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Pressedienst:
Januar 1998
Kontrapunkt zur Architektur: Detlef Kappelers Skulptur im neuen Hörsaalzentrum ersetzt den Ossietzky-RaumOldenburg. Seine neue Skulptur soll im Foyer des neuen Hörsaalzentrums einen Kontrapunkt zur Architektur des Gebäudes setzen. So wenigstens will es der Maler und Bildhauer Detlef Kappeler, dessen Ossietzky-Raum im Mensabereich durch das neue Kunstwerk in dem von Gerkan, Marg & Partner entworfenen Gebäude abgelöst wird. Mit der Eröffnung am 15. April wird auch Kappelers neueste Schöpfung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.Die an zwei Stahlseilen befestigte abstrakte Figur aus Stahlprofilen, Holzplatten und Farbpigmenten scheint durch das Foyer des Hörsaalzentrums zu schweben - ein Körper, der zu einer anderen Formwelt als die postmoderne Architektur gehört, die sie umgibt. Diese Nichtanpassung ist Konzept, der Raumbezug tritt dadurch um so deutlicher hervor. Kappeler sieht in seiner Figur ein Sinnbild für die amorphe Situation der Gesellschaft, ihre Gestalt- und Strukturlosigkeit, die sich in der zunehmenden Beliebigkeit von Verhaltensformen ausdrückt und viele Scheinfreiheiten gebiert. Zu ihnen gehört die soziale Kälte gegenüber den Nichterfolgreichen und den vielen jungen Menschen, denen die Gesellschaft nicht das Gefühl vermitteln kann, gebraucht zu werden. Kappeler schafft mit dieser Skulptur ein ganz anderes Kunstwerk als den 1990 entstandenen Ossietzky-Raum, der unmittelbar an den Friedensnobelpreisträger erinnert und in der Formsprache gegenständlich ist wie man es an den von ihm benutzten Eisenbahnschienen als Symbol für die KZ-Transporte erkennt. Aber auch die neue, ganz abstrakte Form läßt Assoziationen zu Ossietzky zu. Kappelers darin ausgedrückte Gesellschaftssicht hätte einen Journalisten wie Ossietzky gefordert - ihn angespornt, der Entwicklung zu begegnen, über die Folgen zu informieren, aufzuklären und das sicher nicht mit einem schiefen Blick auf die Quoten. Um diesen Bezug zu verdeutlichen, werden zwei Ossietzky-Bilder des Künstlers, die z.Z. noch Bestandteil der alten Installation sind, im Foyer des Hörsaalzentrums aufhängt.
Seminarkurse: Neues VerzeichnisOldenburg. Das Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung der Universität Oldenburg (ZWW) hat ein neues Verzeichnis außeruniversitärer Seminarkurse herausgegeben. Bei den Abend- und Wochenendkursen sowie Bildungsurlauben, die in Zusammenarbeit mit regionalen Bildungsträ-gern angeboten werden, geht es um Themen wie Europa 2000, Indien, Philosophie und Famili-enalltag. Die Broschüre ist zu beziehen über das ZWW, Tel.: 0441/798-4421, Fax: - 4411 oder e-mail: lamping.maria@zww.uni-oldenburg.de.
Immanuel-Kant-Stipendium an Oldenburger DoktorandenOldenburg. Ralf Päsler, Doktorand bei dem Germanisten Prof. Dr. Uwe Meves, Fachbereich 11 Literatur- und Sprachwissenschaften, hat das Immanuel-Kant-Promotionsstipendium für 1998/99 erhalten. Das Stipendium wird vom Bundesministerium des Innern für hervorragend geeignete Doktoranden vergeben, deren Arbeit einen wesentlichen Beitrag zur wissenschaftlichen Erforschung von Kultur, Geschichte und Entfaltung der Deutschen in ihren historischen Gebieten östlich von Oder und Neiße sowie in ihren geschlossenen Siedlungsräumen und Sprachinseln im östlichen Europa erwarten lassen. Päsler promoviert über "Deutschsprachige Sachliteratur im Preußenland bis 1500. Untersuchungen zu ihrer Überlieferung und Rezeption."
Kunsthistoriker Hoffmann leitet TagungOldenburg. Prof. Dr. Detlef Hoffmann, Kunsthistoriker am Fachbereich 2 Kommunikation/Ästhetik der Universität Oldenburg, ist Leiter einer Tagung mit dem Thema "Der Traum vom Gesamtkunstwerk", die vom 13. bis 15. Februar 1998 in der Evangelischen Akademie Loccum stattfindet. Auf dem Programm stehen Themen wie "Galerie und Bazar - Die Ausstellung der Welt im 19. Jahrhundert", "Das Gesamtkunstwerk als 'Trödelladen des Dandy" oder "Act, Fest, Karneval, Event: die Love Parade - ein Gesamtkunstwerk". Hoffmann lehrt und forscht seit 1981 in Oldenburg.
Ausstellung in der Universitätsbibliothek: Dora F.Oldenburg. Zeichnungen und Bilderbücher von Dora F. (1907-1991) werden von Sonntag, 1. bis zum 28. Februar auf der Zeitungsebene der Universitätsbibliothek gezeigt. Dora F. studierte an der Kunstakademie Düsseldorf, arbeitete später jedoch als Technikerin. Sie produzierte eine große Zahl von Zeichnungen, Karikaturen und zahlreiche Bilderbücher im Karikaturenstil der 20er Jahre.Obwohl ihre Arbeiten in Kunstkreisen große Anerkennung fanden, wollte sie sie nicht veröffentlichen. Sie mußte Zeit ihres Lebens dem inneren Zwang zu zeichnen nachgeben, schätzte aber ihr Talent gegen null und nichtig ein. Die Ausstellung ist ein Versuch, ihr Werk, in dem sich auf subtile Weise Facetten dieses Jahrhunderts widerspiegeln, einem größeren Publikum zugänglich zu machen. Kontakt: Klaus Ritter, Bibliothek, Universität Oldenburg, Tel.: 0441/798-2023.
