprüche an die Ausschließlichkeit der Liebesbeziehung könnte einen gelasseneren und toleranteren Umgang der Partner in ähnlichen Situationen bewirken.

    Kontakt: Dr. Annette Schmitt, Forschungsgruppe "Emotion und Kommunikation", Universität Oldenburg, Tel.: 0421/593997.

  • 7. Mai 1997/114/97

    Nicht Werther, sondern Casanova sein

    In der modernen partnerschaftlichen Beziehung werden zahlreiche Liebesbeweise eingefordert

    Oldenburg. "Sie soll mich begehren. Mehr als ich sie begehre. Sie soll mich ausschließlicher und länger lieben, als ich sie liebe." Das klingt wie das unverschämte Geständnis eines Casanovas im intimen Dialog mit seinem Freund. Und doch ist in Wirklichkeit der Wunsch nach unerschütterlichen Beweisen in fast jeder modernen Liebesbeziehung gegenwärtig. Denn kein anderes Gefühl ist mit so großer Hoffnung und so vielen Erwartungen verbunden wie die Liebe. "Es war Liebe" sagen auch heute noch die meisten Verheirateten, wenn man sie fragt, warum sie den Bund fürs Leben eingegangen sind. Aber was heißt es, wenn die Beziehung scheitert? Häufig sind nicht einzelne Gründe schuld, wenn ein Paar sich trennt, sondern nur eines zählt: die Gefühle, die die Partner füreinander empfinden, lassen nach: Die Liebe ist gescheitert. Grund genug also auch für die Wissenschaft, immer wieder genau nachzufragen, was wir meinen, wenn wir von Liebe reden.

    Prof. Dr. Ulrich Mees, Psychologe an der Universität Oldenburg, hat in der jetzt erschienenen Ausgabe (Nr. 25) von EINBLICKE, dem Forschungsmagazin der Universität Oldenburg, Ergebnisse einer empirischen Untersuchung vorgelegt, mit denen er deutliche Eigenschaften der partnerschaftlichen Beziehung benennen kann (den Artikel finden Sie hier). Hauptsächlich junge Leute hatte er aufgefordert, Liebe in verschiedenen Phasen ihrer Beziehungen zu beschreiben. Er fand heraus, daß eine große Unsicherheit die Liebenden begleitet. Das zeige sich daran, daß die eigene Liebe ganz anders bewertet wird als die Liebe, die man vom Partner erwartet, erläutert Mees. Der Partner soll z.B. "mehr Vertrauen zu einem haben als man selbst zu ihm hat". Bemerkenswert sind auch die Aussagen, daß der/die Liebste einen "ausschließlicher" und "länger" lieben soll als man selbst. Jedenfalls wird mehr erwartet, als man selbst zu zeigen bereit ist. Das gilt für Frauen wie Männer gleichermaßen. Für die Psychologie zeigt sich hier eine "vorteilhafte Asymmetrie" in der eigenen und der Partnerliebe, aber kann sie sie auch erklären?

    Auf den ersten Blick scheint man sich wichtiger zu nehmen als den anderen. Bei tieferer Überlegung kommt heraus, daß es eine große Unsicherheit ist, die spürbar wird. Mees vermutet, daß es die Angst ist, bei einseitiger Liebe emotional verletzt zu werden. Deshalb wollen Frauen und Männer ganz sichergehen, daß der/die andere einen liebt und verlangen immer wieder Beteuerungen und Beweise. So gehen sie der Gefahr aus dem Wege, unerwidert zu lieben. Sicherlich spielt auch die allgemeine Tendenz der Individualisierung eine große Rolle. Da die intimen Sozialbeziehungen immer seltener werden, stellen viele gerade an die Ægroße Liebe" überhöhte Ansprüche. In einer individualistisch geprägten Gesellschaft wird es auch zunehmend schwieriger, für soziale Tugenden wie "selbstlose Liebe" einzustehen. Wer aber möglicherweise in der Paarbeziehung egoistisch denkt und handelt, stellt die Liebe von Anfang an auf harte Bewährungsproben.