Vortrag "Politische Sozialisation in der DDR"Oldenburg. Mit einem Vortrag "Politische Sozialisation in der DDR" von Prof. Dr. Dieter Geulen (FU Berlin) wird die Ringvorlesung "Bildung in der gesellschaftlichen Entwicklung" an der Universität Oldenburg abgeschlossen. Der Vortrag findet am Montag, 2. Februar 1998, 18 Uhr, im Vortragssaal der Bibliothek am Uhlhornsweg statt.Geulen spricht über die Ergebnisse eines Forschungsprojektes, das auf biographischen Interviews mit ostdeutschen Personen aus drei Generationen basiert. Die von Geulen vorgenommene Auswertung der Interviews hat gemessen an gängigen Vorstellungen über die DDR zu überraschenden Erkenntnissen geführt. Kontakt: Prof. Dr. Friedrich W. Busch, Arbeitsstelle Bildungsforschung im Fachbereich Pädagogik, Institut für Erziehungswissenschaft 1, Tel. 0441/798-4909 Fax: 0441/798-2325, e-mail: fwbusch@hrz1.pcnet.uni-oldenburg.de
"Umbruch der Arbeitsgesellschaft"Oldenburg. Die Bundesvorsitzenden der ÖTV und der IG Bauen-Agrar-Umwelt, Herbert Mai und Klaus Wiesehügel, gehören am Freitag, 30. Januar, zu den Gästen der Jahresveranstaltung der Kooperationsstelle Hochschule-Gewerkschaften in der Universität Oldenburg. Zentrales Thema des Tages ist der "Umbruch der Arbeitsgesellschaft und die gewerkschaftliche Neuorientierung".Während der Vormittag den auswärtigen Referenten vorbehalten ist, kommen am Nachmittag WissenschaftlerInnen der Universität Oldenburg mit Vorträgen und Diskussionsrunden zum Zuge. Veranstaltungsort ist der Bibliothekssaal am Uhlhornsweg. Das "traditionelle" Grünkohlessen mit Musik und Unterhaltung beendet die Jahresveranstaltung der Kooperationsstelle. Pressekonferenz mit Herbert Mai und Klaus Wiesehügel: Freitag, 30. Januar, Achtung, geänderte Uhrzeit: 13.15 Uhr, Verwaltungsgebäude der Universität, 3. Stock, Raum V 322, Ammerländer Heerstr. 114-118. Kontakt: Dr. Thea Dückert, Kooperationsstelle, Tel.: 0441/798-2909, Fax: -2425.
"Das Gymnasium zwischen Tradition und Wissenschaftskultur"Oldenburg. Die Nordrhein-Westfälische Wissenschaftsministerin und neue KMK-Präsidentin Anke Brunn wird Hauptrednerin des Kongresses "Das Gymnasium zwischen Tradition und Wissenschaftskultur" sein, der vom 11. bis zum 13. Februar an der Universität Oldenburg stattfindet. Sie spricht am Mittwoch, 11. Februar, 14.30 Uhr, im Bibliothekssaal der Universität am Uhlhornsweg über "Wege von der Schule zur Hochschule".Veranstalter des Kongresses ist das neugegründete Didaktischen Zentrum (DIZ) in Zusammenarbeit mit den beiden Studienseminaren in Leer und Oldenburg. Den Einführungsvortrag wird Prof. Dr. Hans Bertram (Berlin) über "Kulturelles Kapital in individualisierten Gesellschaften" halten. Der Kongreß, zu dem über 200 TeilnehmerInnen erwartet werden, will die Situation, die Probleme und die Perspektiven des Gymnasiums, der am stärksten nachgefragten deutschen Schulform, am Ausgang dieses Jahrhunderts mit Blick auf das neue bilanzieren. Die selbstgestellte Aufgabe ist dabei, das polare Verhältnis der beiden Komplexe "kulturelle Überlieferung" und "moderne Wissenschaftskultur" an möglichst konkreten Beispielen aus Studium und Lehre an der Universität, aus der Ausbildung im Vorbereitungsdienst und der alltäglichen Unterrichtsarbeit am Gymnasium zu diskutieren. Außerdem sollen sowie Perspektiven herausgearbeitet werden, die gegenwärtig und in der mittelfristigen Zukunft das didaktische Profil gymnasialer Bildung und Erziehung ausmachen. Im Schlußvortrag wird Prof. Dr. Jürgen Oelkers (Bern) Bilanz ziehen und das Thema im Hinblick auf die mittelfristige Zukunft fokussieren. Für den Kongreß werden Teilnahmegebühren von 90 Mark (ReferendarInnen und Studierende 30 Mark) erhoben. Anmeldungen beim DIZ, Tel.: 0441/798-3038, Fax: 0441/798-4900.
Lokaltermin WolfenbüttelOldenburg. Unter dem Titel "Lokaltermin Wolfenbüttel - Wahrnehmung eines Ortes" wird am 29. und 30. Januar 1998 in der Galerie Kegelbahn (Uhlhornsweg, Schwimmbadpassage) eine Ausstellung gezeigt, die im Rahmen eines Seminars am Fachbereich 2 Kommunikation/Ästhetik der Universität Oldenburg entstanden ist. Eröffnet wird die Ausstellung, die auch am 6. und 7. Februar in der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel zu sehen ist, am Donnerstag, 29. Januar um 18.00 Uhr.
Fragwürdige Studien über Vorurteile junger Niederländer gegenüber DeutschenOldenburg. Deutschland ist undemokratisch, kriegslüstern und will die Welt beherrschen, die Deutschen sind arrogant, hochnäsig und unangenehm - so urteilen niederländische Jugendliche über ihre Nachbarn, jedenfalls wenn man den Untersuchungen niederländischer WissenschaftlerInnen glauben darf. Unter dem Namen "Clingendael-Studien" sind diese Untersuchungen, die in den Niederlanden, aber auch in Deutschland ein lebhaftes Echo auslösten, bekannt geworden. Befragt wurden zwischen 1993 und 1995 Schülerinnen und Schüler im Alter von 14 bis 19 Jahren zu ihren Einstellungen über Länder der Europäischen Union einschließlich Deutschlands. In einer weiteren Untersuchung, die das Clingendael-Institut im November 1997 veröffentlichte, werden die älteren Befragungen erneut bestätigt (Henk Dekker, Rob Aspeslagh, Bastian Winkel: Burenverdriet - Attituden ten aanzien van de lidstaten van de Europese Unie - 's Gravenhage, 1997).Doch die Studien sind sowohl wissenschaftsmethodisch wie politisch äußerst fragwürdig. Sie können keinen repräsentativen Anspruch reklamieren, da das Sample für die Gruppe der Jugendlichen nicht typisch ist. Überdies wird nicht selten mit Suggestivfragen gearbeitet, und es fehlen qualitative Begleitstudien. Zu diesem Urteil gelangt der Oldenburger Politologe Prof. Dr. Rüdiger Meyenberg in einem Aufsatz für das Forschungsmagazin EINBLICKE der Universität Oldenburg ("Die Vorurteile gegenüber Deutschen sind eine Aufgabe der Niederländer selbst"). Meyenberg ist an der Universität Oldenburg Leiter der Arbeitsstelle "Europäische Integration und politische Bildung". Eine große Schwäche der Untersuchungen liege in der isolierten Fragestellung, meint Meyenberg und erklärt wörtlich: "Offensichtlich wollen die Wissenschaftler doch das politische Bewußtsein von Jugendlichen analysieren und dabei auch Aspekte von Haltungen und Einstellungen gegenüber Deutschland berücksichtigen. Wie ist aber z.B. das Interesse der Befragten an Politik, an gesellschaftlichen Ereignissen, wie ihre Werteorientierung, die ja eine wichtige Grundlage menschlichen Urteilens und Verhaltens ist? Wie urteilen sie über (damals) aktuelle Ereignisse, Golfkrieg, Bürgerkrieg in Jugoslawien, in denen auch holländisches Militär massiv involviert war? Wie denken sie über das Auftreten von neofaschistischen Gruppen in den Niederlanden?" Doch solche Fragen und Antworten suche man vergeblich. Meyenberg moniert überdies, daß die Untersuchungsergebnisse teilweise nur referiert und zu wenig interpretiert würden: "Warum werden z.B. Frankreich, Schweden, Portugal, Irland und auch Finnland bei den Befragten 'schlechter' beurteilt als Deutschland? 1993 stand Deutschland noch auf dem vorletzten Platz der Sympathieskala, während es sich 1997 um 4 Plätze verbessert hat." Auf diese Phänomene werde nicht eingegangen. Nach Ansicht des Oldenburger Wissenschaftlers wäre es bildungspolitisch sinnvoller, sich damit zu beschäftigen, wie junge Menschen in den Niederlanden auf ein zusammenwachsendes Europa vorbereitet werden könnten, anstatt immer wieder problematische Untersuchungsergebnisse zu publizieren. Wesentliche Ursachen für das dennoch einseitige Deutschlandbild in den Niederländen sieht Meyenberg in dem vorherrschenden Geschichtsunterricht, aber auch in einer "Gedenkkultur", die immer wieder auf den "bösen Nachbarn" zeige. Ohne die deutschen Verbrechen gegenüber dem Nachbarvolk in irgendeiner Weise verharmlosen zu wollen, müsse gefragt werden, warum die problematischen Seiten der eigenen Geschichte offenbar immer noch erfolgreich verdrängt würden, etwa die Massaker während des indonesischen Unabhängigkeitskrieges oder die scharfen Einwanderungsbestimmungen gegenüber Juden in den 30er Jahren. Die Vorurteile und die politische Haltung gegenüber den Deutschen sei eine politische und pädagogische Aufgabe der Niederländer selbst, konstatiert Meyenberg; auch wenn sie die Deutschen nicht unberührt lassen dürften, "da wir einen Spiegel vorgehalten bekommen, der trotz Verzerrungen Hinweise darauf gibt, welches Bild man sich im Ausland von uns macht." Kontakt: Prof. Dr. Rüdiger Meyenberg, Arbeitsstelle "Europäische Integration und politische Bildung" am Fachbereich 3 Sozialwissenschaften der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Tel. 0441/798-2620, Fax: -2624, e-mail: meyenberg@hrz1.uni-oldenburg.de
Rückmeldungen der StudierendenOldenburg. Noch bis zum 13. Februar 1998 können sich die StudentInnen der Universität Oldenburg für das Sommersemester zurückmelden. Zu zahlen ist ein Betrag in Höhe von 158,74 Mark. Der Betrag hat sich aufgrund einer Tariferhöhung der Verkehrsgemeinschaft Bremen-Niedersachsen (VBN) um 3,74 Mark erhöht. Die Überweisungen müssen auf das Konto 90 000 101, Raiffeisenbank Oldenburg ,BLZ 280 602 28, erfolgen.Kontakt:Helga Wilhelmer, Dezernat 3, Studentische und akademische Angelegenheiten, Tel.: 0441/798-2517
A-Cappella-Pop- und Jazz-Abend in der UniOldenburg. Pop- und Jazz-A-Cappella-Gesang ist "in". Das Fach Musik der Universität Oldenburg veranstaltet am Freitag, den 30. Januar, 20.00 Uhr, Aula der Universität (Ammerländer Heerstr.), zum dritten Mal einen A-Cappella-Pop- und Jazz-Abend mit sechs Gruppen: "Chorwerkstatt Leer", "Jaco de Musio", "Chor ohne Namen", "Midlife Criers", dem Jazzchor der Universität und "May Be Bop".Mit der regelmäßig einmal im Jahr stattfindenden Veranstaltung möchte das Fach Musik dieser musikalischen Strömung ein Forum geben. Der Erfahrungsaustausch der teilnehmenden Gruppen untereinander, der Spaß am Singen und die Anregungen, die Publikum und Mitwirkende an einem solchen Abend bekommen, stehen dabei im Mittelpunkt. Die Gruppen im einzelnen: Die "Chorwerkstatt Leer" wurde vor eineinhalb Jahren als Kurs der Volkshochschule gegründet. Das Repertoire umfaßt Gospels, Popsongs wie "See you later alligator" und "Gaby und Klaus" und Jazztitel wie "Killing me softly". "Jaco de Musio" aus Oldenburg im Herbst 1993 im Rahmen des Jazz- und Rockworkshops der Musikschule Oldenburg gegründet und wird seitdem von der portugiesischen Jazzsängerin und Dozentin Maria des Fatima Prazeres geleitet. Das Repertoire reicht von Popsongs a la Prince, den Beach Boys oder Billy Joel über Blues, Latin bis hin zum Bebop. Der "Chor ohne Namen" sind zwölf ausgebuffte SängerInnen aus Oldenburg. Und da sie sich extra für diesen Abend zusammengetan haben, fehlt ihnen noch der Chorname. Vielleicht kann das Publikum helfen. "Midlife Criers" wurde im Februar 1995 von Peter Vollhardt, Mitarbeiter des Fachs Musik, gegründet. Der selbstironische Name der elf Frauen und zehn Männer im richtigen Alter ist Programm. Das Repertoire besteht hauptsächlich aus eigenen Arrangements. Langsame Balladen und rockige Stücke fügen sich zu einem Programm aus Musikstücken aus den 50er und 60er Jahren bis zu aktuellen Popstücken. Der Jazzchor der Universität hat in den letzten drei Jahren sein Repertoire beachtlich erweitert. Sowohl experimentelle Stücke wie auch Songs aus den Stilrichtungen Swing, Latin, Soul und Funk gehören zur Bandbreite des aktuellen Konzertprogramms, das der Chor zusammen mit der Leiterin Ulrike Janssen erarbeitet hat. "May Be Bop": Die vier Jungs aus Hannover bringen mit ihrem druckvollen, satten Sound die Massen zum Toben. Da stimmt der Groove auch noch in den abgefahrenen Frank Zappa-Bearbeitungen, und die Version des Deep Purple-Klassikers "Smoke on the water" läßt selbst eingefleischte RockerInnen nicht mehr ruhig auf den Stühlen hocken.