    Noch etwas hat sich verändert im Vergleich zu früheren Jahren: Die Liebe ist kein so großes Mysterium mehr, wie in alten Mythen behauptet wird. So ist zum Beispiel schon länger wissenschaftlich geklärt, daß Verliebtsein und Liebe sich gewaltig unterscheiden. Sie sind die zwei großen aufeinanderfolgenden Phasen einer Beziehung, und beide weisen nach Mees' Studie ganz bestimmte Gemeinsamkeiten auf, zum Beispiel "Zärtlichkeit" und "Freude übers Zusammensein". So weit, so populär. Aber ob jeder behaupten kann, die Unterschiede beider Phasen zu kennen? Mees gibt diese Antworten: Verliebte empfinden "eine starke körperliche Sehnsucht" nach der geliebten Person. Das sind die berühmten "Schmetterlinge im Bauch", das Herzklopfen und das Kniezittern. Die spätere Liebe wird so nicht mehr beschrieben, heißt es in der Studie. Verliebte sind aber gleichzeitig nicht "offen und ehrlich" zum Partner. Dabei sind Ehrlichkeit und Vertrauen das Wichtigste der Liebe.

    Verliebte wollen ganz offensichtlich ihrem Partner die eigenen Schwächen verheimlichen. Und sie wollen keine "" für den anderen übernehmen", so die überraschende Antwort der meisten Befragten der Oldenburger Studie. Dafür kenne man sich zuwenig, heißt es. Vertrauen komme erst in einer späteren Phase des Zusammenseins. Im Idealfall gelingt dann auch der Übergang vom Verliebtsein zur Liebe in der Paarbeziehung. Womit die Liebe komplett wäre, denn dann gehören sowohl die intensiven körperlichen Gefühle als auch die enge Verbundenheit zur Beziehungsgeschichte dieses glücklichen Paares.

    Wie alle wissen, sind solche Idealfälle selten. Allzu oft scheitern Paare. Die Befragten suchten die Schuld in der Mehrheit beim Partner: Wenn sie merken würden, daß der Partner noch andere Personen liebt, oder wenn man den Eindruck hat, daß man nicht mehr wichtig für ihn ist, lasse die eigene Liebe nach oder höre sogar auf. Bis zum Schluß wird in der modernen Beziehung also nach Zeichen und Bestätigungen gesucht. Alle können ihre/n Liebste/n offensichtlich nur dann lieben, wenn er/sie diese Liebe auch erwidert.

    Mees kann dennoch versichern, daß die Liebe insgesamt ein robustes Phänomen ist, wenn sie erst einmal da ist. Die echte Partnerliebe habe nämlich einen fest umrissenen Keim. Damit Liebe wahr wird, achte und schätze Mann die Frau, freue sich an ihr und sei ihr eng verbunden. Und Frau den Mann oder wie es euch gefällt. In der modernen Beziehung wird für Liebe nicht viel Gefühl riskiert, und es wird seltener unglücklich geliebt. Denn mit Goethes Werther wollen wir in Wirklichkeit nicht tauschen. Dann doch lieber Casanova sein.

    Kontakt: Prof. Dr. Ulrich Mees, Forschungsgruppe "Emotion und Kommunikation", Universität Oldenburg, Tel.: 0441/798-516.

  • 7. Mai 1997/113/97

    Leonardo da Vinci und die Sichtbarmachung der Welt

    Oldenburg. Leonardo da Vinci, der große Maler, Bildhauer, Baumeister und Naturforscher des 15. Jahrhunderts, hat geglaubt, daß die Wirklichkeit über das Sehen vollständig zu erfassen sei: Sein Erkenntnisinstrument ist das Auge, für ihn ist alle Wissenschaft Erfahrungswissenschaft. Seine Methode ist das theoriebezogene Experiment, denn nur das Experiment könne die Wahrheit in der Wissenschaft belegen - zu seiner Zeit ein völlig neuer Wissenschaftsbegriff. In der neuesten Ausgabe (Nr. 25) von EINBLICKE, dem Forschungsmagazin der Universität Oldenburg, untermauert Prof. Dr. Michael Sukale, Leiter des Instituts für Philosophie, diese Sicht auf den wissenschaftlichen Ansatz Leonardos mit einer "Bildergeschichte" exemplarischer Zeichnungen und Gemälde (den vollständigen Artikel finden Sie hier).