Erste Hilfe bei Schreibproblemen im StudiumOldenburg. Der Abgabetermin der Examensarbeit rückt näher, und das Thema beginnt, vor den Augen zu verschwimmen. Das Attribut "wissenschaftlich" wird immer unpräziser, jeder Satz klingt nichtssagend, und die Zeit verrinnt immer schneller. Für viele Studierende ist dieser Alptraum Realität. Immerhin rund 50 Prozent aller Studien- und SchulabbrecherInnen scheitern am Schreiben, schätzt Lutz von Werder (1995). Dabei ließe sich dieser Streß vermeiden, wenn wissenschaftliches Schreiben wie in den USA im Studium gelehrt würde. Dort besitzen die meisten Universitäten Schreibzentren, an denen Studierende wissenschaftliche Textkomposition lernen und Hilfe bei der Ausarbeitung ihrer Arbeiten erhalten können.Diese Idee wurde nun auch an der Universität Oldenburg aufgegriffen. Mit einem ersten Workshop wurde im Dezember 1997 das "Oldenburger Schreiblabor" eröffnet. In Anlehnung an ein ähnliches Projekt in Bielefeld, das seit 1993 läuft, soll in Oldenburg versucht werden, Studierenden den Spaß am Schreiben (wieder) zu vermitteln. Seit November sind die beiden wissenschaftlichen Hilfskräfte Mareike Dünzl (Dipl.Päd.) und Kirsten Bädeker (M.A.) bei der Zentralen Studienberatung damit beschäftigt, Angebote zu entwickeln, die sich vorrangig an Studierende wenden. Finanziert wird das Modellvorhaben vom Niedersächsischen Wissenschaftsministerium. Neben Einzelberatungen gehören Workshops und Schreibgruppen zum Konzept des Schreiblabors, das sich an Studierende aller Fachbereiche wendet. Inhalte der Angebote sind weniger die formalen Seiten des wissenschaftlichen Schreibens. An Kenntnissen mangelt es den meisten Studierenden da weniger. Statt dessen führen grundlegendere Probleme oft zu Schreibhemmungen: Wie finde ich ein Thema für meine Arbeit? Wie wird aus fremden Texten ein eigener Text? Wie kann ich den hochgesteckten Zielen und Erwartungen entsprechen? Wann und wie beginne ich mit dem Schreiben? Welches sind typische Schritte bei der Textproduktion? Was heißt überhaupt "wissenschaftlich"? Das Schreiblabor widmet sich diesen und anderen Fragen. Geplant ist zudem längerfristig die Kooperation mit Lehrenden, um die Ideen der Einrichtung in den Studienalltag integrieren zu können. Das Schreiblabor versteht sich keinesfalls als Ersatz für fehlende Betreuung durch Lehrende, sondern vielmehr als Ergänzung. Da Schreibprobleme außerdem oft Indikatoren für andere Probleme studientechnischer, psychischer oder fachlicher Art sind, wird der Verzahnung der Maßnahmen mit bereits bestehenden universitären Institutionen eine große Bedeutung beigemessen. Die nächsten Workshops finden am 13./14. Februar und am 13./14. März statt. Anmeldungen werden direkt im Schreiblabor (Tel.: 0441/798-2016) entgegengenommen.
Fellow des Hanse-Wissenschaftskollegs an der UniversitätOldenburg. Einer der ersten Fellows des Hanse-Wissenschaftskollegs in Delmenhorst, Prof. Dr. Ehtibar Dzhafarov, arbeitet seit Semesterbeginn am Institut für Kognitionsforschung der Universität Oldenburg. Der aus Rußland stammende Wissenschaftler, dessen Forschungen über Reaktionszeiten bei elementaren kognitiven Prozessen international große Beachtung gefunden haben, ist Professor für Kognitive Psychologie an der University of Illinois (USA). Obgleich teilweise von hohem Abstraktionsgrad, haben seine Arbeiten unmittelbare Konsequenzen für die experimentell ausgerichtete Kognitive Psychologie sowie auch die Psychophysiologie, die sich zur Erklärung von Phänomenen aus dem Bereich der Wahrnehmung, der Aufmerksamkeit und des Gedächtnisses in immer stärkerem Maße der Entwicklung mathematischer Modelle bedienen.Die Zusammenarbeit mit dem Institut für Kognitionsforschung hat bereits konkrete Formen angenommen: eine Arbeit mit einem völlig neuen Zugang zu einer der ältesten Fragen der Psychologie, nämlich nach dem Zusammenhang zwischen der (subjektiven) Reizempfindung und der (objektiven) Reizintensität. Dzhafarov sieht seine Forschungen im Kontext der Neurowissenschaften, einem interdisziplinären Verbund aus Psychologie, Biologie und Physik. Derzeit arbeiten neun Fellows am Hanse-Wissenschaftskolleg, einer gemeinsamen Einrichtung der Universitäten Bremen und Oldenburg. Vier der Wissenschaftler sind an Forschungsprojekten der Universität Oldenburg beteiligt.
3. Polonistische Wochen gemeinsam mit der Universität ThornOldenburg. Zum dritten Mal nach 1994 und 1995 veranstaltet die Universität Oldenburg in Zusammenarbeit mit der Nikolaus Kopernikus Universität Thorn/Torun (Polen) die Polonistischen Wochen. Vom 16. bis zum 27. Februar 1998 werden ein Intensivsprachkurs in polnischer Sprache, Vorträge über Literatur, Kultur und Geschichte des östlichen Nachbarlandes sowie ein Rahmenprogramm unter anderem mit polnischen Filmen angeboten. Die Polonistischen Wochen richten sich an Studierende, Privatpersonen und VertreterInnen von Institutionen und Firmen.Initiatoren der Polonistischen Wochen sind der Slavist Prof. Dr. Gerd Hentschel sowie der Historiker Prof. Dr. Hans Henning Hahn. Nachdem die ersten beiden Durchläufe der Bildungsveranstaltung noch als "Polonistische Sommerschule" stattfanden, mußte der Kurs nun in die Wintersemesterferien verlegt werden. Das soll auch in Zukunft so bleiben. Die Kosten bei eigener Unterbringung und Verpflegung betragen für Studierende 225 Mark, für Privatpersonen 375 Mark und für Vertreter von Firmen und Institutionen 550 Mark. Weitere Informationen und Anmeldung: Universität Oldenburg, Fachbereich 11, Slavische Philologie, "Polonistische Wochen", 26111 Oldenburg, Telefon 0441/798-2307.
Vortrag zur Pädagogik im KindergartenOldenburg. Mit einem Vortrag zum Thema "Erziehungskonzepte in der Kindergartenpädagogik" von Prof. Dr. Arnulf Hopf wird die Ringvorlesung "Forschungsfelder der Familienwissenschaft" an der Universität Oldenburg fortgesetzt. Der Vortrag findet am Montag, 26. Januar, 18.00 Uhr im Vortragssaal der Universitätsbibliothek am Uhlhornsweg statt. Veranstalter ist die Interdisziplinäre Forschungsstelle Familienwissenschaft. Anhand empirischer Untersuchungen wird Hopf erläutern, wie "familienergänzend" derzeitige Konzepte in der Kleinkinderpädagogik sind. Der Vortrag richtet sich auch an alle, die z.B. als Eltern und ErzieherInnen im Vorschulbereich tätig sind.
Dank aus WroclawOldenburg. Herzlich bedankt hat sich die Universität Wroclaw (Polen) jetzt bei der Abteilung Informationssysteme von Prof. Dr. Hans-Jürgen Appelrath, Fachbereich 10 Informatik der Universität Oldenburg. Im Rahmen einer seit einigen Jahren vom Niedersächsischen Wissenschaftsministerium geförderten Zusammenarbeit der Hochschulen konnten im Herbst aus Landesmitteln die Ausstattung der Universität Wroclaw mit moderner Hard- und Software sowie mit aktuellen Lehrbüchern und Tagungsbänden verbessert werden. So steht nun auch im Studentenlabor ein NT-Server mit professioneller Software zur Verfügung. Die Hilfe aus Oldenburg löste auch deshalb große Freude aus, weil das Hochwasser im Sommer in Wroclaw große Schäden verursacht hat.
Bibliothekskonzert im PFLOldenburg. Werke der französischen Komponistin Melanie Bonis (1858-1937) stehen auf dem Programm des 17. Bibliothekskonzerts der Universitätsbibliothek, das am Sonntag, 25. Januar 1998, im Kulturzentrum PFL stattfindet. Es spielt das Mel-Bonis-Ensemble Leverkusen, das sich auf die Musik der außergewöhnlich begabten, jedoch weitgehend in Vergessenheit geratenen Komponistin spezialisiert hat. Das Konzert beginnt um 11. 00 Uhr.
Virtuelles Seminar mit Teilnehmern aus 16 LändernOldenburg. Zum zweiten Mal veranstaltet das Fernstudienzentrum der Universität Oldenburg ein "virtuelles Seminar" zum Thema "Professional Development in Distance Education". 45 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 16 Ländern nehmen seit dem 10. Januar 1998 an dem zehnwöchigen Online-Seminar teil, das mit Einnahmen aus Teilnehmerentgelten realisiert wird. Technisch möglich wird dies durch Nutzung des Internet, des WWW und der frei zugänglichen Konferenzsoftware HyperNews. Die Veranstaltung, die gemeinsam von Ulrich Bernath (Fernstudienzentrum) und Dr. Eugene Rubin (University of Maryland University College) geleitet wird, bringt Hochschullehrende und Planer aus Bildungseinrichtungen über nationale und kulturelle Grenzen hinweg in einen berufsbegleitenden Gedankenaustausch. Über fünf Seminaretappen werden historische, institutionelle, theoretische, technische und anwendungsorientierte Aspekte des Fernstudiums und des Fernunterrichts behandelt. An dem Diskussionsprozeß sind international anerkannte Experten beteiligt.Kontakt: Ulrich Bernath, Fernstudienzentrum, Tel.: 0441/798-4415, Fax: -4414, e-mail: bernath@zef.uni-oldenburg.de.
Vortrag in der Uni: Behinderung, Selbstbestimmung, BioethikOldenburg. Zum Thema "Behinderung, Selbstbestimmung, Bioethik. Wissenschaftliche und lebensweltliche Deutungen des Selbstbestimmungsbegriffs" sprechen am Montag, 19. Januar 1998, in der Universität die Sozialwissenschaftlerin Dr. Anne Waldschmidt und die Diplompädagogin Frauke Rohlfs (18.00 Uhr, Fachschaftsraum Diplompädagogik, A 4 /1-139). Veranstalter sind das Projekt 19 in Zusammenarbeit mit der Fachschaft Diplompädagogik und dem Institut für Erziehungswissenschaften II. Im Rahmen des Vortrags wird das an der Universität Dortmund durchgeführte Projekt "Der Selbstbestimmungsbegriff im Diskurs der Gesundheitsversorgung und seine Bedeutung für chronisch kranke und behinderte Menschen" vorgestellt.
Ammerland, Friesland und REGIO Institut vereinbaren Kooperation im TechnologietransferOldenburg/Westerstede/Jever. Die Landkreise Friesland und Ammerland sowie die Regio GmbH, Institut für Regionalentwicklung und Informationssysteme an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, unterzeichneten heute eine Kooperationsvereinbarung zum Technologietransfer. Ziel ist die Stärkung der Innovationsfähigkeit, insbesondere der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Dazu zählen Ein-Personen-Betriebe genauso wie andere mit bis zu 250 Beschäftigten und nicht mehr als 40 Millionen ECU Jahresumsatz. Durch die Kooperation im Technologietransfer findet eine Ergänzung und Intensivierung der Angebote der Wirtschaftsförderung der Landkreise statt. Der Beratungsservice der Landkreise steht den Unternehmern ab sofort kostenfrei zur Verfügung.Die schwieriger werdende wirtschaftliche Entwicklung erfordert neue Wege und Ansätze in der Betreuung und Beratung von Unternehmen. Auch die Unternehmen in den Landkreisen Friesland und Ammerland sind dem allgemeinen Wandel der Wirtschaftssituation unterworfen. Um dem wachsenden Druck standzuhalten, sind die Firmen gezwungen, innovative Konzepte zu finden und u.a. in neue Technologien umzusetzen. Daher muß häufig auf externes Fachwissen zurückgegriffen werden. Die Wirtschaftsförderung der Landkreise will mit der heute geschlossenen Vereinbarung in enger Zusammenarbeit mit dem REGIO Institut als Mittler im Wissens- und Technologietransfer den Unternehmen Entwicklungskompetenz und Know how erschließen. Durch aktive Ansprache und Beratung können bei den Unternehmen technologische und betriebswirtschaftliche Problemstellungen erkannt werden. Analyse und Lösungsansätze werden dabei individuell mit den Firmen erarbeitet. Dabei hat sich im Wissens- und Technologietransfer die "Beratung aus einer Hand" als erfolgreiches Konzept