    Sukale belegt Leonardos damals neuartigen Wissenschaftsbegriff u.a. mit einem Zitat: "Sagst du, die Wissenschaften, die vom Anfang bis zum Ende im Geist bleiben, hätten Wahrheit, so wird dies verneint vornehmlich deshalb, weil bei solchem reingeistigen Abhandeln die Erfahrung nicht vorkommt; ohne dies gibt sich aber kein Ding mit Sicherheit zu erkennen." Das philosophische Prinzip Leonardos, so Sukale weiter, sei einfach: Das Sehen stellt für Leonardo eine gegenüber allen anderen Sinnen und Erkenntnismöglichkeiten besondere Beziehung zur Welt her. Leonardo hat geglaubt, daß alle Realität entweder schon sichtbar ist oder doch wenigstens sichtbar gemacht werden kann. Nun ist dieses Prinzip aber offenbar falsch: Wir wissen, daß die Wirklichkeit nur bedingt mit den Sinnen erfahren werden kann. Dennoch lassen sich mit diesem Prinzip fast alle Forschungen Leonardos erklären. Leonardo mußte den konstruktiven Beweis dafür erbringen, daß alles zeichnerisch darstellbar ist. Mit größter Genauigkeit bildete er deshalb das, was er in der Natur sah, ab und übertrug es damit von der dreidimensionalen Wirklichkeit auf die zweidimensionale Fläche. Um das Innere von Objekten sichtbar zu machen, arbeitete Leonardo mit zu seiner Zeit völlig neuen Prinzipien. So stellte er sich den Menschen als durchsichtig vor, um dadurch die inneren Organe und ihre genaue Lage sichtbar zu machen, ohne dabei die äußere Form aus den Augen zu verlieren.

    Leonardo hat die Welt durch das Experiment und die Wahrnehmung rastlos erforscht und seine Theorien, seine Experimente und seine Beobachtungen durch sein zeichnerisches Können für die Nachwelt anschaulich gemacht. "Lies mich, Leser, wenn ich dir Freude mache. Und kommt, ihr Menschen, die Wunder zu sehen, die man bei solchen Studien in der Natur entdeckt", forderte Leonardo seinerzeit auf.

    Kontakt: Prof. Dr. Michael Sukale, Institut für Philosophie, Universität Oldenburg, Tel.: 0441/798-3171

  • 7. Mai 1997/112/97

    Die Erde - ein Lebewesen?

    Oldenburg. Ein Hund lebt - ein Saphir nicht, ein wachsendes Blatt lebt - ein Stück abgebrochene Holzrinde nicht. Soweit, so klar. Doch lebt ein Viruspartikel, das sich nur vermehren kann, wenn es in eine Zelle gerät? Ist die Information, die in einem Quarzkristall gespeichert ist, weniger lebendig als die DNA? Was lebt und was nicht, ist mitunter nicht leicht zu verstehen - vor allem nicht, wenn man den Thesen Wolfgang Krumbeins, Geomikrobiologe und Philosoph an der Universität Oldenburg, und seines Doktoranden Georg Levit folgt: Sie stellen in der neuesten Ausgabe (Nr. 25) von EINBLICKE, dem Forschungsmagazin der Universität Oldenburg, fest: die Erde selbst ist ein Lebewesen. Die Erde lebt, wächst, speichert, wandelt sich so wie ein Baum, ein Tier, ein Mensch. Menschen wie Dinosaurier, Pflanzen wie Bakterien sind der Theorie gemäß nicht aus der toten Materie der Erde entstanden und damit von ihr unabhängiges Leben. Sie und wir sind vielmehr nur Ausdruck und Ergebnis des Lebewesens Erde - ein Zeichen deren eigenen Lebens. Es gibt keine tote Materie "Erde", die Erde lebt (den vollständigen Artikel finden Sie hier).

    Hintergrund dieser Aussagen ist Krumbeins und Levits These vom Leben. Danach ist Leben das Erzeugen und Erhalten "dyssymmetrischer Zustände": So sind z.B. unsere beiden Gesichtshälften dyssymetrisch: Sie sind nur weitgehend, aber nicht völlig symmetrisch. Dyssymmetrie ist also nicht das Gegenteil von Symmetrie. Symmetrische Zustände wie bei Kristallen und asymmetrische Zustände wie bei verteiltem Gas leben nicht. Ihnen fehlt die Dynamik, die zum Leben gehört. Denn Leben strebt danach weiterzuleben, und im dyssymmetrischen Zustand - so sagen Krumbein und Levit - ist diese Dynamik gerade gegeben. Der Lebensprozeß läuft an der Membran ab, denn sie ist - biologisch gesehen - dafür der geeignetste Ort. Die Zelle beispielsweise reichert ihre Isotope an ihrer Membran an. Ähnlich funktioniert auch die äußere Hülle der Erde, sie funktioniert wie eine biologische Membran. Sie erzeugt eine Atmosphäre, die ohne Leben anders beschaffen wäre. Die Sonne gibt der Erde die Energie. Leben ist also die Herstellung dyssymmetrischer Zustände an der Membran.