erwiesen: Unternehmen werden durch eine Mitarbeiterin des REGIO Instituts zusammen mit einem Vertreter des Landkreises zu einer Erstberatung aufgesucht. Auf der Grundlage dieses Gespräches erfolgt eine Analyse für die Entwicklung konkreter Lösungsansätze, die in vertiefenden Beratungen zusammen mit Fachwissenschaftlern umgesetzt werden. Das Konzept verfolgt auch hier die Möglichkeit der Beratung aus einer Hand. Die Komplexität der Aufgabenstellung erfordert dabei, auf ein hochqualifiziertes und umfassendes Know-how-Spektrum zurückgreifen zu können. Dieses Know-how kann das REGIO Institut in hervorragender Weise liefern. Es integriert ein Team von erfahrenen Wirtschaftsexperten, Ingenieuren und Regionalwissenschaftlern und arbeitet in enger Verbindung mit der Technologietransferstelle DIALOG. Diese ist als Knoten im Netz der Technologietransferstellen an den niedersächsischen Universitäten direkt in den Informationsfluß der wissenschaftlichen Forschung in Niedersachsen und Norddeutschland eingebunden. Auch die enge Zusammenarbeit mit den EU-Verbindungsbüros und den landesweiten Einrichtungen für Technologietransfer und Innovation (NATI) gewährleistet den Zugang zu allen relevanten Informationen, die eine kompetente, innovationsorientierte Wirtschaftsberatung - auch mit internationalem Bezug - auszeichnen. Der Kooperationsgedanke soll überdies gestärkt und entwickelt werden, indem weitere Institutionen wie z.B. die Innovationsberater der Wirtschaftskammern fallbezogen in die Beratungsdienste einbezogen werden. Die in der Region vorhandene Beratungskompetenz der Hochschulen wird somit gestärkt, um "vor Ort-Know-how" für unternehmensorientierte FuE-Beratung zu konzentrieren. Projektleiterin für die Kooperation zwischen den Landkreisen Friesland und Ammerland sowie dem REGIO Institut ist Diplom-Physikerin und Betriebswirtin (VWA) Claudia Homann. Homann verfügt über Erfahrungen in der technologieorientierten Beratung, die sie als Mitarbeiterin verschiedener Technologiemittler sowie der Innovationsberatung der IHK und der Wirtschaftsförderung Hannover sammelte. Interessierte Unternehmer, die technologieorientierte Beratungsdienstleistungen in Anspruch nehmen möchten, können sich an die zuständigen Wirtschaftsförderer in Jever oder Westerstede unter den Telefonnummern 04461/919 - 308 (Jever, Frank Schnieder) oder 04488/56 257 (Westerstede, Michael Strebel) wenden. Ferner ist Projektleiterin Claudia Homann direkt am Institutssitz von REGIO unter 0441/798-2996 zu erreichen. Nach Vereinbarung werden dann Gespräche in den Unternehmen geführt. In Kürze sollen die Unternehmer der Landkreise in einer besonderen Veranstaltung direkt informiert werden. Außerdem wird die Kooperation auf dem ersten der jährlich stattfindenden Forschungs- und Technologietage ausführlich vorgestellt. Kontakt: Dr. Jobst Seeber, REGIO Institut: 0441/798 -2996
Rapa Nui - das vergessene Volk der OsterinselnOldenburg. "Die Fremden bestaunen unsere alte Kultur. Sie begaffen uns als Naturkinder und reisen schnell weiter. Was mit uns geschehen ist und noch geschieht, danach fragt keiner. Die Welt hat uns vergessen", klagt eine alte Rapa Nui und drückt damit die Ignoranz der Weißen gegenüber fast allen Naturvölkern aus. Sie ist eine Ureinwohnerin der Osterinsel - jenem Eiland jenseits der Kontinente im Pazifischen Ozean, das durch seine riesigen und wundersamen Steinskulpturen (Mohai) der Welt bekannt wurde.Hermann Fischer, pensionierter Pädagoge aus Friesland und ehemals Lehrbeauftragter der Universität Oldenburg, aber interessierte sich während seiner Forschungsreisen zu der Osterinsel für die Bevölkerung. Er sprach mit vielen Ureinwohnern und spürte zahlreiche Quellen in Archiven auf, die die traumatische Unterdrückung des fast vergessenen Inselvolkes dokumentieren. Herausgekommen ist bei seinen Recherchen ein Buch, das erstmals die Geschichte der Rapa Nui in Wort und Bild ebenso plastisch wie spannend schildert.* Durch die einsame Lage der kleinen Pazifikinsel waren die Rapa Nui noch mehr als andere Naturvölker von der Außenwelt abgeschnitten. Die meisten Wissenschaftler interessierten sich nur für die steinernen Riesen und stellten keinen Zusammenhang zwischen dieser Kultur und deren Nachfahren her. Der Niedergang der Rapa Nui begann 1722 mit dem Auftreten der ersten Fremden unter dem Kommando des holländischen Admirals Roggeveen. Roggeveen, der Spanier Gonzales, der Engländer Cook und der Franzose Pèrouse kamen noch in friedlicher Absicht als Forscher. Doch mit Beginn des 18. Jahrhunderts fielen die Menschenjäger über die Insel her. Brutaler Höhepunkt war 1862 der Raub von 1700 Rapa Nui, darunter die gesamte Führungsschicht, die als Sklaven in Peru verkauft wurden. Die soziale Struktur wurde zerstört, die religiöse danach von Missionaren. Schließlich fiel das verbliebene orientierungslose Häuflein in die Hände eines abenteuerlichen Ausbeuters. Soweit ist die Geschichte dokumentiert. Aber mit der Annexion von 1888 durch Chile wird über die Vorgänge auf der Osterinsel ein Mantel des Schweigens gelegt. Deshalb lenkt der Autor die Aufmerksamkeit besonders auf die Ereignisse der folgenden Jahrzehnte - bis zur Anerkennung der Rapa Nui 1964 als chilenische Staatsbürger. Es begann damit, daß die 178 überlebenden Rapa Nui - von einstmals 4000 - durch einen fragwürdigen Abtretungsvertrag um 90% ihres angestammten Landes gebracht und hinter Mauern und Stacheldraht eingepfercht wurden. Chile zeigte keinerlei Interesse an seiner so abgelegenen Kolonie. Es verpachtete die Insel an englische Schaffarmer, die Jahrzehnte ohne gesetzliche Grundlage allein die Herrschaft über Leben und Tod des Inselvolkes hatten. Trotzdem bewahrten sich die im Ghetto Lebenden Selbstachtung und Widerstandskraft. Ein Aufstand 1914 führte allerdings nicht zum Erfolg. Durch die Weltwirtschaftskrise der zwanziger Jahre stürzten in Chile nicht nur die Salpeterpreise, sondern auch im ständigen Wechsel Präsidenten und ihre Regierungen. Getreue Offiziere der jeweiligen Verlierer wurden auf die "Isla de Pascua" strafversetzt. Sie wurde aus weißer Sicht eine Insel der Verbannten. Erst fünfzig Jahre nach der Annexion begann Chile sich seiner Verantwortung bewußt zu werden. Für den Schulunterricht sorgten allerdings in den engen Grenzen klerikaler Vorgaben bis 1971 allein Nonnen. Ärztliche Betreuung begann als junges Pflänzchen zaghaft zu sprießen. Die Lepra, die schon in der Zeit der ersten Missionare eingeschleppt worden war, konnte kaum behandelt werden, und wurde für viele Rapa Nui zum Trauma, weil sie in der Leprastation ein Herrschaftsinstrument sahen, in die Unliebsame eingeliefert wurden. Die halbherzigen Verbesserungen für die Bevölkerung änderten aber nichts an ihrer rechtlosen Stellung. Die Willkürherrschaft der Schaffarmer wie der Militärgouverneure zeichnete sich durch Selbstgefälligkeit aus, die durch das bequeme Vorurteil genährt wurde, die Rapa Nui seien Gauner, Diebe und sexuelle Wüstlinge, die ganz unfähig zur Selbstverwaltung ihrer Insel seien. Die Verantwortlichen aber konnten schließlich nicht verhindern, daß nach und nach freiheitliches Gedankengut von außen eindrang. 1964 kam es zu einer Rebellion. Davon aufgeschreckt verabschiedete das chilenische Parlament ein Gesetz, das den Ureinwohnern die Staatsangehörigkeit mit allen Rechten und Pflichten zuerkannte. Mauern und Stacheldraht wurden niedergerissen. Doch bis heute verfügen die Ureinwohner nur über 12 Prozent des Grund und Bodens der lediglich 118 Quadratkilometer großen Insel. Und ihr Kampf um die Rückgabe findet in der Welt kaum ein Echo. Die meisten Fremden, die den "Nabel der Welt" betreten, betrachten die Rapa Nui lediglich als folkloristische Staffage, die für reisewillige Touristen von Filmemachern und Journalisten als Südseeromantik verpackt wird. Hermann Fischer will mit seinem Buch einer Forderung von Walter Jens folgen, Geschichte nicht aus der Perspektive der Herrschenden zu schreiben, sondern "den Blickwinkel auf die Opfer der Geschichte zu verlegen". *Hermann Fischer: Schatten auf der Osterinsel - Ein Plädoyer für ein vergessenes Volk mit einem Vorwort von Michael Daxner, BIS Verlag Oldenburg 1998. - 248 S. mit zahlreichen Fotos und Abbildungen. ISBN 3-8142-0588-X (DM 29,00) Kontakt: Hermann Fischer, Mühlenteichstr. 66, 26316 Varel,
Tel: 04451/6252
Vortrag "Deutschunterricht vielsprachig?"Oldenburg. Mit der Fragestellung "Deutschunterricht - vielsprachig?" befaßt sich ein Vortrag der Pädagogin Prof. Dr. Ingelore Oomen-Welke (Pädagogische Hochschule Freiburg) am Montag, 19.1.1998, 20.00 Uhr im PFL, Peterstr. 3. Veranstalter ist "Das Sprachbüro" in Zusammenarbeit mit der Arbeitsstelle Diskursforschung am Fachbereich 11 Literatur- und Sprachwissenschaften der Universität Oldenburg. Hintergrund ist die stetige Zunahme der zweisprachigen Kinder in Deutschland, die inzwischen ein Fünftel aller Schülerinnen und Schüler ausmachen. Der Vortrag beschäftigt sich damit, wie die fremden Sprachen ernst genommen werden können und die fremdsprachigen Kinder in ihren Sprachen zu Wort kommen, ohne daß dies zu einer Überforderung der Lehrer zu führt.
Ein Menü für das 500. Mitglied der UniversitätsgesellschaftOldenburg. Peter Waskönig, Präsident der Universitätsgesellschaft Oldenburg, lud gestern die Informatikerin Annette Jasper als 500. Mitglied der Gesellschaft ins "Le Journal" ein. Mit am Tisch saß der Vorsitzende des Informatikinstituts OFFIS, Prof. Dr. Hans-Jürgen Appelrath. Waskönig feierte damit auch die Erfüllung einer Prophezeiung vor einem Jahr, die Universitätsgesellschaft werde noch 1997 über mehr als 500 Mitglieder verfügen. 500 sei eine gute Zahl, aber die Universitätsgesellschaft brauche mehr Mitglieder angesichts der Bedeutung der Hochschule als einer der größten in der Region und insbesondere als Innovationsträger.Unter Waskönigs Vorsitz hat sich die Zahl der Mitglieder der Universitätsgesellschaft, die sich als Brücke zwischen Universität und Region versteht, um 50 Prozent erhöht. Zur Zeit sind 522 registriert.
Ehemalige Ministerin kommt zur VerabschiedungOldenburg. Zum Thema "Frau und Beruf - Entwicklung in den letzten Jahrzehnten" spricht am Freitag, 16. Januar 1998, die ehemalige Bundesfamilienministerin Prof. Dr. Ursula Lehr (Heidelberg) in der Universität. Anlaß ist die Verabschiedung der Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Barbara Fülgraff. Den Rahmen der Verabschiedung bildet ein von Frau Fülgraff geleitetes Symposion mit dem Titel "'Es war nicht immer nur Glück ...' - Frauen im Beruf und im öffentlichen Leben", zu dem am 16. und 17. Januar eine Reihe von Wissenschaftlerinnen in Oldenburg erwartet werden. Es handele sich dabei um ihr "Abschieds- und Taufgeschenk gleichermaßen", so die Wissenschaftlerin. Das "Taufgeschenk" bezieht sich auf den jüngst eröffneten Studiengang Frauen- und Geschlechterforschung. Das Symposion wird von der Hanns Martin Schleyer Stiftung gefördert. Barbara Fülgraff (62), die sich in den 80er und 90er Jahren besonders als Gerontologin einen Namen gemacht hat, wurde 1972 als erste Professorin der neugegründeten Universität nach Oldenburg berufen. Zuvor war sie, nach dem Studium der Soziologie, Politik, Philosophie und Geschichte in Freiburg, Berlin und in den USA, neun Jahre lang als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Frankfurt tätig gewesen. Als Sozialwissenschaftlerin mit dem Schwerpunkt Erwachsenenbildung hatte sie in Oldenburg maßgeblichen Anteil am Aufbau des Diplomstudienganges Pädagogik. Außerdem gehörte sie zahlreichen Gremien der Universität an.