    Die Biomasse der Erde schafft eine Atmosphäre, bestehend aus ca. 17% Sauerstoff, ca. 80% Stickstoff, CO2 und Edelgasen, die durch das Leben auf ihrer Oberfläche, der Erdmembran, in konstanter Zusammensetzung aufrechterhalten wird. Menschen und Tiere verbrauchen Sauerstoff und sondern Kohlendioxid ab. Bäume brauchen Kohlendioxid und geben Sauerstoff ab. Um das Gleichgewicht auf der Erde konstant zu halten, bedarf es auch der Konzentration und Bewegung unterschiedlicher Elemente in der Erdkruste, wie Bewegungen und Umpflügungen der Kruste, Erdbeben und Vulkanausbrüche, so Krumbein und Levit. Die sich daraus bildende Form bestimmt das lebende Element mit. Letztlich sogar bestimmt die Form der Erde das, was sie entwickelt. Insofern sind auch die Menschen nur ein Bestandteil des Lebewesens Erde. Ein recht unwesentliches sogar, bedenkt man, wie kurz sie erdgeschichtlich gesehen erst leben. Krumbein und Levit sehen auch, daß die Erde die zeitliche Dimension einsetzt, um ihr Leben zu erhalten. Prozesse aus der Vergangenheit werden mit Prozessen der Zukunft gekoppelt. Das ist der sogenannte Rückkopplungseffekt. Der heutige Kohlen- oder Erdölabbau durch die Menschen, so das ins humoristische gehende Beispiel, könnte aus dem Blickwinkel der lebenden Erde durchaus ein gewollter Effekt sein, um sich am Leben zu erhalten. Denn weshalb sollte sie organisch Totes, wie Erdöl, dauerhaft bewahren?

    Kontakt: Prof. Dr. Wolfgang Krumbein, ICBM und Fachbereich 7 Biologie, Universität Oldenburg, Tel.: 0441/798-3382, Fax: 0441/798/3384, e-mail: wek@africa.geomic.uni-oldenburg.de

  • 6. Mai 1997/111/97

    Gespräch mit dem Komponisten Hespos

    Oldenburg. Mit der Veranstaltung "Sistrum - Offenes Gespräch mit dem Komponisten Hespos" setzt das Fach Musik der Universität Oldenburg am 7. Mai, 18.00 Uhr, Kammermusiksaal (Ammerländer Heerstraße), eine mehrteilige Kolloquiumsreihe fort. Der in Ganderkesee lebende Komponist und Verleger Hans-Joachim Hespos hat sich durch zahlreiche nationale und internationale Kompositionsaufträge einen Namen gemacht. Er war Gastdozent an Hochschulen in Israel, den USA, Brasilien, Japan und Kanada. In der Region bekannt wurde Hespos u.a. durch die 1969 gegründete Konzertreihe "Neue Musik in Delmenhorst" und die 1993 ins Leben gerufene "Wiese GmbH - inspirierendes Feld für Erprobungen, Ausgangspunkt der Nordeuropäischen Kulturstraße". Hespos' Werk umfaßt mittlerweile 140 Kompositionen für Solo- und Kammermusik, Ensemble und Orchester sowie für Radio, Film und Bühne.

  • 6. Mai 1997/110/97

    Die Wiederentdeckung von Bertold Goldschmidt
    Austellung über britischen Komponisten mit deutscher Vergangenheit

    Oldenburg. Vom 14. Mai bis zum 13. Juni 1997 präsentiert das Seminar für Jüdische Studien die erste Ausstellung über den im vergangenen Jahr verstorbenen britischen Komponisten Berthold Goldschmidt (1903-1996) - einem gebürtigen Hamburger, der erst in letzter Zeit von einem breiteren Publikum in Deutschland wiederentdeckt wurde. Im Rahmen der Ausstellungseröffnung in der Universitätsbibliothek am 14. Mai 1997, 19.30 Uhr, wird Prof. Kolja Lessing Werke von Goldschmidt für Klavier und Violine spielen.

    Goldschmidt gehörte zu jenen Komponisten, die die NS-Herrschaft ins Exil zwang. Vorher war er Dirigent am Landestheater in Darmstadt und von 1931 bis 1933 an der Städtischen Oper Berlin. Die Uraufführung seiner ersten Oper "Der gewaltige Hahnrei" 1932 war sein größter Erfolg in der Weimarer Republik 1935 ging er nach London, wo er britischer Staatsbürger wurde und weitere wichtige Werke wie die "Claccona Sinfonica" komponierte. Der politischen Verdrängung 1935 aber folgte nach dem 2. Weltkrieg die ästhetische. Goldschmidts Musik fand in einer Zeit, in der sich das Interesse der musikalischen Öffentlichkeit auf serielle Techniken und elektronische Musik konzentrierte, keine Resonanz, sodaß er Ende 50er Jahre sein kompositorisches Schaffen mit den "Mediterranean Songs" einstellte. Eine erneute Rezeption der Kompositionen Goldschmidts setzte erst zu Beginn der 80er Jahre wieder ein.

    Heute wird Goldschmidt, der sich als bekennender Europäer jüdischer Abstammung verstand, auch in Deutschland wieder aufgeführt. Opernaufführungen, Konzerte, Rundfunk- und Femsehaufzeichnungen sowie CD-Produktionen würdigen sein Werk. Zur Wiederentdeckung soll auch die von der Oldenburger Musikwissenschaftlerin Bärbel Busch konzipierte Ausstellung beitragen, die bereits in der Komischen Oper Berlin und in der Bremen Glocke gezeigt wurde.

    Goldschmidts Kompositionsstil zeigt Affinitäten zur Musik Hindemiths und Weils, aber auch zu den Werken russischer Komponisten wie Schostakowitsch und Prokofjew auf. Im Rahmen erweiterter Tonalität scheute Goldschmidt Bitonalität, scharf dissonante Klänge und freitonale Passagen ebensowenig wie Konsonanzen und dur-moll-funktionale Bezüge.

    Kontakt: Barbara Busch, Tel.: 04402/4409

  • 5. Mai 1997/109/97

    Zum Tod von Paulo Freire
    Südamerikanischer Pädagoge ist Ehrendoktor der Universität Oldenburg

    Oldenburg. "Die pädagogischen Verdienste Freires um Lateinamerika können gar nicht hoch genug eingeschätzt werden." Das erklärte der Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Friedrich W. Busch zum Tod des Brasilianers und Ehrendoktors der Universität Oldenburg, Paulo Freire, der am vergangenen Freitag in São Paulo im Alter von 76 Jahren starb. Freire sei ein Pädagoge für die Unterdrückten und Vermittler einer Pädagogik der Hoffnung gewesen. Seine Erkenntnisse im Bereich der Sozialarbeit, der Kindergartenpädagogik und der Betreuung von Jugendlichen hätten aber auch in Europa tiefe Spuren hinterlassen. Er werde als einer der größten Pädagogen des ausgehenden 20. Jahrhunderts in die Geschichte eingehen, betonte Busch. Am 7. Juli wollte Freire nach Oldenburg kommen, um seine Urkunde als Ehrendoktor des Fachbereichs 1 entgegenzunehmen.

    Paulo Freires Hauptschriften "Pädagogik der Unterdrückten" und "Erziehung als Praxis der Freiheit" wurden in alle Weltsprachen übersetzt. Ausgangspunkt und Hintergrund seiner Pädagogik ist die Lebenswelt der brasilianischen Landbevölkerung. Für sie entwickelte er eine Methode, mit der Lesen und Schreiben innerhalb von nur 40 Unterrichtsstunden vermittelt werden kann. Wegen seines Engagement für die verarmte Landbevölkerung wurde Freire 1964 von den damaligen diktatorischen Machthabern des Landes verwiesen und kehrte erst 1980 wieder nach Brasilien zurück. Im Auftrag der UNESCO entwickelte er in Chile und anderen südamerikanischen Ländern seine Methoden weiter und konzipierte nach dem Zusammenbruch der Somoza-Diktatur die Alphabetisierungsoffensive in Nicaragua. Als Berater der UNESCO, der lateinamerikanischen Bischofskonferenz und als Sekretär des Weltkirchenrates in Genf hatte der brasilianische Pädagoge wesentlichen Anteil an der Gestaltung der Bildungspolitik in den Entwicklungsländern Südamerikas und Afrikas. Als Experte für die Zusammenhänge von Bildung und Armut war Freire Gast zahlreicher internationaler Kongresse und auch Gastprofessor an der Harvard University (USA).