Zum vierten Mal Journalistenkurs CampusRadioOldenburg. Bereits zum vierten Mal bietet die Universität Oldenburg für Hochschulabsolventinnen und -absolventen den einjährigen Journalistenkurs "CampusRadio" an. Beginn des nächsten Kurses ist der 4. Mai 1998. Der Kurs umfaßt die zentralen Arbeitsfelder des Hörfunk-, TV- und Printbereiches. Durch enge Kooperation mit regionalen und überregionalen Medien (u.a. Radio Bremen, WDR, NDR, Deutschlandradio, Weser Kurier, Nordwest-Zeitung) werden Arbeitsergebnisse unter realen Bedingungen produziert und veröffentlicht. Ein Schwerpunkt der Ausbildung ist das wöchentlich von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern produzierte Hochschulmagazin der Universitäten Oldenburg und Bremen CampusRadio (Radio Bremen 2). Trotz einer insgesamt schwierigen Arbeitsmarktlage konnten die weitaus meisten TeilnehmerInnen der ersten Kurse einen erfolgreichen Berufsstart im Bereich Journalismus verbuchen. "Dies ist ein Beleg dafür, daß wir mit unserem breit angelegten Konzept, das von hoher Professionalität gekennzeichnet ist, auf dem richtigen Weg sind", sagte Kursleiter Roland Steiner in einer Stellungnahme. Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen sind zu richten an: CampusRadio, z.Hd. Herrn Roland Steiner, Postf. 2541, 26111 Oldenburg. Auskünfte unter Tel. 0441/798-3681, Fax 0441/798-3680. Bewerbungsschluß ist der 20. Februar 1998.
Dieckert bei Sabine ChristiansenOldenburg. Prof. Dr. Jürgen Dieckert, Sportwissenschaftler an der Universität Oldenburg und Präsident des Deutschen Turnerbundes, ist einer der vier Gesprächspartner in der neuen Talkrunde von Sabine Christiansen, der ehemaligen Moderatorin der Tagesthemen. An der Diskussion um den Leistungssport bei Kindern und Jugendlichen am Sonntag um 22.15 Uhr in der ARD nehmen auch Bundesfamlienministerin Claudia Nolte und der Arzt und ehemalige Leichtathlet Dr. Thomas Wessinghage teil.
Barbara Fülgraff verabschiedetOldenburg. Mit einem Symposion zum Thema "Es war nicht immer Glück - Frauen im Beruf und im öffentlichen Leben" am 16. und 17. Januar 1998 wird die Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Barbara Fülgraff verabschiedet. Fülgraff, die sich besonders als Gerontologin einen Namen gemacht hat, wurde im Dezember 1972 als erste Professorin an die neugegründete Universität Oldenburg berufen. Als Sozialwissenschaftlerin mit dem Schwerpunkt Erwachsenenbildung war sie maßgeblich am Aufbau des Diplomstudienganges Pädagogik beteiligt. Das Wintersemester 1997/98 ist das fünfzigste, das sie in Oldenburg als Hochschullehrerin wahrnimmt.
Vier Bewerber um das PräsidentenamtOldenburg. Vier Bewerber um das Präsidentenamt der Universität Oldenburg werden zu der am 21. Januar stattfindenden hochschulöffentlichen Anhörung im Vortragssaal der Bibliothek eingeladen. Ihnen wurde vom Wissenschaftsministerium ihre Eignung für das Amt bestätigt. Insgesamt hatten sich sieben Männer um die Nachfolge von Prof. Dr. Michael Daxner beworben, der nicht mehr kandidiert. Die Wahl findet am 11. Februar statt. Die Kandidaten:Prof. Dr. Siegfried Grubitzsch (56), Psychologe am Fachbereich 5, studierte in Mainz und Braunschweig Psychologie und als Nebenfächer Betriebswirtschaft, Politik und Philosophie. Nach seinem Diplom 1967 in Braunschweig war er zunächst wissenschaftlicher Mitarbeiter in Braunschweig. Seiner Promotion 1972 schloß sich ein erster Ruf an die Pädagogische Hochschule Weinheim an, wo er zwei Jahre lehrte. 1974 wurde er an die neu gegründete Universität Oldenburg berufen, wo er von 1992 bis '95 Dekan seines Fachbereichs war und von '95 bis '97 das Amt des Vizepräsidenten wahrnahm. Dr. Hans-Georg Husung (47), Historiker und Leiter des Referates Lehre, Studium und wiss. Nachwuchs beim Wissenschaftsrat, studierte in München und Bielefeld Geschichte, Politik und Pädagogik. Nach seiner Promotion 1978 war er zunächst Referent des Präsidenten der Universität Braunschweig, bevor er 1980 als Research Fellow an das Deutsche Historische Institut nach London wechselte. 1985 wurde er persönlicher Referent des Präsidenten der Max-Plank-Gesellschaft. Von dort ging er zum Wissenschaftsrat, wo er zunächst das Referat Hochschulplanung leitete. Prof. Dr. Heinz-Jürgen Scheibe (52), Hochschullehrer an der Hochschule Bremerhaven, nahm erst nach mehrjähriger Tätigkeit als Kaufmann das Studium auf. Von 1973 bis 1977 studierte er in Bremen Wirtschaftswissenschaften. Dem Diplom schloß sich drei Jahre später 1980 die Promotion an. Noch im selben Jahr wurde er auf die Professur für Transportwesen an der Hochschule Bremerhaven berufen. 1991 wurde er deren Rektor - ein Amt, das er bis 1996 bekleidete. Prof. Dr. Walter Schmitz (44), Germanist und Prorektor der Technischen Universität Dresden, studierte in Trier Germanistik und Latein und promovierte in München, wo er auch von 1979 bis 1988 wissenschaftlicher Mitarbeiter war. Seiner Habilitation 1988 folgte drei Jahre später der Ruf an die Technische Universität Dresden. Dort wurde er 1994 Dekan des Sprach- und Literaturwissenschaftlichen Fachbereichs - bis er sein jetziges Amt als Prodekan für Bildung an der Universität Dresden übernahm.
Personalien aus der UniversitätOldenburg. Hans Werner Bramer (Baß) ist seit Anfang November 1997 Dozent für Gesang am Fachbereich 2 Kommunikation/Ästhetik der Universität Oldenburg. Bramer studierte bei international renommierten GesangslehrerInnen und arbeitete an verschiedenen Theatern und Opernhäusern, wo er unter anderem den Sarastro aus der Zauberflöte, den Timur aus Turandot und den Bartolo aus Figaros Hochzeit sang. Sein Konzertrepertoire umfaßt Werke von Bach, Mozart, Schubert, Rossini, Schostakowitsch und Dvorcak.Oldenburg. Prof. Dr. Peter Janiesch, Botaniker am Fachbereich 7 Biologie der Universität Oldenburg, gehört zu den Gründungsmitgliedern des niedersächsischen Arbeitskreises für Vegetationsökologie. Der Arbeitskreis, dem nur ProfessorInnen angehören, will durch Selbstevaluation zeigen, welche differenzierte Leistungsfähigkeit an den einzelnen Hochschulen in diesem Bereich vorhanden sei, erklärte Janiesch. Dabei sei auch ein Tausch von Lehrveranstaltungen zwischen den Universitäten gedacht. Letzte Änderung: 10. Februar 1998 |
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· Redaktion: Ralf Thiele
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