    Kontakt: Prof. Dr. Friedrich W. Busch, Fachbereich 1 Pädagogik, Tel.: 0441/798-4909

  • 2. Mai 1997/107/97

    Typisch Oldenburg: soziale Kontinuität in Zeiten des Wandels

    Oldenburg. Obwohl in Oldenburg seit 1970 deutliche Veränderungen sowohl in der wirtschaftlichen als auch in der Bevölkerungsentwicklung feststellbar sind, finden sich in den Stadtteilen noch keine handfesten Anzeichen sozialer Ab- oder Aufspaltungen. Damit unterscheidet sich Oldenburg auffällig von anderen Großstädten: Eher Kontinuität als drastischer Wandel im sozialen Erscheinungsbild scheint ein Charakteristikum der Stadt zu sein. Zu diesem Ergebnis kommt die Oldenburger Sozialwissenschaftlerin Ingrid Marten in ihrer von Dr. Heinz-Dieter Loeber (Institut für Soziologie, Fachbereich 3 Sozialwissenschaften) betreuten Untersuchung im Rahmen der Arbeitsgruppe Interdisziplinäre Sozialstrukturforschung (agis).

    Ausgangspunkt des Projektes bildete die Fragestellung, wie sich der gesamtgesellschaftlich zu beobachtende Prozeß des sozioökonomischen Wandels, der sich u.a. in der Veränderung herkömmlicher und der Herausbildung neuer "sozialer Milieus" ausdrückt, in einer "kleinen Großstadt" wie Oldenburg vollzieht, erläutert Marten. Die zentrale Funktion als Dienstleistungszentrum im Weser-Ems-Raum präge die Sozialstruktur der Stadt in so nachhaltiger Weise, daß "bürgerliche" Milieus nach wie vor die bestimmende Konstante trotz sozialer Veränderungsprozesse bilden. Darüber hinaus schienen sich die vorhandenen sozialen Differenzierungen der Stadt eher auszugleichen als zu vertiefen.

    Allerdings ließe sich auch in Oldenburg die Herausbildung neuer sozialer Strukturierungen durch die Entstehung neuer sozialer Milieus ausmachen. So wiesen die Wahlergebnisse seit den 70er Jahren die Herausbildung und Etablierung eines "linksalternativen" Milieus auf, was nicht zuletzt durch die Bildungsexpansion und den Ausbau der Universität zurückzuführen sei. Kleinräumliche Wahlanalysen belegten jedoch, daß sich dieser Prozeß nicht als Gegenpol, sondern im Rahmen der traditionellen bürgerlich geprägten Wohnungsgebiete vollziehe.

    Daß sich dieses bislang eher "harmonische" Bild in Oldenburg ändern könnte, dafür seien Ansätze aber bereits auszumachen: In einzelnen Stadtteilen und Wohnquartieren, die durch hohe Anteile von EinwohnerInnen in sozialen Problemlagen gekennzeichnet seien, fänden sich überdurchschnittlich hohe Wahlenthaltungen als erste Anzeichen sozialer Spannungen. Hinweise auf ein rechtsradikales Potential fänden sich in Oldenburg jedoch noch nicht. Es sei aber absehbar, daß die Protesthaltung, die in Wahlverweigerungen zum Ausdruck komme, Vorbote zukünftiger Konflikte sei.

    Kontakt: Ingrid Marten, Tel. 04483/1467, Dr. Heinz-Dieter Loeber, Tel. 0441/798-2276, Institut für Soziologie, Fachbereich 3 Soziologie, Universität Oldenburg.

Letzte Änderung: 30. Mai 1997, 11.00 Uhr

Email: presse@admin.uni-oldenburg.de · Redaktion: Ralf Thiele